Rentables Protestgeschäft im Fall WWF: Uns „gefällt“, was wir nicht mögen.

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Ich will mir die ganze Einleitung sparen, zum Fall WWF ist schon eine Menge gesagt und geschrieben worden. Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass der WDR mittlerweile einräumen musste, mit der Kritik in einigen Teilen über das Ziel hinaus geschossen zu sein:

Die in der ursprünglichen Pressemeldung vom 11.05.2011 enthaltene Aussage, wonach das ARD-Team auf Borneo (Indonesien) „kein einziges Organ-Utan Schutzprojekt des WWF“ gefunden hat, halten wir nicht aufrecht. Gleiches gilt für die Formulierung: „Der WWF nimmt Geld von den Unternehmen und verschafft ihm das Gütesiegel für nachhaltige Produktionen“, soweit dadurch der Eindruck erweckt wird, das Unternehmen würde gegen Geldzahlung ein WWF-Gütesiegel für nachhaltige Produktionen erhalten. Hierzu haben wir uns auch gegenüber WWF Deutschland zur Unterlassung verpflichtet.

Der WWF hat sich überdies verteidigt und einen detaillierten „Faktencheck“ im Internet veröffentlicht, nachdem man einsehen musste, dass die bisherige Social Media-Infrastruktur dem Protest nicht standhalten konnte.

Das ist die eine, die offizielle Seite. Wollen wir doch mal schauen, ob und wie der Protest bislang gewirkt hat. Denn vom gesunden Menschenverstand aus betrachtet, müsste man ja nun davon ausgehen, dass die empörten Boykottaufrufe etwas bewirkt haben. Dazu habe ich mir mal die Zahlen der Facebook-Page und des Twitter-Accounts vorgenommen.

Facebook

In den rund 24 Stunden, die seit der Ausstrahlung der Dokumentation vergangen sind, hat die Facebook-Seite des WWF 265 neue Fans dazugewonnen (zumindest laut allfacebook.de).

Twitter

Bei Twitter sind im selben Zeitraum 45 neue Fans hinzugekommen – einer der größten Sprünge in den vergangenen Monaten.

Das Popularitätswachstum könnte verschiedene Hintergründe haben: Einige Nutzer dürften sich an die Konten gehängt haben, um die aktuelle Diskussion besser verfolgen zu können. Andere drückten den „Gefällt mir“-Button, um Kommentare auf der WWF-Pinnwand loswerden zu können. Inwieweit die Ausdehnung der WWF-Community weiter zunehmen wird und/oder ob sie durch einen irgendwann einsetzenden konsequenten Idealismus dezimiert wird, bleibt abzuwarten. Derzeit können wir nur feststellen, dass vielen Nutzer offenbar das „gefällt“, was sie nicht mögen.

Bild: Flickr, Fotograf: karismafilms

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