Keynote im Live-Stream: Apple präsentiert den PI-Killer für Blogger
Posted in Journalismus, Netznews on September 1st, 2010 by André – Be the first to comment
Die Pressekonferenz am 7. Juni war für Apple-Verhältnisse eine einzige Katastrophe. Jobs hatte Schweißperlen auf der Stirn, als plötzlich Hunderte WLAN-Signale die Funkverbindung für das Herzstück der Präsentation störten. Journalisten und Blogger hatten kurzerhand ihre UMTS-Verbindungen in Hotspots umgewandelt und damit die Kanäle verstopft: für das iPhone 4 gab es vorerst nur eine Offline-Demo. Ein solcher Fauxpas ist nach Konzernpolitik eigentlich unverzeihlich und auch Grund für Apples vergangene Entscheidungen, Keynotes niemals live zu streamen. Das soll sich heute erstmals ändern.
Apple hat angekündigt, ab 19 Uhr unserer Zeit auf http://www.apple.com einen visuellen Live-Einblick in die anstehende Präsentation im Yerba Buena Center zu geben. Auf dem Programm stehen Ankündigungen aus dem Cupertino-Musikbusiness, in dem seit der Übernahme von Streaming-Dienst Lala mit einem Rollout gerechnet wird. Der Haken: Das Live-Video wird nur auf Apple-Geräten empfangbar sein.
Apple schlägt damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Erstes werden offensichtlich die Hausprodukte weiter gepusht. Noch enttäuschter dürften aber die Blogger und Magazine über den Entschluss sein. Da Apple bislang die Öffentlichkeit aus derartigen Veranstaltungen ausgeklammert hatte, boomte an solchen Abenden die Institution Live-Ticker. Für Seiten wie TechCrunch, Mashable, Engadget war die journalistische Begleitung von Keynotes jedes Mal wie ein Weihnachtsfest, bei dem die Page Impressions in die Höhe kletterten und Verlinkungen im Sekundentakt zunahmen. Damit wird erst einmal Schluss sein. read more »


Ich habe die Existenz sogenannter Coming of Age-Geschichten noch nie verstanden. Die Kaufmotivation der Leser speist sich bei Erwachsenen wohl daraus, dass sie sich nicht trauen, die Kinderzimmertür von außen zu öffnen, aus Angst jemanden zu begegnen, den sie nicht kennen. Jugendliche greifen zum Skandal-Buch, weil sie Angst davor haben, die Tür von innen zu öffnen und sich lieber Geschichten ausmalen, wie die Welt da draußen, die sie vom Fernseher und den Magazinen her kennen, wohl aussieht. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Benjamin Lebert zeigte Ende der Neunziger, dass sich derlei Lektüre hervorragend verkaufen lässt. Und als nun Frau Roche ihre smegmatriefende Nonsense-Story “Feuchtgebiete” veröffentlichte und von der anderen Seite Heinz Strunk mit seinem “Fleckenteufel” auf den Zug aufsprang, war schnell klar, dass die Marschrichtung für die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts fest stand. 

