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Ich verlasse Basic Thinking

31. Mai 2010  |  avatter  |  30 Comments  |  Share

Ich habe lange darüber nachgedacht, ehe ich den Entschluss fasste. Und noch länger darüber, wie ich ihn formuliere. Doch letzten Endes ist es ganz einfach: Ich verlasse Basic Thinking zum 30. Juni. Lasst mich die Entscheidung ein wenig erklären.

Am Abend der Auktion, am 15. Januar 2009, bekam ich einen Anruf aus Hürth bei Köln. Serverloft – beziehungsweise die Muttergesellschaft Intergenia AG – hatte bei Roberts Versteigerung den Zuschlag bekommen. Ich machte mir ein Kölsch auf und gab über den Hörer orthografische Tipps bei der Gestaltung der Pressemitteilung. Noch in der Nacht machte ich Trockenübungen, am nächsten Morgen wurden wir ins kalte Wasser geworfen. Von Anfang an war klar, dass wir keinen Robert 2.0 bieten konnten – und wollten. Wir versuchten kurze Posts, klassische News-Beiträge, Intellektuelles, Boulevardeskes, dann Persönliches. Neben der Sondierung des Stils machten wir uns auf die Suche nach unserer inhaltlichen Nische. Die Kollegen aus den Deutschen Blogcharts machen – damals wie heute – einen erstklassigen Job, also stand es außer Frage, hier zu wildern. Wir brauchten etwas Eigenes.

Nach einigen Wochen bekam ich die ersten Zahlen auf den Tisch, die mir zeigten, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Wir forcierten die eingeschlagene Richtung. Wenn wir bei der Themenjagd fündig wurden, fungierte die Quelle als Steinbruch. Man kann ruhig das Fenster danach schließen – es bringt auf lange Sicht nichts, das Gelesene in eigenen Worten wiederzugeben oder einfach nur einen Link darauf zu platzieren. Auf Basic Thinking schrieb ich einmal über die Idee dahinter:

Blogger sollten niemals vergessen, dass sie ein eigenes Publikum besitzen – so groß oder klein es auch sein mag. Und das hat Anspruch auf eine zielgruppengenaue Ansprache. Das bedeutet nichts anderes, als dass das Thema von immer neuen Perspektiven beleuchtet werden muss: Worum geht es überhaupt? Wieso ist es so und nicht anders? Könnte es anders sein? Was halte ich als Autor davon? Was bedeutet das für den jeweiligen Leser und wie kann er am Besten davon profitieren? Und was hält er davon?

Die Erklärung eines neuen Dienstes wie beispielsweise Google Wave sollte für Business-Leute anders ausfallen, als für Schüler, für Internetneulinge, Bastelexperten, Journalisten, für Angelvereine. Weiterlesen