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Apples neues Social Music-Network: Was pingt mir das?

Posted in How-To, Musik, Netznews on September 2nd, 2010 by André – Be the first to comment

“It’s like Facebook and Twitter meet iTunes”, hatte Steve Jobs auf der Keynote gesagt. Auf dem Tagesplan stand die Präsentation neuer Musikutensilien für Käufer und Nutzer und Apple dürfte mit dem Line-Up (neue iPods, die Miet-Box AppleTV) die Community nicht enttäuscht haben. Das spannendste Projekt jedoch, das sich Cupertino wohl in den vergangenen Monaten ausgedacht hat, lautet nun also “Ping“.

Ping ist ein soziales Netzwerk, das fest in iTunes 10 verankert ist und in erster Linie der Entdeckung neuer Musik dienen soll. Damit hat sich Apple tatsächlich an den etablierten Marktplätzen Facebook und Twitter vorbeigeschlichen, um jedoch umso imposanter dem schwächelnden Netzwerk MySpace den Fehdehandschuh ins Gesicht zu knallen. Der News Corp.-Ableger kämpft seit Jahren gegen schwindende Nutzerzahlen an, derzeit misst der weltweite Mitgliederstamm rund 110 Millionen; eine Loyalität, die sich MySpace in sieben (!) Jahren erkämpfen musste. Ping steigt mit insgesamt 160 Millionen potentiellen Nutzern in den Ring – jeder von ihnen benutzt heute iTunes, jeder von ihnen hat auch seine Kreditkartendaten hinterlegt. Der für den Herbst angekündigte Relaunch von MySpace ist ein schwacher und viel zu spät angekündigter Entschluss: News Corp. dürfte von dem plötzlichen Ping-Launch völlig aufgeschreckt worden sein. read more »

Keynote im Live-Stream: Apple präsentiert den PI-Killer für Blogger

Posted in Journalismus, Netznews on September 1st, 2010 by André – Be the first to comment

Die Pressekonferenz am 7. Juni war für Apple-Verhältnisse eine einzige Katastrophe. Jobs hatte Schweißperlen auf der Stirn, als plötzlich Hunderte WLAN-Signale die Funkverbindung für das Herzstück der Präsentation störten. Journalisten und Blogger hatten kurzerhand ihre UMTS-Verbindungen in Hotspots umgewandelt und damit die Kanäle verstopft: für das iPhone 4 gab es vorerst nur eine Offline-Demo. Ein solcher Fauxpas ist nach Konzernpolitik eigentlich unverzeihlich und auch Grund für Apples vergangene Entscheidungen, Keynotes niemals live zu streamen. Das soll sich heute erstmals ändern.

Apple hat angekündigt, ab 19 Uhr unserer Zeit auf http://www.apple.com einen visuellen Live-Einblick in die anstehende Präsentation im Yerba Buena Center zu geben. Auf dem Programm stehen Ankündigungen aus dem Cupertino-Musikbusiness, in dem seit der Übernahme von Streaming-Dienst Lala mit einem Rollout gerechnet wird. Der Haken: Das Live-Video wird nur auf Apple-Geräten empfangbar sein.

Apple schlägt damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Erstes werden offensichtlich die Hausprodukte weiter gepusht. Noch enttäuschter dürften aber die Blogger und Magazine über den Entschluss sein. Da Apple bislang die Öffentlichkeit aus derartigen Veranstaltungen ausgeklammert hatte, boomte an solchen Abenden die Institution Live-Ticker. Für Seiten wie TechCrunch, Mashable, Engadget war die journalistische Begleitung von Keynotes jedes Mal wie ein Weihnachtsfest, bei dem die Page Impressions in die Höhe kletterten und Verlinkungen im Sekundentakt zunahmen. Damit wird erst einmal Schluss sein. read more »

Loveparade & naive Twitter-Nutzer: Wirrer Prügelkommentar zeigt Machtlosigkeit der etablierten Medien

Posted in Journalismus, Netznews on August 30th, 2010 by André – 3 Comments

Am Montagmorgen hat Lovapent-Chef Rainer Schaller eine neue Seite ins Netz gestellt, die in Originalbildern und -mitschnitten zeigen soll, was am 24. Juli bei der Loveparade tatsächlich passiert ist. Zweifelsohne ist der dort zu sehende “Dokumentarfilm” politisch gefärbt: Wie zu vermuten war, ist auch dieses angeblich objektive Zeugnis ein neuer Delinquenzantrag für die Polizei, die nach Meinung des Veranstalters auf allen Gebieten versagt hat. So leiht sich der Film unter anderem Autoritätsargumente bei der Feuerwehr, die an jenem Tage einige Maßnahmen aus “einsatztaktischer Sicht” als “sehr problematisch” bezeichnete und daher “dagegen” gewesen sei (PDF). Am 2. September wird Schaller bei Senioren-Talker Kerner im Privatfernsehen auftreten und vehement diese These bekräftigen.

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist zweifelsohne klug gewählt, da am kommenden Donnerstag das Verteidigungsbollwerk von Innenministerium und Polizei im NRW-Landtag aufgefahren wird. Bereits jetzt hat – ebenfalls wenig überraschend – NRWs Wachtmeister Nummer eins, Dieter Wehe, aufs Heftigste protestiert: “Seine (Schallers) Aussagen werden nicht besser, nur weil er sie wiederholt. Der Veranstalter hat die Polizei um Hilfe gebeten, weil sein Sicherheitskonzept zusammen gebrochen war. Er hatte zugesagt, die Eingangsschleusen zu schließen. Das ist nicht geschehen.” read more »

Sind Frauen die besseren Social Medians?

Posted in Netznews on August 10th, 2010 by André – 2 Comments

Die Behauptung hält sich hartnäckig seit Anbeginn des menschlichen Zusammenlebens: Frauen können gut reden, Männer gut reparieren. Das Artikulationsvermögen des Mannes sei auf dem Niveau eines simplen Knurrens stagniert – so die Annahme – und die wenigen Laute, die er heute ausstößt, dienten seinerzeit lediglich der Koordination auf der gemeinsamen Mammutjagd. Die Frau wiederum, betraut mit den erzieherischen Aufgaben am heimischen Kaminfeuer, ist auf die Sprache angewiesen, da sich nur so Werte und Kultur an nachfolgende Generationen vermitteln lassen. Ist das Quatsch? Ja, das ist es. Eine Studie der Universität Texas hatte bereits im Sommer 2007 bewiesen, dass beide Geschlechter im Alltag gleich viel reden: im Durchschnitt geben sowohl Männer als auch Frauen nämlich rund 16.000 Wörter pro Tag von sich.

Dennoch gibt es einen Unterschied. Und dieser betrifft mitnichten die Quantität der täglichen Äußerungen, wohl aber die Qualität – was der Leser nicht als Wertung auffassen sollte. Vielmehr zielt dieses Merkmal auf die soziale Kontaktfähigkeit ab, die vor allem beim weiblichen Geschlecht deutlich stärker ausgeprägt ist: Einfühlungsvermögen, Nachsicht, Empathie – dies alles sind Eigenschaften, die sich auch im Kommunikationsverhalten der Frau niederschlagen. read more »

Shitstorm gegen Viacom: Wie der US-Riese geklaute Clips vermarktet

Posted in Musik, Netznews on Juni 14th, 2010 by André – Be the first to comment

Mittlerweile dürften alle mitbekommen haben, dass sich Viacom und YouTube gerade wieder vor Gericht gegenüber stehen. Das Medienimperium (MTV, CBS, DreamWorks, Paramount und andere) fordert von der Google-Tochter nicht weniger als eine Milliarde US-Dollar Schadensersatz. Warum? Weil Viacom auch im Jahr 2010 noch auf die Feststellung beharrt, dass der YouTube-Videokatalog bis zu achtzig Prozent aus geklautem Content besteht.

Google sieht der ganzen Geschichte aufgeregt-gelassen entgegen und schleuderte den Viacom-Anwälten einige interessante Gegenbeweise entgegen: Etwa, dass Viacom in der Vergangenheit mehrmals versucht hätte, YouTube aufzukaufen und als dies nicht gelang, die Plattform immer wieder für Guerilla-Marketingaktionen profitabel nutzte. So schlimm kann diese Räuberhöhle also doch bitte schön gar nicht sein, so das Fazit von Google. Zudem sei es naturgemäß problematisch, geschützte Inhalte manuell zu filtern, wenn Viacom seine Seeding-Agenturen beauftragt, nachts ihre Virals auf die Plattform zu schießen.

Fernab des Gerichtssaals nahm der Konflikt nun eine andere interessante Wendung. Viacom unterhält nämlich selbst ein Videoportal – spike.com – der Online-Ableger des gleichnamigen US-Senders für junge Machos (“An audience described demographically as ‘young adult males’.”). Schaut euch bitte nun dazu den folgenden Clip der VlogBrothers an: read more »

Fünf Podcasts, die es absolut wert sind, gehört und gesehen zu werden

Posted in Netznews on April 18th, 2010 by André – Be the first to comment

Bei den Podcastern zeichnet sich seit ein, zwei Jahren dasselbe ab, wie wir es derzeit in der Blogosphäre beobachten können: alle werden ein wenig müder, was vor allem den professionellen gegenüber den privaten Machern zugute kommt. Die Blüte der privaten Abo-Radios war um das Jahr 2006 herum, ich selbst ziehe mir seit rund fünf Jahren Podcasts, später kamen Videocasts dazu. Viele höre ich unterwegs, manche nur auf Bahnfahrten, einige regelmäßig auch direkt am Rechner. Nun dachte ich also, dass es einmal an der Zeit sei, ein paar Empfehlungen auszusprechen, um noch einmal das noch junge Medium aufmerksam zu machen. Außerdem habe ich vor, meine Abo-Palette zu erweitern und bin für jeden Hinweis dankbar. Und hier sind sie, meine (vorläufigen) fünf Lieblingspodcasts:

Platz 1: “Nachtzug nach Hamburg”

Reiko Schmidt hat einen tollen Job: Seine eigene Wohnung in Hamburg Niendorf kennt er praktisch nur von Fotos, er ist ständig unterwegs, kein Kontinent ist vor ihm sicher. Was genau er beruflich macht, ist aber auch heute noch – nach über 1.300 Ausgaben seines “Nachtzug nach Hamburg” – weiterhin Top-Geheimsache. Reiko spricht nicht über seine Person, sondern über das, was ihm auf all den Reisen begegnet. Er berichtet über gastronomische Eigenheiten, Stadtteil-Klassifizierungen in Bogota, Opernbesuche am Montag, Beinahe-Flugzusammenstöße, Chipkartenfehler und 24/7-EDEKAs. Nebenbei gibt er wertvolle Tipps für Hamburg-Besucher. Reiko produziert mit wenigen Ausnahmen täglich, ich bin seit über zwei Jahren dabei, die tausendste Folge feierte er gemeinsam mit seiner besten Freundin tatsächlich in einem Nachtzug von Paris nach Hamburg. Seit kurzem steht er auch bei Formspring Rede und Antwort. Absoluter Hörbefehl! read more »

RSS-Teaser bei Basic Thinking: Länge ist nicht alles / Interviews

Posted in Netznews, avatter on März 4th, 2010 by André – 10 Comments

Darum geht es.


Nach dem Kauf ist Basic Thinking ein Jahr lang nicht vermarktet worden, wir Redakteure wurden also ein Jahr lang praktisch vom Betreiber für Nüsse bezahlt. Es gab und gibt Experimente mit Affiliate, jedoch ist der Schwerpunkt des Blogs so gelegt, dass es praktisch nichts zu verlinken gibt: Neue Funktion bei Facebook? Die Zeitungskrise? Ein Steve Ballmer-Statement? Ein iPhone-Gerücht? Ich weiß nicht, wie es andere machen, aber ich biege die Posts nicht so, dass es passt und ich entsprechende Keywords unterbekomme, ich halte ein solches Vorgehen schlicht für Verarsche des Lesers. Deshalb hat es so etwas bis heute nicht bei uns gegeben und wird es auch nicht. Eine Querfinanzierung können und wollen wir nicht, wir wollen unabhängig sein. Wir haben auch nicht Agenturen im Rücken, wie es meinetwegen die anderen aus den Blogcharts haben, um ihr Tagewerk zu vergüten. Vorne als Blogger brillieren und hinten rum als Berater die neue SPD-Kamapgne organisieren oder Ähnliches. Wir machen keine Werbung für die Muttergesellschaft oder ihre Produkte.

Bleiben also zwei Wege: Paid Content und Werbung. Paid Content? Anyone? Ich bin großer Anhänger von Bezahlinhalten, jedoch weiß ich, dass es wahrscheinlich nur die Hardcore-Fans mitmachen würden. Das wäre zu wenig für eine 2,5-3-Mann-Redaktion, die manchmal von 8-24 Uhr vor dem Rechner sitzt. Dennoch wird die Option für die Zukunft nicht ausgeschlossen. read more »

Privatsphäre 2.0: Schnee von gestern? / Interviews

Posted in Netznews, avatter on Februar 15th, 2010 by André – 1 Comment

“Menschen sind damit einverstanden, Informationen über sich mit anderen zu teilen, und öffnen sich für immer mehr Menschen. Die sozialen Normen haben sich mit der Zeit entwickelt. Wir sehen es als unsere Rolle in dem System an, ständig Veränderungen umzusetzen und unsere Software so anzupassen, dass sie widerspiegelt, wie die sozialen Normen gegenwärtig sind”, hatte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Anfang des Jahres gesagt und stieß damit eine neue Debatte über die Themen Privatsphäre und Datenschutz im Web 2.0 an. Beides erscheine ihm als kultureller Atavismus aus grauer Vorzeit, den es nun zu überwinden gilt. Die “Internetworld” hat zu dieser Feststellung Statements von vier Leuten aus der Branche eingeholt – Basic Thinking war dabei.

Die komplette Ausgabe gibt es kostenlos als PDF (ca. 14 MB). Einen Screenshot gibt es im Folgenden. Ein etwas ausführlicheres Interview zum Thema Datenschutz und Google hat die “Rheinzeitung” mit uns gemacht. read more »

Zahlen, bitte! Ein Jahr Basic Thinking 2.0

Posted in Netznews, avatter on Januar 17th, 2010 by André – 1 Comment

Rund 365 Tage sind vergangen, seitdem serverloft bei eBay Basic Thinking ersteigerte – Zeit genug also, um erneut einen Kassensturz zu wagen. Die letzten, im August veröffentlichten Zahlen ließen sich bereits gut angehen, doch ein Blick auf die ganzen zwölf Monate zeigt, dass da noch immer locker Luft nach oben ist. Alle relevanten Daten zum Geburtstag haben wir bereits auf Basic Thinking bekannt gemacht, ich möchte im Folgenden noch einmal die nackte Statistik wiedergeben.

Wenige Tage, bevor Robert Basic die Auktion im Januar 2009 startete, lagen die monatlichen Page Impressions bei 253.903. Ein Jahr später sind wir bei 462.088 PIs angekommen. Ähnlich verhält es sich mit den Unique Visitors, deren Anzahl von 185.116 auf 335.247 kletterte; damit schauen pro Tag mehr als 11.000 Menschen bei Basic Thinking vorbei (Diagramm zur Ansicht). Gut möglich, dass sich einige von ihnen verklickt haben, doch dann gibt es wiederum eine Zählung der Returning Visitors. Vor der Auktion ergab sie immerhin 52.352 wiederkehrende Besucher. Heute sind es 92.085.

Eine ähnliche Entwicklung lässt sich auch bei den Social Media-Seitenarmen des Blogs verfolgen. Bei Twitter konnten bis zur Stunde rund 5.600 Leser als Follower gewonnen werden (jetzt folgen), die im Oktober 2009 freigeschaltete Facebook-Seite hat heute knapp 700 “Fans” (und natürlich Fan werden). read more »

Der Embed-Trick: MySpace schaltet ungefragt Werbung auf fremden Seiten

Posted in Musik, Netznews on Januar 1st, 2010 by André – Be the first to comment

Rupert Murdoch mag Ahnung vom Nachrichtengeschäft haben – Social Media bleibt für ihn aber wohl immer ein Buch mit sieben Siegeln. Seit rund zwei Jahren dümpelt sein Netzwerk MySpace vor sich hin, Mitglieder und Künstler ziehen in Scharen von der Plattform ab – Facebook ist das neue Ding. Für das quersubventioniertes Liebhaberprojekt gönnte sich die Mutter News Corp erst im Spätsommer 2009 das Gedankenspiel, aus MySpace künftig ein Entertainment-Portal zu machen: Musik-Labels und Filmstudios sollen dann die Gelegenheit, sich auf breiterer Basis aufzustellen, wobei die Mitglieder früher oder später zu interagierenden Zuschauen degradiert werden.

Kurze Zeit nach dieser Ankündigung kaufte MySpace den Musik-Dienst iLike für 20 Millionen US-Dollar. Anfang Dezember schlug Murdoch dann bei Imeem zu – ebenfalls ein Streaming-Angebot für soziale Musikerfahrung. MySpace zahlte eine Million Dollar dafür, der eigentliche Wert wird auf rund acht Millionen geschätzt, doch die noch ausstehenden finanziellen Verpflichtungen des Unternehmens waren eine teure Mitgift. Wie bei iLike facktelte News Corp nicht lange mit der Integration der neuen Tochter, wobei unter anderem die Hälfte der Belegschaft auf der Strecke blieb. Dass bei der Übernahme zudem die Dritt-Entwickler ihre Schnittstelle und die Imeem-Mitglieder ihre gesamten Playlisten verloren, störte MySpace nur wenig. read more »

Nachruf auf das gestylte Viral-Video

Posted in How-To, Netznews on November 18th, 2009 by André – 1 Comment

Ich bin ein großer Daisy Whitney-Fan, wer die Dame noch nicht kennt, sollte sich schleunigst ihren Videocast “New Media Minute” (iTunes) abonnieren. Wie man es einem Kind erklären würde, verklickert Daisy großen Unternehmen die Zusammenhänge und Entwicklungen im Netz, beleuchtet neue Trends und gibt praktische Tipps für erste Schritte in das Social Web. Noch sympathischer wird das Ganze dadurch, dass ihr Mann für das wackelige Kamerabild zuständig ist.

Diese Woche hatte sie Kevin Nalty zu Gast in ihrer kleinen Sendung. Nalty ist Video-Strategist und populärer YouTuber, der das Marken-Management von Firmen wie Coca-Cola, Starbucks oder Microsoft begleitet hat. Im Video oben spricht er einen ziemlich wichtigen Aspekt beinahe in einem Nebensatz an: Viral Videos befinden sich auf dem absteigenden Ast. Tatsächlich haben wir alle so viele verrückte Leute, fliegende Elefanten oder Kamera-Zaubertricks gesehen, dass wir es uns heute zwei Mal überlegen, ein solches Video einem Kollegen weiter zu empfehlen. Im besten Fall sagt dieser “Aha!”, bevor er es dann wegklickt, wahrscheinlicher ist es aber, dass der Clip ungesehen bleibt und wir im Betreff der Antwort-Mail ein müdes “Fake” finden.

Der Markt an Virals ist gesättigt, Marketing-Abteilungen haben massenweise auf dasselbe Pferd gesetzt und auf den Buzz im Publikum gehofft. Clips wurden immer aufwändiger und damit vor allem teurer produziert. Der Zuschauer ist mittlerweile abgestumpft. “Ich sehe absolut keinen Zusammenhang zwischen Produktionskosten und den damit erzielten Views”, so Nalty. Das stimmt. Viele Virals wirken heutzutage dermaßen künstlich und überproduziert, dass sie die Lust am Anschauen rauben. Back to the roots, lautet daher der Vorschlag. YouTube ist ein Medium, das seinen Erfolg grieseligen Heimvideos verdankt. Die Plattform ist eine Schülerzeitung – kein Hochglanzmagazin. Unternehmen sollten das bei ihrer nächsten Netzvideo-Kampagne berücksichtigen und vorher Unterricht bei all den Underground-Stars nehmen, die es bei YouTube und Co. auf Millionen Klicks gebracht haben.

Google Music startet in den USA / Interview

Posted in Musik, Netznews, avatter on November 8th, 2009 by André – Be the first to comment

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Vergangene Woche hat Google Music in den Vereinigten Staaten seinen Betrieb aufgenommen. Per Onebox-Suche soll es nun noch einfacher sein, an Informationen über bestimmte Songs oder gleich an die passende Audio-Datei zu gelangen. Google hat sich dazu verschiedene Partner an Bord geholt: iLike und Lala.com beispielweise, die direkt über die Such-Oberfläche nun MP3-Käufe oder Cloud-Renting ermöglichen. Darüber hinaus wurden die Angebote von kleineren Partnern wie Pandora und Rhapsody integriert, damit in die Musik-Entdeckung erst so richtig Schwung kommt. Mehr will ich an dieser Stelle gar nicht nicht verraten. Weitere Infos habe ich bei Basic Thinking festgehalten, zusätzlich haben wir kürzlich mit Bayern2 Zündfunk über den neuen Dienst gesprochen. Das Interview gibt es hier:

Interview mit Bayern2 / Zündfunk

Gestohlene Design-Ideen: Doku bietet Einblicke in den Apple-Braintank

Posted in Netzkunst, Netznews, Wissenschaft on November 7th, 2009 by André – 2 Comments

screen-capture-9Der Begriff des Genies kennt heute zwei Bedeutungen – eine alltägliche und eine etymologisch korrekte. Wenn wir heute von ‘Genie’ sprechen, meinen wir meistens, dass ein Mensch überdurchschnittlich begabt und von überragender Intelligenz gekennzeichnet sei. Tatsächlich ist diese Semantik aber viel tiefer verwurzelt und reicht zurück bis in das 18. Jahrhundert, in die Zeit der Romantik, als Kant erklärte: “Darin ist jedermann einig, daß das Genie dem Nachahmungsgeiste gänzlich entgegen zu setzen sei.”

Ein Genie ist also in der Lage, einen Gedanken zu fassen, der zuvor ungedacht war. Er schafft aus dem Nichts etwas Neues (creatio ex nihilo) – eine Vorstellung, der wir heute nur noch in der Theologie begegnen. Alle Übrigen, seien es Künstler oder Wissenschaftler, bewegen sich in einem intertextuellen Kontext und führen praktisch nur das weiter, was andere bereits begonnen haben. “Romeo und Julia” ist ein Remake von Ovids “Pyramus und Thisbe“, ohne die Maxwellschen Gleichungen hätte es die Relativitätstheorie nicht gegeben. So gesehen, ist der Genie-Begriff reichlich utopischer Natur.

Ich schicke diese kleine Definition nur voraus, um den Ausrufen zu begegnen, die einige angesichts von Produkten einer bestimmten Firma aus Cupertino, Kalifornien, immer wieder vom Stapel lassen: “Genial!” Das Apple-Design ist in der Tat schön, inspirierend, manchmal umwerfend – doch es ist in keinem Fall originär.

Es dürfte sich herumgesprochen haben, dass Apples Senior Vice President of Industrial Design, Jonathan Ive, maßgeblich an der Entwicklung des iPod, des iPhone, iMac und der MacBooks beteiligt war. Das gilt sowohl für das Äußere, wie auch für die Gestaltung des Graphical User Interface. Ebenso bekannt dürfte sein, dass Ive seine Ideen aus einem riesigen Fundus schöpft, den Dieter Rams in den Sechzigern anhäufte. Er war bis 1995 Chefdesigner bei Braun. read more »