Toolbar-Suche: Wer bekommt eigentlich etwas von Google Instant mit?

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Google hat in der Vergangenheit ganze Arbeit geleistet. Heute ist die Suchmaschine aus Mountain View in den populärsten Browsern als Standard vorgegeben: Firefox, Safari und Opera bauen auf Google. Einzig der Internet Explorer bleibt Bing treu – was bei Microsoft in der Natur der Sache liegt. Das nur als kleine Präambel.

Als Google die neue Instant-Suche vorstellte, dachte ich über mein eigenes Suchverhalten im Netz nach und schnell wurde mir klar, dass ich den Großteil der Recherchen über den Browser starte. Google selbst hatte in der Vergangenheit die Verbreitung der hauseigenen Such-Toolbar vorangetrieben – was zur Folge hatte, dass ich beim Neuaufsetzen aller Rechner, die mir unter die Finger kamen, diese auch sofort installierte. Heute kommen die Browser meist inklusive eines Suchschlitzes in der Menüleiste daher. Es ist ein beinahe geschlossenes System, das sich alleine auf den Client verlässt.

Was bringt es also, die Suche im offenen Fenster aufzupolieren, wenn viele Nutzer diese gar nicht in Anspruch nehmen? Ich habe nach öffentlichen Statistiken gesucht, aus denen deutlich wird, wie oft im Browser und tatsächlich direkt im Netz gesucht wird – vergeblich. Es handelt sich um ein gut gehütetes Geschäftsgeheimnis. Also bleibt uns nur eine dunkle Ahnung im Hintergrund. Google Instant sollte die Suche um “zwei bis fünf Sekunden” beschleunigen, was allerdings Mumpitz ist, wenn ein Großteil der Nutzer überhaupt nicht über Google.com seine Nachforschungen abwickelt.

Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass plötzlich die Nachricht die Runde macht, dass Google an einer Instant-Implementierung direkt im Browser arbeitet: im Chrome, um genau zu sein. Künftig wird sich also die Ergebnisseite automatisch ändern, sobald jemand auch nur einen Buchstaben in die Omnibox eingibt. Eine erste Testversion ist bereits im Developer Channel erhältlich.

Doch gerade bei Chrome steht sich Google selbst im Weg. Die Adressleiste ist zugleich der Platz für die URL- und Sucheingabe, weshalb jedem Nutzer Dank Google Instant bald ein stakkatoartiger Page-Wechsel geboten wird – egal, wo er hin will oder was er vorhat. Da die Echtzeitsuche in erster Linie mobilen Nutzern entgegen kommen soll, werden sich genau diese ärgern, weil für jedes eingegebenen Zeichen die Traffic-Zahlen in die Höhe schnellen.

Und dann ist da noch ein Problem: Wie verfährt Google mit den übrigen Browsern? Die Entwicklung des Firefox wird jährlich mit dicken Schecks unterstützt, dennoch ist es fraglich, dass sich Mozilla plötzlich auf ein überstürztes AJAX-Bombardement einlassen wird. Opera wurde bis heute für Google Instant noch gar nicht berücksichtigt. Und wie Apple mit einer Bitte bezüglich der Browser-Flexibilität verfahren wird, dürfte jedem klar sein.

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