Ich habe mal ein Video aus der Geschichte gemacht. ;)

Mein Büro bei der ZBW befindet sich direkt an der Binnenalster. Also gehe ich werktags fast täglich an der schwarzen Verkleidung vorbei, hinter der derzeit der neue Apple Store zusammengezimmert wird. Dass der Konzern dort eine Zweigstelle aufmachen wird, dürfte nicht länger bezweifelt werden: Wie mir mittgeteilt wurde, sucht Apple zur Zeit flotte Verkäufer (siehe auch Stellenbeschreibungen). Ebenfalls wurde mir mitgeteilt, dass die Schlange der Bewerber immer länger wird.
Als ich vorgestern an dem Gebäude direkt neben dem Alsterhaus vorbeilief, staunte ich nicht schlecht, da plötzlich ein großes, leuchtendes Windows-Logo auf dem Bausichtschutz prangte (siehe Twitpic).
Was zunächst nach einem klassischen Geek-Fight aussieht, scheint sich am Ende gar als urbanes Kunstprojekt zu entpuppen. Mittlerweile ist ein Video aufgetaucht, das zeigt, wie das Logo mitten im Feindgebiet angebracht wurde. Das Video ist mit einem Datum markiert (siehe Säule links: 3.6) und kann damit also nur wenige Stunden vor meinem Foto aufgenommen worden sein: Weiterlesen
Der Blog-Post, den ich vor einigen Tagen über Twitter-Bücher geschrieben habe, ist gut angekommen. Offenbar ist das Interesse der Community groß, nach der digitalen Revolution endlich wieder Papier und Druckerschwärze zwischen den Fingern zu fühlen. Aufgrund des Beitrags hat sich einer der Gründer von Twournal, Avaz Mano, bei mir gemeldet und mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, noch einmal auf das Start-Up hinzuweisen. Twournal hat gerade seine geschlossene Betaphase (es waren rund 1.000 Tester) hinter sich und steht ab Mittwoch ausnahmslos allen Interessierten zur Verfügung. “Dann muss dafür aber auch ein Gutschein für die Leser herausspringen”, sagte ich und ich habe ihn postwendend bekommen.
Über den Dienst lassen sich Tweets in Buchform zu veröffentlichen: Pro Exemplar können 3.200 Tweets gedruckt werden, ebenso ist möglich, seine geposteten TwitPics (gegen Aufpreis) in Schwarzweiß oder Farbe mit aufnehmen zu lassen. Alternativ lässt sich ein kostenloses, rund 360 Seiten schweres PDF zum Mitnehmen generieren. Pro “Twournal” berechnet das Unternehmen um die 35 US-Dollar, hinzu kommt das Porto, das derzeit bei rund sieben Dollar liegt. Die Druck- und Lieferzeit beträgt fünf bis 15 Tage. Wer mag, kann sein Twitter-Buch auch im integrierten Shop anbieten und bei erfolgreichem Verkauf sein Honorar einstreichen. Das Ganze sieht dann in etwa so aus: Weiterlesen
What the…? Wenn man früher in den Urlaub fuhr, besuchten die Eltern noch kurz vorher die Nachbarn, um sie darum zu bitten, morgens die Rollläden zu öffnen und abends zu schließen: “Das hält die bösen Buben fern”, so das Motto. Ab heute weiß ich aber, dass Rollläden völlig Old-School sind. Gerade kam eine Pressemitteilung herein in der ein neuer Einbrecher-Repellent vorgestellt wird: FakeTV! Hersteller des Teils ist das US-Unternehmen Hydreon, das die Idee von einem privaten Tüftler namens Blaine Readler geklaut übernommen hat und nun weltweit vertreibt. Lassen wir zunächst einmal Readler zu Wort kommen, ehe wir uns FakeTV genauer anschauen:
Meine Frau und ich wollten eines Abends ausgehen. Ich beschloss, den Fernseher laufen zu lassen, sodass es aussah, als wenn noch jemand zu Hause wäre. Ich sagte noch, dass es eine Schande wäre, den Strom so zu verschwenden, wenn die Einbrecher noch nicht einmal das Bild sehen könnten, sondern nur die Reflektion von der Wand. An diesem Abend kamen meine Gedanken immer wieder zu diesem Thema zurück. Es musste doch einen billigeren Weg geben, einen Fernseher zu simulieren, wenn man von draußen hineinschaut.
Ah, die liebe bibliophile Nostalgie! Das Blättern von Seiten, der Geruch von Druckerschwärze, schöne Lesezeichen und die ständige Frage: “Wo habe ich es nur hingelegt?” Richard Gutjahr hat diese Woche sein Twitter-Buch erhalten, ein Hardcover, welches das vergangene Jahr in rund 6.000 seiner Tweets Revue passieren lässt. Die Idee ist nicht neu – doch wenn man das Büchlein so vor sich liegen sieht, lässt sich eine gewisse Begeisterung nur schwer zurückhalten.
Man kann sich die Frage stellen, wie viel Sinn es macht, das Echtzeitnetz auf das ehrsame Weiß von Papier zu bannen, zumal wenn es sich um Tweets von Journalisten wie uns handelt, die hauptsächlich mit Links auf interessante Seiten um sich werfen. Doch hin und wieder gibt es auch private Momente und wie kommt man wieder an diese ran? Die Twitter-Suche reicht in der Praxis maximal zwei, vielleicht drei Tage zurück, alle übrigen Tweets scheinen unweigerlich verloren; sofern man nicht auf externe Dienste zurückgreift, die über die API das große Twitter-Archiv anzapfen. Oder man bestellt sich eben ein Buch seiner Tweets.
Weil mich das Thema neugierig machte, habe ich mich auf die Suche nach Start-Up-Verlagen gemacht, die darauf spezialisiert sind, die 140-Zeichen-Bücher anzubieten und ich habe eine ganze Reihe interessanter Projekte gefunden, die sich nicht nur im Aussehen, sondern auch im Preis unterscheiden. Weiterlesen

Man glaubt es kaum, aber die virtuelle Schmeichelei erlebt wirklich einen echten Boom! Schon in der Vergangenheit bekam ich immer häufiger Anfragen, ob ich nicht auf Dienst X oder Y hinweisen würde, habe mich aber davor gescheut – weil es einfach zu bescheuert klingt. Doch da die Amerikaner (wieder einmal) ein erfolgreiches Geschäftsmodell daraus gemacht haben, komme ich jetzt nicht mehr daran vorbei.
Schaut mal bei bitte hevert-lobhudelei.de herein. Hevert ist ein Arzneimittelhersteller, der sich auf Naturpräparate spezialisiert hat und nun auch menschliche Wärme via Web verbreiten will. Der neue Dienst (vom Marketingbudget finanziert), erlaubt es Nutzern, individualisierte Lob-Botschaften zu versenden.
Dazu wählen wir sowohl den Empfänger- als auch den Versender-Namen aus, fügen noch die Mail-Adresse des zu umschmeichelnden Menschen hinzu – fertig. Ein professioneller Sprecher sülzt daraufhin mit sonorer Stimme Komplimente in das Mikrofon, das die Schwarte kracht: “…wie du mit deinen grazilen Fingern die Maus bewegst, ich beneide jede Taste, die…” und “Ganz Deutschland ist der Ansicht, dass du die Beste bist!” Ein Gag, vielleicht sogar ein lustiger, der garantiert oft zwischen Bürorechnern hin- und hergeschossen werden wird. Doch es bleibt ein Gag mit fein verbrämter Werbebotschaft. Weiterlesen

“This too shall pass” von OK Go war ein Glanzstück des viralen Marketings. Bereits einem Tag nach der Netzpremiere hatte das Video zum Song rund 900.000 Zuschauer, sechs Millionen Views waren es innerhalb der ersten sechs Tage, 125 Millionen sind es bis heute – immerhin hatte bis dato wohl niemand eine so gute Rube-Goldberg-Maschine im Live-Betrieb gesehen.
Im Januar hatte Bandleader Damian Kulash Mashable ein Interview gegeben, in dem er erläutert, wie gut gemachte Musik-Clips dabei helfen, Songs zu verkaufen und die Band-Karriere anzukurbeln. Hintergründe zum Bruch mit EMI und dem Gründen des eigenen Lables gibt es zudem bei LA Weekly. Der Erfolg der Gruppe hat kürzlich auch die Wirtschaft auf den Plan gerufen. So hat OK Go vor wenigen Tagen einen Vertrag bei Samsung unterschrieben, um ein wenig Werbung für die neue Kamera NX100 zu machen. Weiterlesen

Auf der ganzen Welt gibt es nur zwei Leute, die nur an einem einzigen Tag im Jahr früh morgens aufstehen, sich fertig machen und zur Arbeit gehen müssen: den Weihnachtsmann – und “Phil”. An jedem zweiten Februar, zu Lichtmess, wird das wohl berühmteste Waldmurmeltier von den Einwohnern des kleinen Städtchens Punxsutawney geweckt und zum Appell gebeten, um sein Statement zum Fortdauern des Winters abzugeben. Seit dem 2. Februar 1887 findet dieses Schauspiel schon statt, ausgehend von einer Beobachtung, die ein ansässiger Ladenbesitzer rund vierzig Jahre zuvor gemacht hatte. James Morris schrieb seinerzeit in sein Tagebuch:
Letzten Dienstag, den 2. Februar, war Lichtmess, der Tag, wo das Waldmurmeltier verstohlen aus seinem Winterquartier hervorlugt. Wenn es seinen Schatten sieht, verschwindet es in seiner Höhle wieder für die nächsten sechs Wochen um zu schlafen. Doch ist der Tag bewölkt, bleibt es draußen, da das Wetter gemäßigt sein wird.
Und so ist es bis heute geblieben. In den vergangenen 119 Jahren sah Phil 96 Mal seinen Schatten – ziemlich lange Winter sind damit vorprogrammiert. Die letzte Ausnahme bildete 2008, als er schattenlos unter einer dichten Wolkendecke umherkrabbelte. Laut den Organisatoren des Groundhog-Day legt Phil mit seinen Prognosen eine mindestens 90-prozentige Akkuratesse an den Tag – lediglich die Meteorologen widersprechen und sagen, dass seine Vorhersagen allein in rund 37 Prozent aller Fälle auch zutreffen. Diese Besserwisser! Weiterlesen
Jonathan Coulton schrieb den Song im Winter 2004. Zuvor hatte ihn ein Freund gebeten, ein Lied zu komponieren und texten, das ein “futuristisches Flair” hat. Anstatt Weihnachtskarten verschickte der junge Mann in diesem Jahr Audio-CDs an Verwandte und Freunde. Später wanderte “Chiron Beta Prime” in die “A Thing a Week“-Sammlung. Coulton hatte seinen Job geschmissen (er war Programmierer), um als Geek-Rocker ohne Label und nur mit Hilfe des Internets Karriere zu machen. Er stellte sich selbst die Aufgabe, ein Jahr lang jede Woche je einen Song zu schreiben und ihn dann als Podcast zu veröffentlichen.
Vor wenigen Monaten brachte Coulton sein erstes offizielles Album heraus: “Best. Concert. Ever.” Dabei handelt es sich um den Live-Mitschnitt eines Konzerts, das er in der Great American Music Hall gegeben hatte. Ein Auftritt dort bedeutet die Feuertaufe für jeden US-Künstler. Das CD/DVD-Bundle fand reißenden Absatz, nicht zuletzt, weil Coulton seinen eigenen Song “Still Alive” als Karaoke-Version beim Konsolenspiel Rock Band zum Besten gab. An der Plastik-Gitarre begleitete das intelligente Netz-Starlet Veronica Belmont (hier auch ein gastronomisches Portrait).
Im Folgenden nun “Merry Christmas from Chiron Beta Prime”. Es ist der gesungene Weihnachtsgruß der Familie Anderson, die von Außerirdischen auf einen Asteroiden entführt wurde und dort Steine kloppen muss. Einen völlig legalen Download-Link für die MP3-Datei gibt es ebenfalls. Coulton spielte sämtliche Instrumente selbst ein. Das Vimeo-Video stammt wiederum von einem völlig durchgeknallten Amerikaner, der sich keine Sorgen um seine Stromrechnung macht. Frohe Weihnachten euch allen! :) Weiterlesen

Yeah, Kraken! Es ist Zeit, dass endlich einmal jemand aufsteht, um Seeungeheuer zu rehabilitieren. Die Diffamierungskampagne gegen den Octopus (Octopus vulgaris) geht schon viel zu lange. Mittlerweile ist er von der Kryptozoologie in die Enzyklopädien geschwommen; wir wissen, was er so macht, wenn er einige Kilometer unter der Meeresoberfläche schmatzend am Grund kauert. Deshalb besteht der Kickoff zur Image-Rettung der Octopoden auch aus einem Donnerschlag des Wissens. Nämlich den
Zehn Eigenschaften, die den Octopus cool machen:
- Der Krake (umgangssprachlich mit grammatikalisch weiblichen Geschlecht) hat seinen Namen aus dem Skandinavischen. Er bedeutet soviel wie “entwurzelter Baum”.
- Er ist mit acht Armen – nicht “Tentakeln” – ausgestattet
(einer davon dient den Männchen der Fortpflanzung). - Er hat blaues Blut.
- Er kann eine Spannweite von bis zu zehn Metern erreichen.
- Er zählt zu den schlauesten Meerestieren. Seine Intelligenz reicht an die von Ratten heran.
- Er besitzt drei Herzen.
- Er denkt mit neun Gehirnen (eines für jeden Arm und das Haupthirn).
- Er ist zum sekundenschnellen Farbwechsel fähig.
- Er hat einen evolutionsbiologischen logischen Augenaufbau: die Netzhaut ist vorne.
- Er kann giftig sein.
Octopoden haben nur ein Problem: Sie sind potthässlich. Kopffüßler hatten in der Welt noch nie einen einfachen Stand, während des Mittelalters wurden sie als Salzwassermonster lanciert, die mit gigantischen Armen Schiffe zerbrechen und Matrosen zum Grund des Meeres reißen. Der Octopus ist daran aber unschuldig, das waren die furchtbaren Tiefseekalmare, die zwar um Längen größer – aber auch dümmer sind. Weiterlesen
Vor einigen Tagen haben die Gadget-Beobachter von Gizmodo eine neue Reihe aus dem Boden gestampft. Ihr Name: “Die sieben Arten von Mitarbeitern, denen man bei Best Buy begegnen kann“. Wie bestimmt alle wissen, ist Best Buy in den USA eine Art Mediamarkt – ich nehme noch Saturn (was dasselbe wie Mediamarkt ist) und ProMarkt in den Vergleich mit auf, denn was die Gizmodo-Leute da schreiben, wirkt frappant wie aus dem echten Leben gegriffen. Ein Beispiel? Gern:
Typ 6: Der traurige Abteilungsleiter
Dieser Typ ist aufs College gegangen, dann aber nach dem Abschluss zurück zu seinen Eltern gezogen, um Geld zu sparen. Am Ende landete er bei Best Buy, wo er arbeitete, “um sich über einige Dinge klar zu werden”. Nun ist das zehn Jahre her und er lebt noch immer in der Stadt, in der er geboren wurde. Ihm fallen die Haare aus, er hat 15 Pfund zugenommen und er ist heute der Leiter der Digitalkamera-Abteilung. Er leistet gute Arbeit, aber wenn man länger als fünf Minuten mit ihm redet, macht es dich einfach nur verdammt traurig.
Außer dem Abteilungsleiter hat Gizmodo auch den Autoradioverkäufer, das “beinahe süße” Kundenservice-Mädchen, den bärigen Alten aus der Home Theater-Abteilung, den pickeligen Computerspezialisten, den karrieristischen Manager und den bulligen Security-Mitarbeiter (“…entweder ein Ex-Häftling oder Ex-Cop…”) im Programm. Weiterlesen
Für die Noobs: ROFL, FTW, PWNAGE, FLAME WAR, XKCD, TROLL und NOOB.
CollegeHumor beschloss Anfang März ein Bild zu posten, das zu einer längeren Diskussion unter den Kommentatoren führte. Kurze Zeit später wurde der Streit auf anderen Plattformen fortgesetzt; genügend Content für die Redaktion also, um einen Videoclip daraus zu machen. Crowd-Sourcing der Trolls rulez!













