FAQ: Vom Nutzen des Facebook Social Readers – für die Unternehmen

By 3. Dezember 2011 5 Comments

Q: Was habe ich davon, den Social Reader auf Facebook zu installieren?
A: Du brauchst nach dem Lesen eines Artikels nicht „Gefällt mir“ zu klicken. Dies geschieht automatisch; ob er dir gefällt oder nicht.

Q: Was hat ein Medienunternehmen wie die „Washington Post“ davon, den Social Reader anzubieten?
A: Zum einen kostenlosen User-Content, der beliebig und auf unbestimmte Zeit gespeichert und unentgeltlich verwendet werden kann. Das schließt auch die weltweite Weitergabe des Contents an Dritte nicht aus. Zum anderen erhält die „Washington Post“ deine Daten. Dazu zählen unter anderem: personenbezogene Daten, wie E-Mail-Adressen, Vorlieben, Interessen und abonnierte Facebook-Pages sowie Informationen über befreundete Facebook-Mitglieder. Diese Daten können nach Belieben mit weiteren Informationen verknüpft werden, die aus anderen Quellen stammen. Gespeichert werden ebenso: Der Zeitpunkt der App-Installation, welche Artikel gelesen und welche Seiten besucht und welche Links geklickt wurden, außerdem die IP-Adresse, der Browser und die Referring Websites. Die „Washington Post“ darf das Tracking ohne zusätzliche Erlaubnis auch jederzeit per Cookie begleiten. Die explizit angebotene „Opt-Out“-Option besteht darin, im Browser das generelle Speichern von Cookies zu deaktivieren. Auch die Cookie-Informationen können mit anderen Daten zusammengeführt werden.

Die gewonnenen Informationen darf die „Washington Post“ dazu nutzen, um dir individuelle Angebote zu unterbreiten. Ebenso darf sie die personenbezogenen Daten den Partnern, „anderen Unternehmen“ und Behörden zur Verfügung stellen. Da es sich um eine Facebook-App handelt, kann auch Facebook die Informationen erhalten.

Obwohl man Vorsorge trifft, dass die gesammelten Daten sicher gespeichert werden, übernimmt die „Washington Post“ explizit keine Garantie dafür, dass die Daten nicht unterwegs oder aus der Datenbank von unbefugten Dritten eingesehen und gespeichert werden können.

Für weitere Informationen, siehe auch:

About André Vatter

Leidenschaftlicher Social Median und Blogger aus Hamburg. Mehr erfahren.

5 Comments

  • Habe mich die ganze Zeit schon – skeptisch – gewundert, welchen Mehrwert der Facebook-Nutzer hat, wenn er diese App installiert. Man muss sich also aus Facebook ausloggen, wenn man kein Tracking und Posting auf seine eigene Facebook-Wall haben möchte? Es wird sonst jeder Artikelaufruf dokumentiert?
    Neee, so etwas mag ich gar nicht …

    Zitat: „Du brauchst nach dem Lesen eines Artikels nicht “Gefällt mir” zu klicken. Dies geschieht automatisch; ob er dir gefällt oder nicht.“ -> das muss ich nun auch überhaupt nicht haben.

    Würde die App einem freistellen und anbieten, etwas zu publizieren, ja, aber ich sehe den Mehrwert für den User immer noch nicht. Nur für den App-Anbieter, Datensammel-Galore, viel Spass dabei, Washington Post.

  • Das meinte ich n diesem Blogpost hier: http://www.avatter.de/wordpress/2011/09/facebook-ist-einfach-zu-teuer-geworden/

    Ich verstehe auch nicht, wo der Mehrwert für die Nutzer dabei ist. Es wird halt einfach nur teurer, wenn die Währung aus persönlichen Daten besteht.

  • JUICEDaniel sagt:

    Habe mich schon lange ganz von Facebook verabschiedet und wenn ich so etwas lese, weiß ich warum – und freu mich gleich doppelt, mich damit erst gar nicht auseinandersetzen zu müssen. Auch die ganze Opt-out-Politik (nicht bei der WP-App hier) ist ziemlich verdreht und sollte die User eigentlich zutiefst verärgern.

  • Fensterguckerin sagt:

    Ich bin glücklicherweise selbst nie auf Facebook gewesen und das wird auch so schnell nicht geschehen. Die Dreistigkeit, wie diese Datenkrake mich in sein „soziales“ Netzwerk ziehen wollte, mit Hinweisen, welche Freunde von mir dort schon sind, hat mir gereicht.
    Umso mehr habe ich mich amüsiert, als ich heute morgen gesehen habe, daß Mark Zuckerberg selbst der mangelnden Sicherheit seiner Daten auf FB zum Opfer gefallen ist: Privatfotos stehen jetzt im Netz.

  • Andreas Weck sagt:

    Also ich habe dazu einmal diesen Beitrag verfasst und muss gestehen, es gibt einen Nutzer-Vorteil. Wenn auch nur ein kleiner:

    http://www.netzpiloten.de/2011/11/28/frictionless-sharing-eine-neue-form-des-teilens/

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Auf der Suche nach dem deutschen Silicon Valley (oder auch nicht)
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