Seit einiger Zeit befinden sich die Medienbranche im Allgemeinen und Bibliotheken im Speziellen in einem tiefgreifenden Wandel, der durch die veränderten Publikations- und Verbreitungsmodelle (z.B. Citizen Journalism) im Internet ausgelöst wurde. Dieser Wandel wird häufig im Kontext des Web 2.0 diskutiert. Dabei besteht die Gefahr zu übersehen, dass sich bereits die nächste Revolution anbahnt – die vollständige Erneuerung des Internets, häufig unter dem Begriff “Future Internet” zusammengefasst.
Die Antrittsvorlesung des ZBW-Direktors und Medieninformatikers Prof. Dr. Klaus Tochtermann (Twitter) mit dem Titel “Future Internet – Chancen und Risiken für die Medienbranche” stellt zunächst die laufende Diskussion zur Neugestaltung des Internets vor. Dabei wird zwischen den vier Dimensionen Internet der Inhalte, Internet der Menschen, Internet der Dinge und Internet der Dienste unterschieden. Im Zusammenhang der Beschreibung dieser Dimensionen wird an zahlreichen Beispielen aufgezeigt, welche Chancen, aber auch welche Risiken sich in jeder dieser Dimensionen für die Medienbranche bzw. Bibliotheken ergeben. Da es sich um eine Antrittsvorlesung handelt, wird auf wissenschaftlich-technische Detailausführungen weitestgehend verzichtet. Vielmehr ist der Vortrag so ausgestaltet, dass sich Personen, die an den Entwicklungen des Internets interessiert oder gar davon betroffen sind, ein Bild über das Zukunftsthema “Future Internet” machen können. Weiterlesen
Android wurde bereits im vergangenen Herbst abgedeckt, nun ist also das iPhone dran. Google hat am Mittwochabend “Google Places” im App Store veröffentlicht, in den deutschen App-Charts schoss die Anwendung binnen weniger Stunden auf Platz fünf. Und, ja: Die App ist englischsprachig – und, ja: sie hält nichts vom metrischen System und navigiert uns folglich in “Meilen” zum nächsten Ort. Aber darum soll es nicht gehen…
Google Places kommt in Kombination mit “Hotpot”, einem integrierten Empfehlungssystem, das dem Nutzer Vorschläge auf Grundlage seiner bisher abgegebenen Bewertungen macht. Anders ausgedrückt: Wer oft nach “Pizza” googelt, wird auch mit hoch gerankten Pizzerien an anderer Stelle bedient. Gleichzeitig enthält Hotpot eine Schnittstelle, die es erlaubt, auf die Empfehlungen befreundeter Google-Nutzer zurückzugreifen. Als Datengrundlage verwendet Google Places die bisher gesammelten Orte der Desktop-Variante: über 50 Millionen Locations sind hier bis heute aufgelaufen.
Warum das alles? Google drängt – wie fast alle anderen – in den Location-Markt. Foursquare und Gowalla haben es bisher nicht über das Prädikat “Nette Spielerei – aber mit viel Potential” hinausgeschafft, Facebook poltert mit großen Schritten hinterher – spätestens mit der Freischaltung von Facebook Deals in Deutschland ist der Hype auch hierzulande nicht mehr aufzuhalten: Nutzer und Unternehmen versprechen sich gleichermaßen lukrative Optionen. Google war bislang in dieser Hinsicht lose im Desktop-Internet gefangen, die angestrebte Groupon-Übernahme hätte die Entwicklung beschleunigt. Doch das globale Coupon-Portal kommt auch so ganz gut über die Runden: Google hatte den gescheiterten Übernahmeversuch im Nachhinein mit einem desinteressierten “Pöh!” kommentiert. Immerhin habe man die meisten der Features, die sich bei Groupon finden lassen, ja bereits in die eigenen Dienste integriert, so Googles neue Location-Beauftragte und (schon immer gewesene) Powerfrau Marissa Mayer kürzlich in einem Video-Interview. Also macht man auf eigene Faust weiter. Weiterlesen
Der eine oder andere hat ja schon mitbekommen, dass ich in Hamburg gelandet bin. Nach zehn Jahren Köln (und zuletzt Basic Thinking) habe ich bei der ZBW (Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft) angelegt, was bei einigen ein großes Fragezeichen verursacht hat: “ZBWas?” – Ich will im Folgenden ein bisschen über meinen neuen Arbeitgeber schreiben und davon berichten, was ich dort so mache.
Okay, was ist die ZBW? Allgemein gesagt, ist die ZBW das weltweit größte Informationszentrum für wirtschaftswissenschaftliche Literatur mit einem überregionalen Auftrag – online wie offline. Heute beherbergt die Einrichtung rund 4,5 Millionen Bände und 32.000 laufend gehaltene Zeitschriften. Würde alles nebeneinander gestellt, käme man auf 78 Kilometer Länge – das entspricht in etwa der Höhe der Mesopause, der atmosphärischen Schicht der Erde, nach der das Weltall beginnt. Daneben stellt die ZBW die wohl am schnellsten wachsende Sammlung von Open Access-Dokumenten im Internet zur Verfügung: EconStor, das digitale Archiv, verfügt heute über 25.000 frei zugängliche Aufsätze und Working Papers. Keine Rumhampelei, keine Paywall – Studenten und Forscher kommen an Ergebnisse, die sie mit ihren Steuergeldern bereits finanziert haben. Wissen ist die einzige Ressource, die sich durch Teilung vergrößert.
Die ZBW ist Teil der Leibniz-Gemeinschaft, was zum einen bedeutet, dass sie als Stiftung (des öffentlichen Rechts) keine kommerziellen Absichten verfolgt. Zum anderen heißt das aber auch, dass ihr Bestehen mit einem expliziten Auftrag verbunden ist. Und genau dieser war auch der Grund, weshalb ich zugeschlagen habe: Die ZBW hat die Aufgabe, sich von der einstmals klassischen Bibliothek in eine erstklassige Serviceeinrichtung für die Wissenschaftscommunity zu verwandeln. Und zwar in einer Form, dass andere Bibliotheken – ob öffentlich oder akademisch – davon lernen können. Weiterlesen
Okay, der Firefox hat ein Problem. Er ist dem Internet Exlorer dicht auf den Fersen, doch ich weiß, dass ich nicht der einzige bin, der mittlerweile abgesprungen ist (zugunsten von Safari und Chrome). Warum? Firefox ist in den vergangen Jahren ein Mega-Browser geworden, der vor lauter Kraft nicht mehr geradeaus gehen kann. Das, was einmal sein Alleinstellungsmerkmal war (die Personalisierung durch Add-Ons usw.), ist ihm mittlerweile zum Verhängnis geworden: Der Launch dauert Minuten, Plugins müssen ständig aktualisiert werden, es gibt Hänger und Abstürze.
Doch das Schöne an Mozilla ist, dass die Jungs auch zuhören. Und so gab es in der Vergangenheit schon eine ganze Reihe von Verbesserungen, alles ausgerichtet auf den neuen Wurf: die Version 4, die alles ändern soll. Heute Nacht wurde eine die siebte Auflage der Beta veröffentlicht. Und die kommt mit folgenden Neuerungen: Weiterlesen
Ich weiß noch, wir lagen drüben bei Basic Thinking unter den Tischen, als wir die Meldung lasen. Opera hatte zwei Mädels an den Flughafen in Barcelona geschickt, um die Gäste des Mobile World Congress zu begrüßen – eigentlich war die Höflichkeit an einen bestimmten Mann gerichtet, Steve Jobs, doch der brauchte nicht einmal selbst vor Ort zu sein, damit der PR-Stunt aufging.
Opera hatte damals ein Problem zu bewältigen: Wie schafft man den gleichnamigen Browser vorbei an die Zerberussen des App Stores auf das iPhone? Opera Mini kommt mit einer eigenen Architektur – und Apple erlaubt lediglich Browser, die wie Safari auf WebKit basieren. Genauer gesagt: Apps dürfen nur nativ laufen und keinen eigenen Code interpretieren.
Opera mogelte sich bei der Entwicklung durch und schaffte es, wie beim Desktop-Pendant ein System auf die Beine zu stellen, bei der Website-Daten zunächst auf die eigenen Proxy-Server geladen, dort komprimiert und erst dann auf die Endgeräte weitergeleitet werden. Das spart Zeit, vor allen Dingen aber auch Traffic, was Roaming-Nutzern sehr entgegen kommt. Ist das nativ? Opera bejahte die Frage für sich und anstatt nun den Kampf mit Apple aufzunehmen, zogen die Norweger zunächst einmal die Öffentlichkeit auf ihre Seite. Weiterlesen

Okay, ich hätte es nicht für möglich gehalten – nach der Wii und der Playstation Move – dass Microsoft tatsächlich einen Erfolg landen würde, aber bitte: Kinect boomt. Die Bewegungssteuerung für die Xbox ist erst seit ein paar Tagen im US-Handel erhältlich, doch schon jetzt sieht sich Microsoft gezwungen, die Absatzerwartung für das laufende Jahr drastisch anzuheben. Statt 2,5 Millionen will der Softwareriese rund fünf Millionen Einheiten über die Ladentische schieben, der Stückpreis liegt bei 150 Dollar oder 1:1-umgerechnete 150 Euro. Der Verkauf in Deutschland startet übrigens ebenfalls pünktlich für das Weihnachtsgeschäft am 10. November, Amazon nimmt bereits Vorbestellungen entgegen. Weiterlesen

Ach, Gott – noch so eine Horrormeldung: “Facebook und Co verlieren an Reiz”, titelt Pressetext und beruft sich dabei auf eine neue Studie von Forrester Research: “Die anfänglich weitgehende Begeisterung für soziale Medien hat überraschend nachgelassen.” Mit den Ergebnissen der Messungen konfrontiert, orakelt das Medium über die “steigende Passivität” der Nutzer in sozialen Netzwerken – Kollege Klaus Eck kommt auch zu Wort und sorgt für eine sachliche Note.
Worum geht es? Forrester hat eine globale Untersuchung im Social Media-Sektor durchgeführt. Insgesamt wurden die Daten von mehr als 275.000 Usern aus Nordamerika, Europa und Asien ausgewertet. Im Mittelpunkt der Studie stand das Engangement-Verhalten der Nutzer – und das lässt offenbar mittlerweile zu Wünschen übrig.
Forrester unterteilt darin das Netzpublikum in Produzenten (Content-Lieferanten) und Sammler (Content-Konsumenten) – zwischen beiden Gruppen scheint es mittlerweile eine diametrale Entwicklung zu geben. Zwar wachse das Social Web Tag für Tag (im vergangenen Jahr um rund elf Prozent in Europa und acht Prozent in den USA), doch trotz der steigenden Mitgliederzahlen würde die Anzahl der aktiven Produzenten in Social Networks frappant stagnieren. Anders ausgedrückt: Der Kreis der Zuschauer wächst, während jener der Sender gleich bleibt. Weiterlesen

Die Umsetzung und das Design sind verbesserungswürdig – die Idee dahinter aber keinesfalls. Denn wer sich immer gefragt hat: “Welchen Metadienst kann ich mir für Twitter denn noch einfallen lassen?” – der wird sich gleich an den Kopf fassen.
TweetBeat wurde vor wenigen Stunden auf der TechCrunch Disrupt Konferenz vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine dynamische Plattform, die je nach Großevent weltumspannende Twitter-Walls einrichtet. Sondiert werden die Tweets allerdings nicht mittels Hashtags, sondern im Rahmen einer semantischen Suche.
Dazu scannt TweetBeat pro Tag rund 90 Millionen Status-Updates und sortiert sie in Themenschubladen ein. Wenn ein bestimmtes Topic den Viral-Status erreicht hat, landet es automatisch auf der Startseite: eine Art Twitter-Streaming in Echtzeit. Laut dem Urheber, dem Startup Kosmix, hat die Entwicklung der Taxonomie-Algorithmen rund sechs Jahre in Anspruch genommen, die Anfänge liegen damit weiter zurück als der offizielle Start von Twitter im März 2006. Weiterlesen
Die News ist Dienstagnacht wohl ein wenig untergegangen. Für Microsoft war es aber auch der denkbar ungünstigste Zeitpunkt, um das Ende der eigenen Blog-Plattform auf der TechCrunch Disrupt zu verkünden – gerade in dem Moment, in dem AOL die Übernahme von TechCrunch bekannt gab. Sei es drum, nehmen wir Microsoft das Kalkül nicht übel.
Seit sechs Jahren bietet Microsoft Live Spaces an, einen Dienst, der es auch Anfängern ermöglicht, sich in Windeeile ein eigenes Blog zusammenzuklicken. Bis heute haben sich dem Netzwerk rund 30 Millionen Blogger angeschlossen – ein ganz schöner Batzen, also. Auf der gestrigen Konferenz hieß es dann überraschend, dass die Plattform komplett aufgelöst werden soll – Microsoft ist eine Partnerschaft mit Automattic eingegangen, dem Laden, der hinter WordPress steht.
Alle 30 Millionen Blogs sollen nun innerhalb des kommenden halben Jahres wohl oder übel zu WordPress umziehen. Posts, Bilder und Kommentare werden dann automatisch kopiert, als Zeichen der Anerkennung will Microsoft zudem eine URL-Weiterleitung zum WordPress-Server anbieten, damit Stammleser nicht auf der Strecke bleiben. Als kleinen Zusatzbonus für Live-Nutzer werden künftige Blog-Updates automatisch bei Messenger Connect bekannt gegeben. Die Alternative: Wer nicht umziehen will, bekommt das Spaces-Blog nach Ablauf der Frist automatisch gelöscht. Ihm bleibt jedoch auch die Möglichkeit, seine Daten so lange als kompaktes Backup herunterzuladen und auf der eigenen Festplatte zu speichern. Weiterlesen
Eigentlich ist es der Traum aller Werber, denn Millionen werden für die Beantwortung der Frage ausgegeben: “Wie schaffe ich es, aus meiner Marke einen Trend zu machen?” Konzepte werden geschrieben, Meetings abgehalten, die Marktforschung eingeschaltet, Copytexter mit Kaffee versorgt. Doch eigentlich ist die Kiste gar nicht so kompliziert: Kauft euch doch einfach den Trend!
Seit Februar 2010 bietet Twitter Paid Trends an, eine Art bezahlte Mogelpackung, die sich unter die Buzz-Topics des Tages mischen. Die heißesten Keywords werden prominent auf der Twitter-Startseite und in jedem Nutzerprofil integriert, ein Klick bringt den User dann mitten in die Diskussion. Ein neuer Kinofilm läuft bald an und soll kräftig beworben werden? Kein Problem: Man setzt es einfach auf die Top-10-Liste der meistbesprochenen Themen und ist bereits im Mundpropaganda-Karussell fest etabliert.
Paid Trends tauchten in der Vergangenheit allerdings eher vereinzelt auf, was auch daran liegen kann, das Twitter das Angebot nicht an die große Glocke gehängt hat. Tatsächlich wird die Werbeform auf den offiziellen Infoseiten für Unternehmen nicht mit einer Silbe erwähnt. Umso neugieriger darf man auf einen aktuellen Artikel des “Wall Street Journal” sein, der ein wenig die Hintergründe zum Produkt aufdeckt. Im Mittelpunkt des Berichts stehen sowohl die Paid Trends als auch die bezahlten Suchergebnisse, die immer dann an oberster Stelle in der Ergebnisliste auftauchen, wenn zuvor ein bestimmtes Keyword gebucht wurde (AdWords in Echtzeit, sozusagen). Weiterlesen

Apple ist groß, Apple ist mächtig. Aber Apple ist auch mutterseelenallein auf dieser Welt. Cupertino hat einfach keine Freunde, Steve Jobs ist der Eric Cartman des globalen IT-Sektors. Ein gut gehütetes Geschäftsgeheimnis, emsige Entwickler hinter geschlossenen Türen und eine Rechtsabteilung, die beinahe täglich Abmahnungen aus der Hüfte schießt, haben sich bislang gut auf die Konzernbilanz ausgewirkt. Apple war vor wenigen Tagen als zweitwertvollstes Unternehmen der Welt vorgestellt worden – zumindest schon einmal für ein paar Stunden.
Doch was im Hardware-Geschäft eine Bereicherung ist, kann im Social Web, in dem “Freunde” nun einmal die Währung sind, katastrophal nach hinten losgehen. Die Rede ist von Ping, Apples Social Network für Musik, das fest in iTunes integriert ist. Erst Anfang September gelauncht, hatte es nach Unternehmensangaben binnen der ersten zwei Tage bereits eine Million Mitglieder für sich gewinnen können. Seitdem schweigt sich die Pressestelle allerdings über die weitere Perfomance der Plattform aus.
Am Wochenende hat Apple eine neue Version von iTunes ins Netz geworfen, Nummer 10.0.1 steht damit jedem Nutzer zum Download zur Verfügung. Mit an Bord ist eine Neuauflage von Ping, das von seinem etwas versteckten Platz herausgehoben wurde und eine große, auffällige Seitenleiste spendiert bekommen hat. Zusätzlich crawlt das Musiknetzwerk ab sofort die eigene Musikbibliothek (zumindest die Songs darin, die original über iTunes gekauft wurden), um die Follow-Empfehlungen innerhalb von Ping zu optimieren. Ein weiteres Feature wurde direkt in die Bibliothek integriert und erlaubt nun das Teilen von Songs, die ich gerade höre oder generell unglaublich gut finde. Das war im Großen und Ganzen auch schon alles, was der Nutzer von den Neuerungen oberflächlich zu sehen bekommt. Weiterlesen
Holger Schmidt (FAZ) hat auf einen Artikel bei Fast Company hingewiesen. Titel: “Twitter is the worlds fastest growing search engine“. Darin wird berichtet, dass Mitgründer Biz Stone in einem Interview im Rahmen das Aspen Ideas Festival im Juli gesagt habe, Twitter würde mittlerweile 800 Millionen Suchanfragen verzeichnen – und das täglich. Auf den Monat gerechnet, kämen wir bei dieser Zahl locker auf 24 Milliarden Queries. Noch beeindruckender als diese Zahl ist allerdings das Wachstum, das Twitter bei den Suchanfragen hinlegen konnte. Erst im April hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass man die Grenze von 19 Milliarden Queries pro Monat habe knacken können.
24 Milliarden? Damit man ein Gefühl dafür bekommt, wie viel das eigentlich ist, habe ich die jüngsten Zahlen von ComScore herausgesucht. Sie stammen von Dezember 2009 – wer aktuellere Daten hat, möge sich deshalb bei mir melden. Hier das Ranking der globalen Suchanfragen:
- Google (inkl. YouTube & Co.): 87,8 Milliarden pro Monat
- Yahoo!: 9,4 Milliarden pro Monat
- Baidu: 8,5 Milliarden pro Monat
- Bing: 4,1 Milliarden pro Monat
Twitter wäre demnach heute die Nummer zwei bei den Suchanfragen, doch stimmt das wirklich? Nein: Die Annahme, Twitter mit den etablierten Suchmaschinen vergleichen zu können, ist reiner Mumpitz. Weiterlesen
Digg stürzt ab – und das nicht zu knapp. Seitdem der Anbieter für Social Bookmarks seiner Plattform einen komplette Relaunch verpasst hat (“The new Digg”), flüchten die Nutzer in Scharen. Die Entwicklung hat zwei Ursachen: Zum einen war Digg immer eine Seite für Hardcore-Fans, eine Art geschlossene Gesellschaft für ausgewählte URL-Junkies. Wer bei dem Dienst regelmäßig Links hoch- und runterstufte (“digg up/down”), hatte stets eine persönliche Bindung zum Thema und der begleitenden Diskussion. Und wie alle, die das Gespräch am heimischen Kamin lieben, hassen auch diese Leute Veränderungen im alltäglichen Umfeld. Im Mittelpunkt der konservativen Wutschreie stand die neu eingeführte Follow-Funktion, die mancher schon von Twitter her kannte. “Müssen wir jetzt jeden Hype-Trend mitmachen?”, maulten die Nutzer und wechselten zum Erz-Konkurrenten Reddit, der sich in all den Jahren seines Bestehens so gut wie nicht verändert hatte.
Doch der Zorn ist nur eine Entschuldigung, womit ich gerne auf die zweite Ursache des Digg-Untergangs zu sprechen kommen möchte. Bereit? Okay, hier die These: Niemand braucht heute mehr Dienste für Social Bookmarks. Die Plattformen machen seit ein, zwei Jahren dieselben Entwicklungen durch, wie wir sie im RSS-Universium sehen können. Plattformen wie Digg, Yigg oder Mr. Wong werden zusehends von etablierten Netzgrößen wie Facebook und Twitter zerquetscht. Wenn wir dem Jahr 2010 bereits ein Motto geben könnten, so hieße dieses: “Ich suche keine News mehr. Sie finden mich.” Weiterlesen

Wenn ihr mich fragt, das Video sieht ziemlich authentisch aus – auch wenn der Urheber des Clips (mit dem Nickname x313xkillax) nicht verrät, wie er an das Gerät gekommen ist. In der Vergangenheit wurde das HP Slate meist nur von vorne gezeigt, die Werbe-Clips des Herstellers waren sogar noch undurchsichtiger und deuteten einen in Schatten eingehüllten Flachmann an, von dem hin und wieder kleinere Details aufblitzten. Wer sich über die Kunststoff-Textur auf dem Rücken wundert: Auch das scheint passend zu sein, wie frühere Bilder belegen.
Echt oder nicht, es beweist zumindest eines: Windows 7 mag ein tolles Betriebssystem sein – ist jedoch für die Verwendung auf einem Tablet völlig ungeeignet. Das OS wurde speziell für Keyboard und Maus konstruiert, eine 1:1-Übersetzung auf das Touch-Display geht dank filigraner Frickel-Buttons offenbar meist in die Hose. Mal sehen, was HP noch aus dem Palm OS alles rausholen kann. Jetzt aber zum Video: Weiterlesen

Dieser Streit ist wieder einmal einer, der nicht am runden Tisch ausgetragen wird, sondern schön in aller Öffentlichkeit, versteckt hinter Pressemitteilung und piesackenden Kommentaren, die in den Medien gestreut werden. Es ist so herrlich deutsch, Dinge professionell in aller Ineffizienz dergestalt anzupacken. Doch nun zum Thema.
Im Mittelpunkt steht die seit langem angekündigte Erweiterung des Urheberrechtsgesetzes. Einige zusätzliche Paragrafen sollen eingefügt werden, um den Verlagen das “ausschließliche Recht” einzuräumen, ihren Content selbstbestimmt zu verbreiten und daran verdienen zu können: “Leistungsschutzrecht” lautet der dazu passende Schlachtruf. Am Ende der Kette soll eine neue Verwertungsgesellschaft stehen – eben eine GEMA für das gedruckte Wort, im Branchen-Sprech auch “Presseerzeugnis” genannt.
Was das konkret bedeutet: Wenn wir vom Beispiel Google ausgehen, sehen wir auf Seiten der Verleger die Argumente, in denen es heißt, die Suchmschine mache den Mörder-Reibach mit ihrem sauer erarbeiteten Content. Google fragt nicht, Google indiziert einfach die Seiten von Online-Zeitungen und -Magazinen, ohne auch nur einen Cent dafür an die Urheber abzudrücken. Eine bodenlose Frechheit!, sagen da die Verleger im Jahr 2010, in dem die Medienkrise gerade ihren Zenit überschreitet. Weiterlesen
Die Info stammt von WebTrends. Ein Redakteur des Blogs war gestern zu Besuch beim Sports Marketing 2.0-Gipfel in Atlanta und hatte die Gelegenheit, Ross Hoffman zur Seite zu nehmen, der bei Twitter verantwortlich für die Unternehmensentwicklung ist. Hoffmann hatte kurz zuvor durchblicken lassen, dass Sportclubs und Vereine schon bald ein Analyse-Dashboard auf Twitter zur Verfügung gestellt bekommen, um aktuelle Entwicklungen im Netz zu verfolgen. Weshalb die Monitoring-Rakete zunächst im Sportlager zündet? Niemand weiß es, doch Hoffman hat auf Nachfrage noch ein paar Details herausgerückt.
Das Roll-Out des Tools beginnt bereits im viertel Quartal 2010 und wird kontrolliert und zeitversetzt für registrierte Accounts stattfinden. Sollte etwas schiefgehen, kann immer noch problemlos der Stecker gezogen werden, ohne, dass es zu einem empörten Aufschrei im Publikum führt. Sportler kommen auf jeden Fall in den Genuss der Analyse, Hoffmann geht jedoch davon aus, dass sie später allen Nutzern zur Verfügung stehen wird. Das neue Dashboard soll Einblick geben, welche Tweets gerade en vogue sind, wie sie sich verbreiten und wer unter der Gefolgschaft den größten Anteil daran hat (Key Influencers). Das Ganze kommt natürlich in Echtzeit daher. Weiterlesen

Die Jungs vom GoogleWatchBlog machen keinen guten Job – sie machen einen verdammt guten Job. Es gibt kaum noch Watch-Blogs in Deutschland, weshalb die eifrige Arbeit der drei Blogger besonders zu loben ist. Wer etwas über Google wissen will, kommt am GWB nicht vorbei – und über 30.000 RSS-Abonnenten können nicht irren.
Doch nun gibt es eine neue Konkurrenz. Google höchstpersönlich will sich nun als kompetenter Berichterstatter in eigener Sache versuchen und hat vergangenen Abend “Google New” gelauncht (Obacht: nicht “Google News”, das heute seinen achten Geburtstag feiert): eine Übersichtsseite, die über sämtlichen neuen Features und Feature-Updates im Google Produktportfolio berichtet. Dafür zieht sich die Page aktuelle Posts aus den unzähligen Google-Produktblogs (über hundert) und richtet sie chronologisch aus. An oberster Stelle steht die prominentste Neuerung, die derzeit Google Instant darstellt. Weiterlesen
Twitter ist gerade wieder einmal das Opfer eines kleinen, aber schwerwiegenden Hacks geworden. Wie Sophos gerade berichtet, treibt gerade ein MouseOver-Wurm auf der Plattform sein Unwesen. Wer mit seinem Mauszeiger über Tweets gleitet, öffnet ungewollt mehrere Pop-Ups, gleichzeitig werden die Nachrichten retweetet. Um sich vor etwaigen Schadcode zu schützen, sollten die Anwender dringend darauf verzichten, das Web-Interface von Twitter zu nutzen und temporär lieber auf externe Clients ausweichen.
Twitter ist bereits über das Problem informiert, hat allerdings noch nicht öffentlich reagiert (siehe Status-Seite). Laut Sophos sollen die schwarzen Balken, die derzeit anstelle von Tweets erscheinen, die Inhalte kaschieren – der Urheber geht wohl davon aus, dass Nutzer der Zensur nur schwer widerstehen können und darauf klicken. Neben den schwarzen Balken tauchen vermehrt auch gigantische Buchstaben in den Timelines auf. Auch hier gilt: Weg mit dem Mauszeiger und den Client anwerfen. Laut DerStandard sind die neuen Twitter-Interfaces (Twitter 2.0), die diese Woche ihren globalen Roll-Out feiern sollen, bislang nicht betroffen. Weiterlesen














