Das Link-Karussell dreht sich schneller: Facebook lässt den Share-Button fallen

By 27. Februar 2011 44 Comments
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Es ist eine auf den ersten Blick winzig-kleine Feature-Korrektur, Mashable frühstückt sie schnell ab und schießt den Post als Doublicate Content rüber zur „USA Today„. Ich glaube, die Ausmaße sind noch nicht ganz abzusehen.

Facebook hat beschlossen, den „Share-Button“ abzuschaffen, der im Herbst 2009 flott implementiert wurde, nachdem netzweit plötzlich überall „Tweet this!“-Schaltflächen auftauchten. Parallel zu Google entwickelte sich daraufhin ein sozialer Linkindex: schneller als die Suchmaschine und vor allem relevanter, da Nutzer fernab des SEO-Spams bedeutsame Seiten von ihren Fans oder Followern vertrauensvoll angeraten bekommen. Keine Maschine kann den Wert menschlicher Empfehlungen ersetzen – zumindest bis heute nicht.

Doch der Share-Button war schwerfällig, wer ihn drückte, bekam ein Popup präsentiert, durfte ein gecrawltes Bild der aktuellen Seite auswählen und den Link-Tipp mit einer persönlichen Notiz versehen. Dann folgte ein Klick auf den Button („Im Profil posten“) und erst dann erschien der Eintrag auf der Pinnwand. Facebook hat dieses Verfahren nun restlos beschleunigt: „Gefällt mir“ drücken – das war es. Dieser Klick produziert nun nicht länger lediglich eine Fußnote unter „Neueste Aktivität“, sondern formuliert ein komplettes Status-Update.

Damit ist nun jeder Facebook-Nutzer in der Lage, den globalen Content des Internets binnen Sekunden heim ins soziale Netzwerk zu holen. Die Frage „Was machst du gerade?“ nimmt einen noch radikaleren Schwenk Richtung „Was schaust du dir gerade im Internet an?“ – die Publisher wird es freuen.

Facebook will den bisherigen Share-Button zunächst einmal beibehalten, es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis „Gefällt mir“ den manuellen Prozess des Sharens abgelöst hat – und Google sich einmal mehr Gedanken über den eigenen Einfluss im Echtzeit-Netz machen muss.


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