50 Dinge, die man im Social Web erlebt haben muss, ehe man den Stecker zieht

By 15. September 2011 22 Comments

Vielleicht haben es so manche Nutzer schon mitbekommen, doch es grassiert ein wenig die Social Müdigkeit: Ich habe den Eindruck, dass in den letzten Tagen die Zahl der Burnout-Kandidaten, Aussteiger und Ausschleicher zunimmt. Und das ist mehr als verständlich, denn das Karussell der Branche dreht sich immer schneller. Der menschliche Geist war niemals für Dinge wie Echtzeit und Always-On gewappnet – und wird es auch nie sein. Evolutionsbiologisch betrachtet, haben wir gerade erst das Fell abgestreift und die Höhle verlassen. Natürlich gab es auch früher das soziale Gefüge, doch schon bei wilden Stämmen war irgendwann Dialogschluss und sie bauten kleine Puppen aus Stroh und starrten ins Feuer: Das Äquivalent zum Fernsehen, das wiederum das Äquivalent zum „Lasst mich bitte alle in Ruhe“ ist. UMTS hat die Rückzugsmöglichkeiten schon arg beschnitten.

Ich gönne jedem und jeder seine oder ihre Auszeit. Dennoch habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was man vielleicht im Social Web einmal erlebt haben muss, ehe man dann tatsächlich und endgültig den Stecker zieht. Das Ergebnis gibt es im Folgenden.

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  1. Lade einen selbstproduzierten Viral-Clip bei YouTube hoch, der innerhalb des ersten Monats 100.000 Views holt.

  2. Beginne einen Flamewar über etwas Bedeutungsloses und lösche ihn selbst.

  3. Schaffe es, dass Sascha Lobo dir auf Twitter folgt.

  4. Erstelle ein Status-Update, das Robert Scoble und Jeff Jarvis kommentieren.

  5. Schreibe einen Verriss auf ein Netzwerk noch bevor du ein Invite hast.

  6. Schreibe einen bösen Blog-Post über die SEO-Szene, bei der keine Adsense-Werbung für ein SEO-Produkt eingeblendet wird.

  7. Lass das Haus deines alten Mathelehrers bei Street-View hinter Milchglas setzen.

  8. Entwickle einen Twitter-Bot, der Tweets mit dem Inhalt „Hach“ automatisch retweetet.

  9. Erstelle einen Wikipedia-Eintrag, der die Lebensleistung deiner Eltern würdigt.

  10. Nimm in den Kommentaren zu einem politischen Artikel die Identität eines Bundestagsabgeordneten ein und schreibe immer wieder: „Selber!“

  11. Werde Gründer einer Facebook-Gruppe, die sich ausschließlich mit obskuren Tieren beschäftigt.

  12. Tausche einen Song um, den du zuvor bei iTunes gekauft hast. Begründung: „Er ist einfach zu lang.“

  13. Erstelle eine Fanpage bei Facebook und entferne dich selbst als Administrator. Nenne die Seite „Mary Celeste“.

  14. Trage zum nächsten Twittwoch ein T-Shirt mit der Aufschrift: „Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein!“

  15. Folge jemanden auf Foursquare und gib auf Twitter jeweils bekannt, wo sich die Person im Moment aufhält.

  16. Starte auf Wer-kennt-wen eine Kampagne für die Wiederbelebung von StudiVZ.

  17. Schreibe einen Blog-Post, den du mit allen im Netz verfügbaren Social Plugins dekorierst.

  18. Streite dich öffentlich mit einem etablierten Journalisten über die Bedeutung der Blogosphäre.

  19. Schreibe dem Verein Deutsche Sprache (VDS) eine Mail, in der du dich über den Terminus „Einsplussen“ beschwerst.

  20. Starte ein Tumblr-Blog mit dem Titel „Merkel lacht“.

  21. Streue bei Reddit, dass in der BRD der Mailversand auf drei Stück pro Tag und Nutzer begrenzt wurde. Schreibe, dass diese Weisung aus der Hauptstadt Heidelberg stammt.

  22. Reiche in Apples App Store eine App mit dem Namen „Fickificki“ ein.

  23. Schreibe einen Blog-Post, den Sascha Lobo mit „Gefällt mir“ adelt.

  24. Ersteigere ein Produkt bei eBay und bezahle lediglich den prozentualen Anteil gemäß der Bewertungen des Verkäufers.

  25. Lade ein Musikvideo bei YouTube hoch, für das die GEMA die Rechte eingeräumt hat.

  26. Filme ein hübsches Mädchen/einen hübschen Jungen mit dem Handy und antworte bei fragenden Blicken: „Das ist Augmented Reality. Du bist im Weg.“

  27. Versteigere deinen Twitter-Account und lasse ihn dir nach der Auktion vom Käufer wieder zurückschenken.

  28. Besuche eine Kitzel-Fangruppe auf Facebook und fordere rigoros ein Killerspielverbot.

  29. Wirf deine Visitenkarten weg und lege dir neue zu, auf denen zu lesen steht: „Wenn eine Nachricht wichtig ist, wird sie mich finden.“

  30. Erreiche bei Flattr einen Gewinn in Höhe von mindestens zwölf Euro.

  31. Schaffe es mit deinem Blog in die Top-100 der Deutschen Blogcharts.

  32. Erwidere jedes Katzenbild mit einem Foto deiner eigenen Katze.

  33. Erkläre Privacy für tot.

  34. Mische dich in einen Troll-Fight zwischen Appleaner und Androidianer ein und kröne Windows Phone zum Sieger.

  35. Ziehe morgens in der Bahn eine Schiefertafel aus der Tasche, auf der du konzentriert herumkratzt.

  36. Lege ein pseudonymes Konto bei Google Plus an und unterzeichne jedes Status-Update mit deinem richtigen Namen.

  37. Gründe ein Startup und erkläre dem Risikokapitalgeber, dass es „irgenwie in die Richtung von Groupon“ geht.

  38. Schreibe eine Mail an steve@apple.com, die du mit „Das wollte ich nur einmal gesagt haben!“ schließt.

  39. Produziere ein animiertes GIF, das nur aus zwei Bildern besteht.

  40. Beobachte deutsche Tech-Blogs und informiere jeweils die Betreiber, wenn der Konkurrent mit dem Veröffentlichen der Meldung schneller war.

  41. Führe ein Skype-Gespräch mit dem Rücken zur Kamera und telefoniere dabei mit dem Hörer in der Hand.

  42. Frage den Regierungssprecher @RegSprecher, wer denn eigentlich für ihn spricht

  43. Besuche eine Social Media-Veranstaltung, auf der du einen Vortrag mit dem Titel „Deshalb steckt Second Life noch heute alle in die Tasche“ hälst.

  44. Hinterlasse auf Amazon eine Rezension mit deiner Dropbox-Referer-Nummer.

  45. Frage Peter Schaar, ob er online einkauft und wenn ja, unter welcher Eiche er seine Pakete abhholt.

  46. Starte einen Mail-Kettenbrief, in dem vor Mail-Kettenbriefen gewarnt wird.

  47. Belehre Google-Nutzer darüber, dass pro Suchanfrage zwei Gramm CO2 ausgestoßen werden.

  48. Veröffentliche eine Sixt-Anzeige, bevor Jung von Matt es tut.

  49. Setze bei geschäftlicher Mail-Korrespondenz die Xing AG in CC und schreibe dazu: „Ich hätte Ihnen ja gerne direkt geantwortet, aber die lassen mich nicht.“

  50. Geh mal raus und lass die Kiste aus.

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Foto: Flickr, Fotograf: bottled_void

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