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Just Mobile Gum Pro im Test: iPhone unterwegs bis zu drei Mal aufladen

By 11. September 2010 2 Comments

Ich hatte es angekündigt und jetzt kommt auch die versprochene Review. Auf externe Akkus für das iPhone bin ich das erste Mal auf dem Gadget-Abend Köln aufmerksam geworden, als Johannes von lesen.net plötzlich seine Tasche öffnet und etwas herauszog, das wie ein kleiner Kunststoffspaten aussah: ein weißer Huckepack-Energiespeicher, in den das iPhone geschoben wird.

Meine Erfahrung mit dem iPhone ist die, dass der Akku seine Höchstleistung etwa eine Woche nach Kauf erreicht, um danach rapide nachzulassen. Spätestens meine Odyssee am Abend der Loveparade (als ich beruflich durch das halbe Ruhrgebiet reiste und Stunden auf diversen Bahnhöfen verbringen musste) hatte mir jedenfalls gezeigt, dass man sich nicht darauf verlassen kann. Um künftig nicht gezwungen zu sein, die Helligkeit des Displays bis zur Unkenntlichkeit herunterzuregeln und mit hektischen Fingern die Push-Dienste und die WLAN-Suche abzuschalten, habe ich mich also auf die Suche nach einem gescheiten Ersatzakku gemacht.

Es gibt bereits einen Haufen Anbieter, die derlei Lösungen anbieten, etwa Solar-Akkus, ClipOn-Battery-Packs oder die oben erwähnten energetischen Hüllen, doch ich habe mich ziemlich schnell für den Gum Pro (Produktseite) von Just Mobile entschieden – das ist übrigens auch der Hersteller, der diesen völlig überflüssigen, aber hübschen Ständer für iPhones entwickelt hat.

Im Gegensatz zu den übrigen filigranen Mitnehm-Akkus, ist der Gum Pro der Panzer unter den Energielieferanten: Im Inneren speichert er 4.400 mAh, die Ausgangsleistung liegt bei 1.000 mA. Wieviel das ist? Nun, zum Vergleich sei gesagt, dass ein Philips-Spaten gerade 1.200 mAh speichern kann, weitere vergleichbare Geräte kommen kaum über 1.700 mAh hinaus. Da er über eine USB-Schnittstelle verfügt, lassen sich mit dem Gum Pro nicht nur iPhones, sondern auch alle anderen elektronischen Geräte mit entsprechender Schnittstelle unterwegs aufladen. Der kleine Energiespeicher kostet derzeit rund 40 Euro, im Lieferumfang befindet sich der schwarze Kasten, ein USB/Mini-USB-Kabel und eine winzige Anleitung. Aufgeladen wird er entweder über ein Netzteil (das man besitzen sollte) direkt über die Steckdose oder am Rechner (was jedoch merklich länger dauert). Auf der Oberseite befinden sich ein Knopf und drei LEDs – das war es.

Die Lampen geben Auskunft darüber, wie weit der Ladestatus fortgeschritten ist:

3 LEDs: 67 – 100 Prozent
2 LEDs: 34 – 66 Prozent
1 LED: 6 – 33 Prozent
0 LED: weniger als Prozent

Während des Ladens leuchtet die obere Lampe rot, sobald der Zyklus abgeschlossen ist, schaltet sie auf grün um. Beim ersten Mal dauert das Aufladen etwas länger (rund zwei bis drei Stunden), danach verkürzt sich die Ladephase.

Kommen wir nun also zur alles bestimmenden Frage: Was kann das Ding? Der Hersteller verspricht, dass der Gum Pro in der Lage ist, ein ermattetes iPhone „innerhalb einer Stunde“ wieder auf 90 Prozent Akkuleistung aufzupumpen. Das kann ich bestätigen. Übrigens lassen sich während des Aufladens alle Funktionen des Handys wie gewohnt bedienen. Nach einem Ladezyklus brennen häufig noch zwei LEDs, was bedeutet, dass man mindestens einmal, aber höchsten noch zwei mal das iPhone aufladen kann, ohne, dass der Gum Pro zurück an die Strippe muss.

Vorteile:

1. Die Bedienung ist kinderleicht: zwei Ein- und Ausgänge, ein Knopf und drei Lampen.

2. Der Gum Pro ist durch seine USB-Schnittstelle vielseitig einsetzbar: Ich habe nicht nur das iPhone, sondern mittlerweile auch eine Kameras, LG-Handys und einen MP3-Player damit aufgeladen.

3. Es ist ein Energiepaket: die internen 4.400 mAh bieten mehr als das Doppelte an möglicher Leistung, wenn man den Gum Pro mit aktuellen Konkurrenten vergleicht.

Nachteile:

1. Der Gum Pro ist schwer. Ich habe nachgewogen: Rund 120 Gramm muss der Nutzer zusätzlich mit sich herumtragen, dazu kommt das iPhone-Ladekabel. Wer regelmäßig mit dem Rucksack unterwegs ist, dürfte das jedoch kaum stören. Dafür hat man die Sicherheit, überall Energie zu haben.

2. Der Gum Pro macht keinen allzu hochwertigen Eindruck, was erstaunt, da er von einer Design-Firma stammt. Wem gutes Aussehen wichtig ist, dem rate ich, noch ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen und sich den aufgemotzten Gum Plus (rund 65 Euro, siehe Video unten) zuzulegen: Die Leistungsfähigkeit der Zelle ist gleich, jedoch kommt das Ganze im schmucken Aluminiumgehäuse daher.

About André Vatter

Leidenschaftlicher Social Median und Blogger aus Hamburg. Mehr erfahren.

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