How-To

Apples neues Social Music-Network: Was pingt mir das?

Posted in How-To, Musik, Netznews on September 2nd, 2010 by André – Be the first to comment

“It’s like Facebook and Twitter meet iTunes”, hatte Steve Jobs auf der Keynote gesagt. Auf dem Tagesplan stand die Präsentation neuer Musikutensilien für Käufer und Nutzer und Apple dürfte mit dem Line-Up (neue iPods, die Miet-Box AppleTV) die Community nicht enttäuscht haben. Das spannendste Projekt jedoch, das sich Cupertino wohl in den vergangenen Monaten ausgedacht hat, lautet nun also “Ping“.

Ping ist ein soziales Netzwerk, das fest in iTunes 10 verankert ist und in erster Linie der Entdeckung neuer Musik dienen soll. Damit hat sich Apple tatsächlich an den etablierten Marktplätzen Facebook und Twitter vorbeigeschlichen, um jedoch umso imposanter dem schwächelnden Netzwerk MySpace den Fehdehandschuh ins Gesicht zu knallen. Der News Corp.-Ableger kämpft seit Jahren gegen schwindende Nutzerzahlen an, derzeit misst der weltweite Mitgliederstamm rund 110 Millionen; eine Loyalität, die sich MySpace in sieben (!) Jahren erkämpfen musste. Ping steigt mit insgesamt 160 Millionen potentiellen Nutzern in den Ring – jeder von ihnen benutzt heute iTunes, jeder von ihnen hat auch seine Kreditkartendaten hinterlegt. Der für den Herbst angekündigte Relaunch von MySpace ist ein schwacher und viel zu spät angekündigter Entschluss: News Corp. dürfte von dem plötzlichen Ping-Launch völlig aufgeschreckt worden sein. read more »

Nachruf auf das gestylte Viral-Video

Posted in How-To, Netznews on November 18th, 2009 by André – 1 Comment

Ich bin ein großer Daisy Whitney-Fan, wer die Dame noch nicht kennt, sollte sich schleunigst ihren Videocast “New Media Minute” (iTunes) abonnieren. Wie man es einem Kind erklären würde, verklickert Daisy großen Unternehmen die Zusammenhänge und Entwicklungen im Netz, beleuchtet neue Trends und gibt praktische Tipps für erste Schritte in das Social Web. Noch sympathischer wird das Ganze dadurch, dass ihr Mann für das wackelige Kamerabild zuständig ist.

Diese Woche hatte sie Kevin Nalty zu Gast in ihrer kleinen Sendung. Nalty ist Video-Strategist und populärer YouTuber, der das Marken-Management von Firmen wie Coca-Cola, Starbucks oder Microsoft begleitet hat. Im Video oben spricht er einen ziemlich wichtigen Aspekt beinahe in einem Nebensatz an: Viral Videos befinden sich auf dem absteigenden Ast. Tatsächlich haben wir alle so viele verrückte Leute, fliegende Elefanten oder Kamera-Zaubertricks gesehen, dass wir es uns heute zwei Mal überlegen, ein solches Video einem Kollegen weiter zu empfehlen. Im besten Fall sagt dieser “Aha!”, bevor er es dann wegklickt, wahrscheinlicher ist es aber, dass der Clip ungesehen bleibt und wir im Betreff der Antwort-Mail ein müdes “Fake” finden.

Der Markt an Virals ist gesättigt, Marketing-Abteilungen haben massenweise auf dasselbe Pferd gesetzt und auf den Buzz im Publikum gehofft. Clips wurden immer aufwändiger und damit vor allem teurer produziert. Der Zuschauer ist mittlerweile abgestumpft. “Ich sehe absolut keinen Zusammenhang zwischen Produktionskosten und den damit erzielten Views”, so Nalty. Das stimmt. Viele Virals wirken heutzutage dermaßen künstlich und überproduziert, dass sie die Lust am Anschauen rauben. Back to the roots, lautet daher der Vorschlag. YouTube ist ein Medium, das seinen Erfolg grieseligen Heimvideos verdankt. Die Plattform ist eine Schülerzeitung – kein Hochglanzmagazin. Unternehmen sollten das bei ihrer nächsten Netzvideo-Kampagne berücksichtigen und vorher Unterricht bei all den Underground-Stars nehmen, die es bei YouTube und Co. auf Millionen Klicks gebracht haben.

What the F**k is Social Media (2.0)

Posted in How-To, Netznews on August 12th, 2009 by André – 1 Comment

Hier sind weitere Dokumente von Marta Kagan. Die erste Präsentation zum Thema wurde vor einem Jahr gehalten.

Drei Wege, um mit Twitter Geld zu machen. Teil 3: Background-Sponsoring

Posted in How-To, Netznews on Mai 24th, 2009 by André – Be the first to comment

Kommen wir – nach den bezahlten Werbe-Tweets und den Paid Content-Lösungen – zum nächsten Kapitel: Background-Sponsoring. Zum Profil eines jeden Twitter-Mitglieds gehört sein Name, die Tweets – und der Hintergrund der jeweiligen Seite. Oft wird dem Wallpaper nicht allzu viel Beachtung geschenkt, Twitter räumten den Nutzern über ☛ Settings ☛ Design eine rudimentäre Gestaltungsmöglichkeit ein: Eine Auswahl von zwölf Themes wird für die optische Individualisierung des Profils bereitgestellt, wobei nicht wenige mit dem Standard vorlieb nehmen und ihre Tweets auf einem jadefarbenen Himmel mit kontrastarmen Wolken posten. Kurzum: hier wird Potential verspielt.

In Deutschland waren es die Betreiber der Kölner Onlinemarketing-Messe dmexco, die erstmals die unterbewertete Werbefläche in Angriff nahmen. Dazu ein Auszug aus der Pressemitteilung vom Anfang Mai:

Getwittert wird bei der dmexco bereits seit November 2008. Im April nutzte die Kongressmesse den Micro-Blogging-Dienst für zwei bisher einzigartige Werbeaktionen. So wurde der Anmeldeschluss für Aussteller auf dem Twitteraccount des Mediendienstes turi2 beworben. Außerdem fanden sich innerhalb von zwei Tagen 15 Digital Professionals als Affiliate-Partner, die im April ihr Twitter-Hintergrundbild mit einem Banner oder dem offiziellen dmexco-Foto versehen hatten.

Branding (s. Abbildung) lautet das Stichwort. Dmexco zahlte jedem dieser 15 Twitterer für den Monat je 100 Euro – kein Vermögen, aber immerhin ein schönes Zubrot. Ich bin während dieser Zeit über drei Profile gestolpert, die mit dmexco-Tantiemen versorgt wurden, so dass sich sagen lässt, dass tatsächlich in erster Linie Multiplikatoren mit einer hohen Themenaffinität und Follower-Zahl einkassiert wurden. read more »

Drei Wege, um mit Twitter Geld zu machen. Teil 2: Paid Content

Posted in Allgemeines, How-To on Mai 17th, 2009 by André – 1 Comment

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Nachdem wir in der vergangenen Woche über bezahlte Werbe-Tweets gesprochen haben, ist nun der Paid Content dran. Heute hat das Schlagwort einen bitteren Nachgeschmack, denn große wie kleine News-Publisher haben sich in der Vergangenheit am Thema Bezahlinhalte schon öfters die Finger verbrannt. Das Problem ist die mangelnde Kundenakzeptanz. Während in anderen Bereichen, beispielweise im digitalen Musikvertrieb, Paid Services langsam aufholen, bleibt die Netzleserschaft auf dem Standpunkt stehen, dass Zeitungs- und Magazinberichte weiterhin kostenlos verfügbar sein müssen – ein Umstand, an dem die Verleger nicht unschuldig sind.

Lange Zeit wurden Portale über Werbung refinanziert, Advertiser sind jedoch nur aufgesprungen, wenn relevante Zugriffszahlen vorgelegt werden konnten. Deshalb überließen die Publisher den Nutzern ein kostenloses Angebot. Im Rahmen der Wirtschaftskrise brechen nun die Investitionen der Werber ein – die Folge: Die Verlage bleiben mit teurem Traffic und einem verwöhnten Publikum zurück. Zaghafte Versuche, Inhalte fernab der Werbung doch noch zu monetarisieren, bestanden in der Vergangenheit hauptsächlich aus kostenpflichtigen Zugängen zu Archiven. Über die Umsätze lässt sich nur spekulieren, doch ich schätze, dass getrost davon ausgegangen werden kann, dass sie marginal sind. Zeitungsarchive sind – wenn überhaupt – alleine für den akademischen Sektor interessant. Und das für das Protokoll: Der Grund, weshalb heute der digitale Musikvertrieb langsam Fahrt aufnimmt, hat weniger etwas mit einem einräumenden Gesinnungswandel der Nutzer zu tun, als mit der Urheberrechtsnovelle und den Anstrengungen der GVU. read more »

Drei Wege, um mit Twitter Geld zu machen. Teil 1: Bezahlte Werbe-Tweets

Posted in How-To, Netznews on Mai 9th, 2009 by André – 2 Comments

Als turi2 im April in Deutschland den Anfang machte, war die Empörung groß: 250 Euro für einen Ad-Tweet, hieß das Angebot an die Advertiser. Rund 3.000 Follower hatte der Branchendienst zu diesem Zeitpunkt gesammelt. Bertelsmann biss als erstes an und ließ turi2 eine euphemistische Kurzinterpretation der Bilanzzahlen 2008 über den Äther schicken. Weitere, ähnliche Aktionen folgten. Das Ergebnis?

Der Link zu Bertelsmann bei der Bilanz-PK wurde binnen weniger Stunden über 190 mal geklickt, die ausgeschriebene Professur der Folkwang Hochschule und das Berlin-Scheckheft über 150 mal.

Zieht man in Betracht, dass die durchschnittliche Lebenserwartung eines Tweets bei etwa fünfzehn Minuten liegt (eine bereits weniger konservative Annahme), kann also getrost davon ausgegangen werden, dass es sich bei den genannten Zahlen um eine abschließende Klick-Bilanz handelt: 1,30 Euro pro Klick – ein teures Vergnügen. Dabei war Bertelsmann als erster großer Twitter-Werber bereits Profiteur eines gesteigerten Medieninteresses. Außerdem: Ob sich Peter Turi – abgesehen von den 250 Euro – mit der Schaltung der Anzeige einen Gefallen getan hat, ist fragwürdig angesichts des kleinen Image-Erdbebens, das dadurch in der Twitter- und Blogosphäre ausgelöst wurde. Überraschenderweise blieben die Follower-Zahlen annähernd stabil. Heute sind Twitter-Anzeigen (110 Zeichen + Link) ein fester Bestandteil im Werbeangebot des Dienstes.

Doch man muss keine etablierte Mediengröße im Netz sein, um als Publisher auf Twitter bezahlte Werbung unter das Volk zu bringen. Bereits im Oktober 2008 hatte Mashable das Berliner Vermarkter-Startup “Magpie” vorgestellt, passenderweise ist dies auch der englische Name der Elster. Das Angebot für Twitterer besteht darin, ohne eigenes Zutun Werbe-Tweets im Strom der Postings auftauchen zu lassen; entweder nach jedem Tweet, nach jedem fünften, hunderten usw. Die Frequenz der Auslieferung kann der Twitter-Nutzer selbst bestimmen. read more »

Twitter für Anfänger

Posted in How-To, Netznews on Mai 3rd, 2009 by André – Be the first to comment

twitterEs gibt bereits einige Leitfäden für die Nutzung von Twitter im Netz, jedoch habe ich nur wenige gefunden, die Einsteigern den Anfang wirklich einfach machen. Diese Anleitung soll das nötige Wissen in kürzester Zeit vermitteln, so dass Nutzer innerhalb von wenigen Minuten mit ihren ersten Tweets loslegen können. Also, los geht’s.

Ich kenne Twitter nicht. Schlimm?

Twitter ist ein Phänomen, das nicht leicht zu packen ist: Auf der einen Seite kann der Dienst mit dem kleinen Vogel ein immenses Wachstum weltweit vorlegen, auf der anderen Seite stöhnt daraufin angesprochen die Mehrzahl der Internetnutzer und zeigt Unverständnis bis verständliches Desinteresse. Die deutsche Jugend, sonst eigentlich fix in der Assimilation neuer Web 2.0-Plattformen, lässt Twitter jedenfalls links liegen. Nach einer Studie im April 2009 kennen 90 Prozent der zwischen Elf- und Einundzwanzigjährigen den Dienst nicht einmal. Lediglich ein Prozent gab an, Twitter tatsächlich zu nutzen.

Wofür braucht man Twitter?

Ursprünglich war Twitter als Service für private Tagesprotokolle gedacht, mittlerweile hat der Dienst aber eine eigene Dynamik entwickelt, die weit über diesen Anspruch hinausgeht. Heute dient Twitter der Proklamation, der Information und der Kommunikation. Dazu Andrew Keen im “Spiegel”-Interview:

Künstler, Journalisten, Musiker und Autoren der alten Schule haben keine Chance mehr. Wer überleben will, muss permanent an seinem Internet-Image feilen, seine eigene Ich-Tag aufbauen. Das Microblogging Twitter ist ein gutes Beispiel dafür. Hier ist eine neue Elite im Begriff zu entstehen.

So sind es vor allem Selbständige, die von Twitter profitieren können: Richtig angewendet, kann Twitter gleichzeitig Network, Marketingplattform und Auftragsbörse sein. In einem späteren Post werde ich darauf noch einmal genauer eingehen. read more »