Ich habe keine Ahnung, was los ist: alle Plugins gecheckt, an Feedburner geruckelt – dennoch macht das RSS-Monster im Hintergrund, was es will. Kurz dargestellt ist es so, dass (seit dem Relaunch?) der Feed von avatter.de hin und wieder Schluckauf hat und dabei alte – zum Teil sehr alte – Posts wieder nach ganz oben spült. Mir ist es unendlich unangenehm, da ich bislang wohl auch unterschätzt habe, wie viele Leser dieses Blog per RSS verfolgen. Dann sind da diese Selbstläufer, dass etwa plötzlich die teils seit Monaten überholten Posts auf anderen Blogs besprochen werden. Offenbar ist es auch aus der Mode gekommen, hin und wieder einen Blick auf den Zeitstempel von Posts zu werfen.
Wie auch immer. Ich werde in den kommenden Tagen noch einmal mein Bestes versuchen, um die RSS-Alleingänge unter Kontrolle zu bekommen. Wenn ihr Tipps zum Thema habt, bin ich mehr als erfreut sie von euch unten in den Kommentaren zu erfahren.
Der eine oder andere hat ja schon mitbekommen, dass ich in Hamburg gelandet bin. Nach zehn Jahren Köln (und zuletzt Basic Thinking) habe ich bei der ZBW (Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft) angelegt, was bei einigen ein großes Fragezeichen verursacht hat: “ZBWas?” – Ich will im Folgenden ein bisschen über meinen neuen Arbeitgeber schreiben und davon berichten, was ich dort so mache.
Okay, was ist die ZBW? Allgemein gesagt, ist die ZBW das weltweit größte Informationszentrum für wirtschaftswissenschaftliche Literatur mit einem überregionalen Auftrag – online wie offline. Heute beherbergt die Einrichtung rund 4,5 Millionen Bände und 32.000 laufend gehaltene Zeitschriften. Würde alles nebeneinander gestellt, käme man auf 78 Kilometer Länge – das entspricht in etwa der Höhe der Mesopause, der atmosphärischen Schicht der Erde, nach der das Weltall beginnt. Daneben stellt die ZBW die wohl am schnellsten wachsende Sammlung von Open Access-Dokumenten im Internet zur Verfügung: EconStor, das digitale Archiv, verfügt heute über 25.000 frei zugängliche Aufsätze und Working Papers. Keine Rumhampelei, keine Paywall – Studenten und Forscher kommen an Ergebnisse, die sie mit ihren Steuergeldern bereits finanziert haben. Wissen ist die einzige Ressource, die sich durch Teilung vergrößert.
Die ZBW ist Teil der Leibniz-Gemeinschaft, was zum einen bedeutet, dass sie als Stiftung (des öffentlichen Rechts) keine kommerziellen Absichten verfolgt. Zum anderen heißt das aber auch, dass ihr Bestehen mit einem expliziten Auftrag verbunden ist. Und genau dieser war auch der Grund, weshalb ich zugeschlagen habe: Die ZBW hat die Aufgabe, sich von der einstmals klassischen Bibliothek in eine erstklassige Serviceeinrichtung für die Wissenschaftscommunity zu verwandeln. Und zwar in einer Form, dass andere Bibliotheken – ob öffentlich oder akademisch – davon lernen können. Weiterlesen
Ich habe lange darüber nachgedacht, ehe ich den Entschluss fasste. Und noch länger darüber, wie ich ihn formuliere. Doch letzten Endes ist es ganz einfach: Ich verlasse Basic Thinking zum 30. Juni. Lasst mich die Entscheidung ein wenig erklären.
Am Abend der Auktion, am 15. Januar 2009, bekam ich einen Anruf aus Hürth bei Köln. Serverloft – beziehungsweise die Muttergesellschaft Intergenia AG – hatte bei Roberts Versteigerung den Zuschlag bekommen. Ich machte mir ein Kölsch auf und gab über den Hörer orthografische Tipps bei der Gestaltung der Pressemitteilung. Noch in der Nacht machte ich Trockenübungen, am nächsten Morgen wurden wir ins kalte Wasser geworfen. Von Anfang an war klar, dass wir keinen Robert 2.0 bieten konnten – und wollten. Wir versuchten kurze Posts, klassische News-Beiträge, Intellektuelles, Boulevardeskes, dann Persönliches. Neben der Sondierung des Stils machten wir uns auf die Suche nach unserer inhaltlichen Nische. Die Kollegen aus den Deutschen Blogcharts machen – damals wie heute – einen erstklassigen Job, also stand es außer Frage, hier zu wildern. Wir brauchten etwas Eigenes.
Nach einigen Wochen bekam ich die ersten Zahlen auf den Tisch, die mir zeigten, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Wir forcierten die eingeschlagene Richtung. Wenn wir bei der Themenjagd fündig wurden, fungierte die Quelle als Steinbruch. Man kann ruhig das Fenster danach schließen – es bringt auf lange Sicht nichts, das Gelesene in eigenen Worten wiederzugeben oder einfach nur einen Link darauf zu platzieren. Auf Basic Thinking schrieb ich einmal über die Idee dahinter:
Blogger sollten niemals vergessen, dass sie ein eigenes Publikum besitzen – so groß oder klein es auch sein mag. Und das hat Anspruch auf eine zielgruppengenaue Ansprache. Das bedeutet nichts anderes, als dass das Thema von immer neuen Perspektiven beleuchtet werden muss: Worum geht es überhaupt? Wieso ist es so und nicht anders? Könnte es anders sein? Was halte ich als Autor davon? Was bedeutet das für den jeweiligen Leser und wie kann er am Besten davon profitieren? Und was hält er davon?
Die Erklärung eines neuen Dienstes wie beispielsweise Google Wave sollte für Business-Leute anders ausfallen, als für Schüler, für Internetneulinge, Bastelexperten, Journalisten, für Angelvereine. Weiterlesen

Nach dem Kauf ist Basic Thinking ein Jahr lang nicht vermarktet worden, wir Redakteure wurden also ein Jahr lang praktisch vom Betreiber für Nüsse bezahlt. Es gab und gibt Experimente mit Affiliate, jedoch ist der Schwerpunkt des Blogs so gelegt, dass es praktisch nichts zu verlinken gibt: Neue Funktion bei Facebook? Die Zeitungskrise? Ein Steve Ballmer-Statement? Ein iPhone-Gerücht? Ich weiß nicht, wie es andere machen, aber ich biege die Posts nicht so, dass es passt und ich entsprechende Keywords unterbekomme, ich halte ein solches Vorgehen schlicht für Verarsche des Lesers. Deshalb hat es so etwas bis heute nicht bei uns gegeben und wird es auch nicht. Eine Querfinanzierung können und wollen wir nicht, wir wollen unabhängig sein. Wir haben auch nicht Agenturen im Rücken, wie es meinetwegen die anderen aus den Blogcharts haben, um ihr Tagewerk zu vergüten. Vorne als Blogger brillieren und hinten rum als Berater die neue SPD-Kamapgne organisieren oder Ähnliches. Wir machen keine Werbung für die Muttergesellschaft oder ihre Produkte.
Bleiben also zwei Wege: Paid Content und Werbung. Paid Content? Anyone? Ich bin großer Anhänger von Bezahlinhalten, jedoch weiß ich, dass es wahrscheinlich nur die Hardcore-Fans mitmachen würden. Das wäre zu wenig für eine 2,5-3-Mann-Redaktion, die manchmal von 8-24 Uhr vor dem Rechner sitzt. Dennoch wird die Option für die Zukunft nicht ausgeschlossen. Weiterlesen
“Menschen sind damit einverstanden, Informationen über sich mit anderen zu teilen, und öffnen sich für immer mehr Menschen. Die sozialen Normen haben sich mit der Zeit entwickelt. Wir sehen es als unsere Rolle in dem System an, ständig Veränderungen umzusetzen und unsere Software so anzupassen, dass sie widerspiegelt, wie die sozialen Normen gegenwärtig sind”, hatte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Anfang des Jahres gesagt und stieß damit eine neue Debatte über die Themen Privatsphäre und Datenschutz im Web 2.0 an. Beides erscheine ihm als kultureller Atavismus aus grauer Vorzeit, den es nun zu überwinden gilt. Die “Internetworld” hat zu dieser Feststellung Statements von vier Leuten aus der Branche eingeholt – Basic Thinking war dabei.
Die komplette Ausgabe gibt es kostenlos als PDF (ca. 14 MB). Einen Screenshot gibt es im Folgenden. Ein etwas ausführlicheres Interview zum Thema Datenschutz und Google hat die “Rheinzeitung” mit uns gemacht. Weiterlesen
Rund 365 Tage sind vergangen, seitdem serverloft bei eBay Basic Thinking ersteigerte – Zeit genug also, um erneut einen Kassensturz zu wagen. Die letzten, im August veröffentlichten Zahlen ließen sich bereits gut angehen, doch ein Blick auf die ganzen zwölf Monate zeigt, dass da noch immer locker Luft nach oben ist. Alle relevanten Daten zum Geburtstag haben wir bereits auf Basic Thinking bekannt gemacht, ich möchte im Folgenden noch einmal die nackte Statistik wiedergeben.
Wenige Tage, bevor Robert Basic die Auktion im Januar 2009 startete, lagen die monatlichen Page Impressions bei 253.903. Ein Jahr später sind wir bei 462.088 PIs angekommen. Ähnlich verhält es sich mit den Unique Visitors, deren Anzahl von 185.116 auf 335.247 kletterte; damit schauen pro Tag mehr als 11.000 Menschen bei Basic Thinking vorbei (Diagramm zur Ansicht). Gut möglich, dass sich einige von ihnen verklickt haben, doch dann gibt es wiederum eine Zählung der Returning Visitors. Vor der Auktion ergab sie immerhin 52.352 wiederkehrende Besucher. Heute sind es 92.085.
Eine ähnliche Entwicklung lässt sich auch bei den Social Media-Seitenarmen des Blogs verfolgen. Bei Twitter konnten bis zur Stunde rund 5.600 Leser als Follower gewonnen werden (jetzt folgen), die im Oktober 2009 freigeschaltete Facebook-Seite hat heute knapp 700 “Fans” (und natürlich Fan werden). Weiterlesen

Vergangene Woche hat Google Music in den Vereinigten Staaten seinen Betrieb aufgenommen. Per Onebox-Suche soll es nun noch einfacher sein, an Informationen über bestimmte Songs oder gleich an die passende Audio-Datei zu gelangen. Google hat sich dazu verschiedene Partner an Bord geholt: iLike und Lala.com beispielweise, die direkt über die Such-Oberfläche nun MP3-Käufe oder Cloud-Renting ermöglichen. Darüber hinaus wurden die Angebote von kleineren Partnern wie Pandora und Rhapsody integriert, damit in die Musik-Entdeckung erst so richtig Schwung kommt. Mehr will ich an dieser Stelle gar nicht nicht verraten. Weitere Infos habe ich bei Basic Thinking festgehalten, zusätzlich haben wir kürzlich mit Bayern2 Zündfunk über den neuen Dienst gesprochen. Das Interview gibt es hier:

Dem deutschen Büchermarkt geht es prächtig. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurde ein Umsatzwachstum von 2,2 Prozent erzielt, allein im Sommermonat Juni konnten die Verlage hier ein Plus von 6,8 Prozent (!) verzeichnen. Ein stattliches Ergebnis mitten im Jammertal der Wirtschaftskrise, das in dieser Größenordnung nur wenigen Branchen vergönnt ist. Auf der Frankfurter Buchmesse 2009 knallten jedenfalls die Champagnerkorken, wohingegen das IT-Volk auf der CeBIT damit bemüht war, im Rahmes eines gigantischen Motivationsseminars die Mitglieder verzweifelt auf bessere Zeiten einzuschwören.
Das zeigt: Papier ist nicht out, der Geruch von Druckerschwärze, schöne Lesezeichen, Taschenbücher zum Mitnehmen – all das hat die Jahrtausendwende völlig unbeschadet überstanden. Der Kreis der Offline-Leser wächst stetig weiter, eine Entwicklung, die wohl so niemand vermutet hätte. Darin ist auch das Selbstbewusstsein der Bücherverlage begründet. Ein Umsatteln auf E-Books? Kann man machen – muss man aber nicht, lautet das Motto von Belletristik und Sachbuch. In einer selbst initiierten Studie von Oktober tastete sich der Börsenverein des Deutschen Buchhandels eher neugierig als getrieben an das Thema Electronic Publishing heran: “Wir wollten wissen, wie nachhaltig die aktuelle E-Book-Welle ist”, heißt es da. Das Fazit fiel mit der Aussage “E-Books: Umsatzzwerge mit Wachstumspotenzial” eher nüchtern aus.
Wenn von E-Books oder ihren Readern die Rede ist, wird häufig zunächst an “Harry Potter” und den Kindle gedacht, auch beim Publikum hält sich da die Begeisterung in Grenzen. Verständlicherweise. Mehr als ein Buch gleichzeitig kann niemand lesen, warum also ein elektronisches Gadget mit tausend Titeln einstecken, wenn ich doch Literatur gestochen scharf, batterieunabhängig und mit unvergleichlicher Haptik völlig komplikationslos genießen kann. Um es kurz zu machen: Ob E-Books in naher Zukunft auch im klassischen Buchverlagswesen ein Erfolg werden, ist eine eher zweitrangige Frage. Eine dringende Abhängigkeit besteht jedenfalls nicht. Weiterlesen

Basic Thinking macht sich. Nachdem die Intergenia AG seit nunmehr sieben Monaten neuer Hausherr des Blog ist, war es Zeit für eine erste Longterm-Einschätzung der Lage. Es ist kein Geheimnis, dass Basic Thinking im Juni die Chartspitze der meistverlinken Blogs in Deutschland einbüßen musste: Ich habe an anderer Stelle bereits über die Hintergründe der aktuellen Entwicklung in den Charts geschrieben. Ausschlaggebend ist zum einen die Rolle von Twitter als Plattform, die mit rasantem Steigerungstempo derzeit die häufigsten Linkvorschläge einkassiert. Nichts, wovor man Angst haben müsste. Auf der anderen Seite spielt das heute herrschende politische Klima eine Rolle: Internet-Politik als parlamentarisches Genre hat wie nie zuvor an Bedeutung gewonnen. Die Diskussion um Netzsperren, Vorratsdatenspeicherung und den Bundes-Trojaner hat das Gewicht auf die politischen Blogs (Netzpolitik.org, Law Blog usw.) verlagert und so geknickt man über den Verlust des angestammten ersten Platzes sein kann, genauso froh sollte man sein, dass Blogs endlich den Sprung in das politische Tagesgeschäft geschafft haben.
Doch zurück zu unserer Bilanz. Denn noch vor der Häufigkeit der Verlinkung ist eigentlich die Zahl der Leserbesuche das Kriterium für die Bewertung. Und auf diesem Gebiet konnte Basic Thinking überzeugend punkten. Den größten Leseransturm konnte unser Vorgänger Basic im Juli 2008 verzeichnen: 217.675 Unique Visitors verursachten 315.961 Page Impressions. Nun, ein gutes Jahr später, sind wir bei erfreulichen 307.808 Unique Visitors angelangt. Die Page Impressions liegen bei 411.611.
Wir haben die aktuellen Zahlen der Redaktion von Meedia vorgelegt und um ein Statement gebeten, das ab sofort nachgelesen kann. Auch wenn der Titel des Artikels (“Basic Thinking ohne Basic erfolgreicher“) etwas hoch gegriffen erscheint, konnten wir doch zeigen, dass ein Blog – ohne seinen ursprünglichen Besitzer – durchaus funktionieren kann.

Der Post zur Vodafone-Kampagne auf Basic Thinking (siehe auch hier) hat hohe Wellen geschlagen: Ich habe keine Ahnung, warum sich nun die Medien ausschließlich auf uns stürzen – was ich weiß, ist dass die anderen Damen und Herren der Blogcharts-Spitze auffällig häufig Ads eines britischen Telcos ausliefern. Dennoch bin ich dankbar und vor allem positiv überrascht, dass plötzlich die Netzwelt auch ein Stück in den Nachrichten-Mainstream hineingetragen wird. Eine ähnliche Entwicklung hätte ich mir bei der Debatte um Netzsperren gewünscht.
Bislang habe ich Interviews mit EgoFM, 1Live und Fritz Radio geführt. Bis ich die Mitschnitte zusammen habe, könnt ihr das Gespräch mit Marcus Richter von Fritz hier nachhören (ab 9:50 min / 19:00 min):
Von 1Live habe ich leider nur den zweiten Teil mit der netten Annette erwischt, den es als hier als MP3 gibt. Sorry, ich war unterwegs – dennoch sehr hörenswert! Für Mittwoch hat sich das ZDF Nachtjournal angekündigt, mal sehen, wie das wird…
Update:
…wie das wird? Nach Sascha Lobo und Vodafone kamen endlich wir dran: Hier der Link zum ZDF-Interview.













