
Ich komme gerade von der Uni Hamburg zurück, wo Nelson Mattos von Google einen Vortrag zum Thema “The Future of the Web: Challenges & Opportunities” gehalten hat. Ich möchte vorausschicken, dass es ein sehr angenehmer Abend war. Ebenfalls vorausschicken möchte ich, dass ich folgendes Fazit nicht am Unternehmen Google oder eines seiner Produkte festmache. Sondern eher an der daran reflektierten Stimmung im Publikum.
Mattos zeigte sich anfangs verlegen, vor zwei Jahren habe er bereits einmal an der Hamburger Uni referiert, damals sei die Stimmung recht kritikfreudig gewesen. “Ich hoffe, Sie bewerfen mich nicht mit Eiern und Tomaten”, sagte er vorsorglich. Doch das Plenum blieb ruhig, immerhin hatte man hier einen Weltkonzern im Haus und vielleicht kann man von dem auch noch etwas lernen. Mattos plauderte ein wenig über die Geschichte des Internets, über das exponentielle Wachstum, den Dienste-Boom und die Gesamtentwicklung, die einer eigenen Evolution unterliegt: Seiten und Anwendungen, die populär sind (wie Facebook), werden weiterentwickelt und gepusht. Andere, die unpopulär sind (sagen wir Google Wave), verschwinden nach kurzer Zeit wieder in der Versenkung. Betrachtet man das alles aus dem sozialen Kontext, lassen sich tiefgreifende gesellschaftlichen Veränderungen nicht leugnen.
Er brachte das schöne Beispiel der beiden zehn- und zwölfährigen Mädchen, die sich im Jahr 2009 in einem Kanal verlaufen hatten – und anstatt die Polizei mit dem Handy anzurufen, lieber ein hilfesuchendes Statusupdate bei Facebook veröffentlichten. Das Publikum lachte, doch Mattos blieb ernst: “In zwanzig bis dreißig Jahren, werden dies die Menschen sein, die auf der Welt das Sagen haben. Das kann man nicht ausblenden.” Da hat er unzweifelhaft Recht. Weiterlesen
Der heutige Tag brachte vor allem eins zum Vorschein: den Willen zur Macht. Das klingt verwegen pathetisch, doch es trifft den Kern der Sache ziemlich gut. Es wurde ein Blog zerstört, der Urheber der Handlung war ein Unternehmen, das nun einen seiner seltenen Triumpfe feiert – dieser wird wohl der größte in der Geschichte des Hauses sein. Und hoffentlich der letzte.
Was hier passiert ist, ist nicht der folgenreiche Fauxpas eines Blogger-Deppen, der zu blöd war, seine Rechnungen zu bezahlen. Die betreffende Person war sicherlich in Kenntniss über ihre Rückstände, allein der Drang fehlte, diese zu begleichen, da es – wenn auch einen rechtlichen – jedoch keinen einzigen moralischen Anlass gab, hier nachzugeben. Das klagende Unternehmen hat in unzähligen Kommentaren das bekommen, was es verdient: Geprellte, Gelumpte, Reingelegte – alle meldeten sich zu Wort. Die deutsche Blogosphäre bot ihnen das Forum dafür, wer sonst hätte auch zugehört? Außer vielleicht die Verbraucherzentralen, die für schmucke 1,86 Euro/Minute aus dem deutschen Festnetz (Mobilfunkpreise abweichend) ebenso routiniert wie stoisch ihre Beschwerden verwalten.
Ich selbst habe an anderer Stelle mit diesem Unternehmen mehr als einmal einprägsame Erfahrungen gemacht. Der Kontakt wird über einen Kanzleibrief von der Stange hergestellt. Die Textbausteine besagen, dass man diffamierendes Material auf dem Blog gefunden habe und je weiter sich der Leser zur funkensprühenden Drohung vorarbeitet, desto länger werden die Wörter und justiziabeler das Vokabular. Einige Blogger knicken pauschal ein, andere halten eingehende Rücksprache mit ihren Anwälten, ehe die Kommentare von den Seiten genommen werden. Wieder andere halten kurz den befeuchteten Finger in die Community-Luft, wittern vielleicht einen profitablen Linkbait, bis auch bei ihnen der Mut schwindet und die Kommentare getilgt werden. Weiterlesen

Früher als erwartet hat AOL seinen neuen Maildienst Project Phoenix (Hintergrund) in einer geschlossenen Beta gestartet. Ich hatte mich kurz nach der Ankündigung vor rund einem Monat auf die Invite-Liste setzen lassen und mit einer Antwort nicht vor Ablauf des Jahres gerechnet – um so schöner, dass es jetzt geklappt hat.
Schauen wir uns kurz den neuen Dienst an. Wie zu erwarten war, hat AOL das Rad nicht neu erfunden: Die neue Mailbox sieht aufgeräumter und damit übersichtlich aus – empfangene Mails lassen sich im Web-Client in drei unterschiedlichen Ansichten darstellen. Nett ist das neue Quick Reply-Feature, um empfangene Schreiben mit Textschnellschüssen zu beantworten, was der Kommunikation per Mail einen flotten Chat-Charakter verleiht. Alternativ wechselt die Ansicht auf Knopfdruck in den bekannten Compose-Modus. Ebenfalls neu ist eine integrierte Funktion, die Mails automatisch nach Multimediainhalten scannt: mitgeschickte Bilder, Karten und Dateianhänge werden abstrahiert und am rechten Seitenrad neben der Mail in einer kleinen Galerie angezeigt. Weiterlesen

Was haben wir alle gelacht; damals, als Karl-Theodor von und zu Guttenberg plötzlich einen weiteren Vornamen untergeschoben bekam. Die Aufregung war groß, Guttenberg rückte gerade als neuer Bundeswirtschaftsminister an die Front und im Eifer des Gefechts fielen reihenweise Redaktionen auf den Wikipedia-Scherz herein. Recherchieren? Ich habe doch Google! Und so erschien Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Wilhelm Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg auf den Titelseiten – der “Wilhelm” war das Kuckucksei!
Ein solcher Vorfall ist amüsant bis belustigend, immerhin ist kein wirklicher Schaden entstanden; ein paar Ziegelsteine sind aus den Elfenbeintürmen der deutschen Leitmedien herausgefallen, nichts, was nicht mit ein paar lupenreinen Exklusiv-Stories wieder auszubügeln wäre. Doch wie folgenschwer derlei Copy&Paste-Journalismus wirklich sein kann, hat nun im Zuge der Wikileaks.org-Schließung ein kleiner DNS-Hoster aus Toronto erleben müssen. Weiterlesen

Da gibt es nichts zu beschönigen: Der erste europäische Cyber Monday von Amazon war ein Schlag ins Wasser. Der Versuch, das Modell des vorweihnachtlichen Kaufrausches auf deutsches Terrain zu übertragen, ist schlicht gescheitert. Doch auch die Österreicher kochen vor Wut. Logistisch lief beim Versandhändler am Montag alles so reibungslos ab, wie versprochen. Es gab keine technischen Pannen, keine Ausfälle: die 30 (am Ende waren es 31) ausgewählten Produkte wurden mit ordentlich Rabatt wie versprochen zum Kauf angeboten – allein am Vorrat mangelte es. Amazon hatte im Vorfeld der Aktion bereits vorsorglich darauf hingewiesen, dass keine Verfügbarkeitsgarantie bestehe, ebenso gebe es keinen rechtlichen Anspruch bei technischen Zwischenfällen. Doch dass die Warenbestände binnen Millisekunden leerverkauft waren, damit hatte wohl tatsächlich niemand gerechnet.
Zugegeben, Amazon hatte mächtig die Werbetrommel gerührt, von einer “crossmedial beworbene Aktionslandingpage” für den Cyber Monday gesprochen – doch hätte man vermutlich nicht nur die Marketingabteilung, sondern vor allem auch einmal die Lageristen zu Wort kommen lassen sollen. Weiterlesen
Es geht los! Seit Anfang des Monats hat Amazon.de die Votings der Kunden für die 30 populärsten Produkte der Shopping-Plattform eingesammelt. Nun steht das Lineup: Jeder dieser Artikel wird am 29. November mit bis zu 80 Prozent Rabatt angeboten.
Für den Cyber Mondy bei Amazon gelten jedoch ein paar Regeln, die im ich Folgenden noch einmal kurz erläutern möchte:
1. Der Startschuss für die Aktion ist am Montag um 10 Uhr, die Verkaufsphase dauert bis 22 Uhr – bis dahin muss jedoch das Produkt nicht nur im Warenkorb verstaut, sondern auch bezahlt sein.
2. Das Roll-Out der rabattierten Produkte verläuft zeitversetzt: Alle zwei Stunden stehen jeweils fünf Artikel zur Auswahl. Erst dann erfahren Kunden auch den endgültigen Preis.
3. Cyber Monday-Angebote sind so genannte Blitzangebote und unterliegen damit bestimmten Kaufkonditionen.
4. Kunden haben keine Kaufagarantie – Bestellungen werden nur so lange entgegengenommen, wie der Vorrat reicht. Weiterlesen

Es ist noch gar nicht so lange her, dass plötzlich die Idee einer gemeinschaftlichen Interessenvertretung für alle deutschen Blogger auf dem Tisch lag. Impulsgeber war in diesem Fall die Deutsche Bahn, die gerade mit der “Spähdorn-Affäre” für Schlagzeilen sorgte. Jemand hatte Netzpolitik.org ein internes Memo zugespielt, das Markus Beckedahl prompt veröffentlichte (übrigens die erste einer ganzen Serie von aufschlussreichen Whistleblower-Aktionen des Blogs). Die Bahn reagierte, wie sie immer reagiert: mit einer dicken Abmahnung wegen des “Verrats von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen”. Und da stand er nun, der mutige Blogger, völlig allein auf weiter Flur, während um ihn herum die DB-Anwälte mit den Hufen scharrten.
Schnell gab es erste Solidaritätsbekenner im Publikum, einige waren einfach nur empört (“den blöden ar***fic***n würd ich was lachen. die traun’ sich ja was die fla**wi**er!”), andere suchten nach konstruktiven Ansätzen für eine Lösungsfindung. Wie wäre es, wenn sich alle zusammenschließen, um als im Gleichschritt marschierende Gruppe von Bloggern mehr Widerstand leisten zu können? Viele applaudierten diesem Vorschlag zu, tatsächlich schien die Idee schon bald so weit gereift, dass man sich nur noch über den Namen strittig war: Sollte am Ende eine Gewerkschaft à la IG Blog stehen? Ein Blog e.V.? Umfragen wurden veranstaltet, Polls gezogen, Spenden gesammelt – es blubberte im BrainTank. Weiterlesen

Einige werden vielleicht mitbekommen haben, dass ich in Kürze die Zelte in Köln abbreche, um nach Hamburg zu ziehen. Deshalb freut mich die Nachricht umso mehr, dass das dortige Stadtportal ebenso ambitioniert wie erfolgreich in das Social Media-Metier hineinbrettert: Hamburg.de bringt es laut IVW derzeit auf satte 35 Millionen Seitenabrufe im Monat, die Seite verfügt über rund 300.000 Fans bei Facebook, zudem schoss die kürzlich veröffentlichte Hamburg-App auf den ersten Platz der beliebtesten Reise-Anwendungen im App Store. Und spätestens jetzt haben die Hanseaten Blut geleckt…
Wie heute publik wurde, wird hamburg.de ab sofort WordPress-Blogs für alle Interessierten anbieten – kostenlos. Die Blogs laufen unter der Domain http://blog.hamburg.de/blogname, das Hosting ist mit (zugegebenermaßen etwas knausrigen) zehn Megabyte Speicherplatz ebenfalls gratis inklusive. Nutzern stehen rund 220 Themes zur Auswahl, laut den FAQs könnten die Blog-Betreiber bald aber in der Lage sein, eigene Templates hinzuzufügen. Weiterlesen
Es ist soweit, der Stern zieht mit einer eigenen App für das iPad nach – und ich möchte einfach mal behaupten, dass sie ziemlich fetzig geworden ist. Ab sofort steht die Anwendung in iTunes oder bei pubbles (.emag) zum Download bereit.
Bevor ich zu Inhalt und Aufbereitung komme, wollte ich eigentlich das poppige Demo-Video zeigen, das Stern auf die Produktseite gestellt hat – leider ist es ein non-embeddable Flash-Clip. Also, was macht man? Richtig, man rippt es auf übernatürliche Weise (aber natürlich selbstlos für das Produkt werbend) und stellt es neu wieder ins Netz. Das nur als kleinen Seitenstoß, liebe Sternler – wie soll denn überhaupt jemand von der App Notiz nehmen, wenn ihr die dazugehörigen Clips und Bilder in einen Käfig sperrt (“Hinweis für Redaktionen: Bildmaterial steht auf Anfrage zur Verfügung.”)? Wenn ihr Rat bei der Suche nach einer guten PR-Agentur braucht, meldet euch mal bei mir. So, und jetzt das Video… Weiterlesen

Das war ein Donnerwetter, ich möchte nicht wissen, wie viele IT-CEOs sich am Montagabend erst einmal eine tröstende Flasche Wein aufmachten. Eine von den alten Gaumenkitzlern, eine die im häuslichen Weinkeller ganz unten lag – vergessen, verstaubt, beinahe schon sirupartig. Facebook hat es getan. Zuckerberg hat sich an eine der ersten Institutionen des WWW herangewagt und proklamierte am Montagabend die nächste Stufe der Evolution. Längst überfällig, möchte man meinen. Doch wo einige der Innovation fortbleiben, dürfen andere die Hebel bedienen, so ist das eben im Geschäft. AOL hat bereits einen Tag zuvor kalte Füße bekommen, Yahoo! – mit seinen gerade einmal 270 Millionen verwalteten E-Mail-Konten – dürfte sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls den Trauerflor an Revers gesteckt haben. Facebook hat die Power von 550 Millionen Mitgliedern in den Ring geworfen, das wird einige Umwälzungen geben, von denen selbst Google Notiz nehmen wird. Ich habe mir die vorläufige Feature-Liste von “Facebook-Mail” angesehen und möchte dies als Anlass nehmen, einmal meinen Senf dazu zu geben. Weiterlesen
Das nennt man Timing. Nur wenige Stunden, bevor Facebook den wohl größten globalen Mail-Dienst aus dem Hut zaubern will, schießt AOL dazwischen. Der noch immer kriselnde Content-Anbieter hat am Sonntagabend eilig eine Pressemitteilung veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass man die Revolution im Mail-Geschäft für sich selbst beansprucht.
Warum elektronische Post für AOL so eine große Rolle spielt? Nun, nach eigenen Angaben sind die Mailboxen der Nutzer für rund 45 Prozent (!) aller Page Views im AOL-Netzwerk verantwortlich. Vergleicht man dies mit der Arbeit, die hinter der gigantischen Content-Mühle steckt, wird schnell klar, wo sich auf lange Sicht mehr Geld sparen lässt. AOL hat dem Mail-Relaunch den Namen “Project Phoenix” gegeben – mit dem bestehenden Postsystem soll es allerdings wenig zu tun haben: “Phoenix wurde von Anfang an neu entwickelt und aufgebaut und zwar als eine innovative und intuitive Lösung für Mail, so wie sie heute zum Kommunikationsverhalten der Nutzer passt”, heißt es da. Etwas großspuriger klingt es aus dem Mund von Brad Garlinghouse, der für die App-Gruppe im Konzern verantwortlich ist:
AOL war das Unternehmen, das jedem den Online-Zugang ermöglicht hat. Nun machen wir es einfacher und unterhaltsamer, dort auch zu bleiben.
Assange hatte die Vorwürfe immer wieder zurückgewiesen, sie als “haltlos” bezeichnet und von einer Schmutzkampagne geredet. Der Wikileaks-Gründer war vor einigen Monaten in das Visier des Pentagons geraten, nachdem seine Plattform die geheimen US-Dokumente zum Afghanistan-Krieg veröffentlicht hatte. Erst Ende August wurden der Haftbefehl wegen des Verdachts der Vergewaltigung aufgehoben – die genaue Begründung dafür bleiben die Richter bis heute schuldig. Es ist ein einziges Gemauschel…
Umso beeindruckender ist es, dass es Julian Assange in die Nominiertenliste des “Time Magazine” für den diesjährigen Wettbewerb für “Die Person das Jahres” geschafft hat (Barack Obama gewann den Titel im Jahr 2008). Seit Mittwoch können Nutzer abstimmen, wer ihr Favorit im Rennen ist. Es muss jedoch erwähnt werden, dass jedes Votum rein symbolisch ist, da die Redaktion das letzte Wort bei der Auswahl hat. Hier ein Auszug aus der Begründung für die Nominierung:
In founding WikiLeaks.org, Julian Assange gave himself the freedom to publish virtually anything he wants, whether it’s the true nature of Iraqi prisoner abuse, the double role Pakistan plays in Afghanistan or the personal e-mails of Sarah Palin. (…) But in the process, governments he has targeted (like the U.S.’s) claim he has put the lives of informants and soldiers in jeopardy. Warranted or not, Assange is convinced that the governments and intelligence agencies he is unmasking are watching his every move, and as a result, he finds himself in virtual exile in Europe.

Ja, was man davon halten soll. Schon vor ein paar Tagen machte ein Video die Runde, in dem der legendäre iPhone-Tisch “Table Connect” vorgestellt wurde. Einige bejubelten den gigantischen Touchscreen (58 Zoll-HDTV), der mit einem iPhone verbunden alle Funktionen des Smartphones übernehmen kann. Andere – wie Wired – bezeichneten das Projekt aus Österreich als einen “Big ass fake table“. Die Jungs, die sich “Table Connect” ausgedacht haben, treten dem Vorwurf des Betrugs selbst vehement entgegen, zuletzt im Interview mit Nicole Haase:
Wir finden das sehr amüsant, an welchen Details sich die Leute aufhängen. Uns war klar, dass es immer viele Zweifler geben wird – was soll’s. Statt unsere Zeit mit den allgegenwärtigen Internet Trolls und ihren unzähligen “Fake”-Schreien zu verschwenden, bringen wir das Ding lieber zur Marktreife und beantworten ein paar ausgewählte Interviewanfragen wie die Ihre.
Man kann also darüber denken, wie man mag. Tatsache ist, dass gerade ein zweites Video veröffentlicht wurde, das den iPhone-Tisch in Aktion zeigt. Nach eigenen Angaben testen die Erfinder gerade die Spieletauglichkeit des Display-Monsters. Weiterlesen

Google will es ja noch einmal wissen und bringt nach dem Flop mit dem Namen “Nexus One” ein weiteres Smartphone auf den Markt: das “Nexus S” (jetzt: Link bei Amazon) – in diese Richtung deuten zumindest die aktuellen Gerüchte. Hardware-Lieferant wird in diesem Fall nicht HTC sein, sondern Samsung. Die genaue Produktbezeichnung lautet GT-i9020, spätestens zum Weihnachsgeschäft soll das Android-Handy in den Handel kommen; die FCC hat bereits ihren Segen dazu erteilt. Beim Marktstart hat es Verzögerungen gegeben, da die zum Einsatz kommende Android-Version 2.3 keine Dualcore-Prozessoren unterstützt – Samsung musste noch einmal Hand anlegen.
Das alles sind Informationen, die unter der Hand gestreut wurden, weder Google noch der Hardware-Partner haben bislang irgendeine offizielle Stellungnahme abgegeben. Engadget konnte jedoch bereits Hands-On-Bilder aus anonymen Quellen zeigen (inklusive Google-Branding), bei BestBuy hat ein übereifriger Angestellter die passende Produktseite online gestellt und binnen Minuten wieder vom Netz genommen, nachdem er von seinem Vorgesetzten einen auf den Deckel bekommen hat. Doch es gibt noch einen anderen interessanten Hinweis auf einen bevorstehenden Marktstart. Weiterlesen
Okay, der Firefox hat ein Problem. Er ist dem Internet Exlorer dicht auf den Fersen, doch ich weiß, dass ich nicht der einzige bin, der mittlerweile abgesprungen ist (zugunsten von Safari und Chrome). Warum? Firefox ist in den vergangen Jahren ein Mega-Browser geworden, der vor lauter Kraft nicht mehr geradeaus gehen kann. Das, was einmal sein Alleinstellungsmerkmal war (die Personalisierung durch Add-Ons usw.), ist ihm mittlerweile zum Verhängnis geworden: Der Launch dauert Minuten, Plugins müssen ständig aktualisiert werden, es gibt Hänger und Abstürze.
Doch das Schöne an Mozilla ist, dass die Jungs auch zuhören. Und so gab es in der Vergangenheit schon eine ganze Reihe von Verbesserungen, alles ausgerichtet auf den neuen Wurf: die Version 4, die alles ändern soll. Heute Nacht wurde eine die siebte Auflage der Beta veröffentlicht. Und die kommt mit folgenden Neuerungen: Weiterlesen

Die dpa-Tochter news aktuell hat gerade eine interessante Studie zum Thema PR und Social Media vorgelegt (der komplette Titel der Umfrage lautet: PR-Trendmonitor 2010 – Pressearbeit und PR in einem neuen Medienzeitalter). Befragt wurden insgesamt 2.270 Fach- und Führungskräfte aus PR-Agenturen und Pressestellen. Ich gebe hierzu die wichtigsten Erkenntnisse wieder, im Folgenden wird noch ein eingebettetes Slideshare zu finden sein.
Demnach halten 63 Prozent der Befragen Social Media für ihre derzeit größte Herausforderung, wobei 31 Prozent der Sprecher angeben, dass ihr Unternehmen noch überhaupt nicht in irgendeinem Network vertreten ist. Übrigens liegen die PR-Agenturen mit 25 Prozent Non-Präsenz nur knapp darunter. Twitter ist dabei das mit Abstand unbeliebteste Medium, gerade einmal 16 Prozent (!) der PRler nutzen Twitter täglich, ganze zwei Drittel haben sich die Seite twitter.com noch nicht einmal angesehen.
62 Prozent der Pressesprecher und 61 Prozent der Mitarbeiter in PR-Agenturen lesen morgens im Büro als erstes ihre E-Mails. Jeder Zehnte startet mit einer Tasse Kaffee. Nur zwei Prozent checken morgens im Büro als erstes ihre Facebook- und Twitterkonten. Dazu gibt es einen warnenden Hinweis der Studienleiter: “Grundsätzlich tun PR-Fachleute gut daran, Social Media zu nutzen. Denn auch in Redaktionen ist das Web 2.0 als Arbeitstool etabliert. Jeder zweite Journalist setzt inzwischen auf Social Media.” Weiterlesen

Es hat wahrscheinlich kaum jemand mitbekommen, doch bei Wikia herrscht schon seit Wochen geschäftiges Treiben. Warum es vielleicht untergegangen ist? Nunja, Wikis waren vor zwei, drei Jahren noch recht populär, doch die Konkurrenz in Form von Facebook Groups und anderen Community-Portalen wie Ning haben dem kollaborativen Wiki-Netzwerk doch ganz schön zugesetzt: Es gibt keine offiziellen Zahlen, doch ich könnte mir gut vorstellen, dass private Wikis stramm auf dem Rückzug sind, wohingegen die Zahl der Corporate-Wikis (sofern sie in progressiven Unternehmen Anwendung finden) stagniert. Das soll sich nun endlich ändern.
Jimmy Wales, der Gründer von Wikipedia und Wikia (der kommerziellen Bruder der Enzyklopädie) hat angekündigt, die Wikifarm deutlich aufzumotzen. Das neue Design wurde bereits für alle Nutzer eingeführt und ist ab heute obligatorisch. In den kommenden Tagen sollen weitere Features hinzukommen: Weiterlesen
“Erika hat ‘nen Neuen”, heißt das Sprüchlein, das heiß auf mehr machen soll. Das Bundesministerium des Inneren (BMI) hat sich die Idee einfallen lassen, für den neuen doch recht unpopulären Personalausweis auf Fan-Fishing ins Social Web herabzusteigen. Die Seite für “Erika” ist ab sofort online geschaltet, ein sogenanntes Edelprofil, wie es die VZ-Netzwerke im April des vergangenen Jahres eingeführt hat.
Im Mittelpunkt der Kampagne sollen Details zum neuen Ausweis stehen: Genaugenommen werden allerdings lediglich drei Informationsbröckchen genannt – wer mehr wissen will, muss die Sonderseite des BMI besuchen. Und dann gibt es da noch dieses total ausgeflippte Gewinnspiel, in dem “Erika” die “Freunde” aufruft, die “lustigsten” und “verrücktesten” Passbilder öffentlich an ihre Pinnwand zu posten. Zu gewinnen gibt es ein “professionelles Fotoshooting”. Wirklich witzig ist in diesem Zusammenhang übrigens die Standardklausel in den Teilnahmebedingungen: Weiterlesen

Die neuen IVW-Zahlen sind draußen und eines sticht doch direkt ins Auge: Holla! Was passiert denn bei den Clip-Portalen? Die größten Gewinner des gesamten Oktober-Rankings waren Videoplattformen wie ClipFish (+42 Prozent, 7,2 Millionen Visits gesamt), MyVideo (+28 Prozent, 53 Millionen Visists) und ProSieben (+11,2 Prozent, 151 Millionen Visits). Es scheint sich um einen richtigen Boom im Bewegtbild zu handeln und offenbar ist niemand so richtig in der Lage, eine Erklärung dafür zu finden. Horizont schreibt: “Die Tage werden kürzer, die Bewegtbildnutzung steigt.” Fertig. Doch ist das wirklich ein jahreszeitlicher Reflex?
Ich habe mir einmal die Klickzahlen vom vergangenen Jahr angesehen, weil ich wissen wollte, ob die Popularität von Netzvideos tatsächlich einem gewissen Turnus unterliegt. Beispiel MyVideo: Die Visits stiegen im Oktober 2009 um 6,88 Prozent, gleichzeitig gingen aber die Page Impressions um satte 17,7 Prozent in den Keller (das schlechteste MyVideo-PI-Ergebnis in der gesamten IVW-Ausweisung bis heute). ClipFish wiederum konnte im Vergleichsmonat des vergangene Jahres deutliche Zuwächse verzeichnen (+37 Prozent Visits, +38 Prozent PIs). Bei Pro-Sieben.de war es wieder heterogen: Die Visits konnten um drei Prozent zulegen, die PIs sanken aber um sieben Prozent. Und jetzt? Weiterlesen













