Posts Tagged ‘Apple’

iPads in Klassenzimmern: “Time to turn the Page”

19. Januar 2012  |  Netznews, Tech, Unternehmen  |  1 Comment

There is no reason to assume today that kids need to use the same tools they used in 1950. To do so is to prepare them for a world that’s already passed. – Phil Schiller

Hoffentlich habe ich niemanden vergessen, doch es dürften drei Parteien sein, die nach der heutigen Apple-Ankündigung einen geknickten Eindruck machen: Zum einen Print-on-Demand-Anbieter, zum anderen Unternehmen, die sich auf die Gestaltung von E-Books spezialisiert haben. Und dann all diejenigen der Buchbranche, die dem Innovationsdruck bislang tapfer die Stirn geboten haben.

Holz ist ein wissenschaftlicher Baustoff aus einer verklärten Vergangenheit – um nichts Geringeres als diese Botschaft ging es heute, als Phil Schiller die drei Education-Produkte iBooks2, iBooks Author und die iTunes U-App vorstellte. Steve Jobs war der Bildungssektor nach eigenem Bekunden immer eine Herzensangelegenheit (wer die Biographie gelesen hat, erinnert sich an die bewegenden Worte der letzten Tage) und auch Apple hatte das dritte Standbein – neben “Consumer” und “Professionals” – nie richtig aus den Augen verloren. Nicht zuletzt beginnt Kundenbindung heutzutage immer früher: einmal Apple, immer Apple. Weiterlesen

Danke: Das Erbe von Steve Jobs

9. Oktober 2011  |  Tech, Unternehmen  |  8 Comments

Auf Apple.com steht noch immer Steve Jobs’ Todesanzeige. Wer sich die schwarz-weisse Portraitaufnahme des ehemaligen Apple-Chefs genauer ansieht, wird feststellen, dass das Bild mit “t_hero.png” betitelt ist. War Steve Jobs ein Held? Für viele bei Apple sicherlich. Bestimmt unterschreiben auch viele Branchenkollegen diese Nobilitierung.

Als ich noch mit den Kollegen auf Basic Thinking schrieb, nannten mich einige Nutzer “Apple-André”. Wir waren “Apple André” und “Microsoft Marek” und wir ergänzten uns wunderbar. Ich glaube, wir hatten unseren Ruf als oppositionelles Harmonieteam weg. Ich mochte und mag Apple – Hardware, Software, das Design. Als ich vom Tod von Steve Jobs erfuhr, stieg für kurze Zeit mein Puls an. Dann dachte ich aber an Foxconn und die vielen Tausend Arbeiter, die dort Geräte schrauben, wenig verdienen und aus Verzweiflung von den Dächern der Wohnsiedlungen springen. Jobs war brillant, kreativ, durchsetzungsstark und visionär. Er war aber kein Held. Vielleicht trug seine Besessenheit dazu bei, dass er keine philanthropischen Anflüge hatte, wie wir es von seinem ehemaligen Kollegen Bill Gates her kennen. Vielleicht war er auch nur ein ausgebuffter Business-Mann. Man weiß es nicht.

Doch abseits dieser moralischen Betrachtung hat die Welt Steve Jobs einiges zu verdanken. Ich habe im Folgenden drei Phänomene notiert, die ich mir aus der Ära Jobs hinübergerettet habe. Drei Dinge, die mich persönlich beeindruckt haben und ein wenig von dem Einfluss zeigen, die Jobs nicht nur auf unsere Generation hat, sondern auch auf die kommenden haben wird. Weiterlesen

Apple vs. Samsung: Faules Beweisbild in der Einstweiligen Verfügung?

15. August 2011  |  Tech, Unternehmen  |  Kommentare deaktiviert

Wenn es Übernahmen, Produktentwicklungen oder Abmahnungen gibt, stöbere ich ja immer gerne in den Original-Unterlagen, sofern sie verfügbar sind. Doch auf dieses pikante Detail bin ich erst durch das niederländische Apple-Blog WebWereld (Translate-Link) aufmerksam geworden.

Es dürfte mittlerweile jeder mitbekommen haben, dass sich der Innovationskampf der Hard- und Software-Giganten vom heimischen Labor langsam in die internationalen Gerichtsgebäude verlegt: Apple mahnt so unter anderem Samsung und Motorola ab, da – so das Argument – die Konkurrenz-Tablets ein frecher Abklatsch des iPad 2 seien. Die Richter können entscheiden, wie sie wollen: Natürlich sind die Tablets der neuen Generation – wenn nicht vom iPad abgeguckt – so aber doch vom Apple-Rechner inspiriert. Man sollte da die Zügel aber locker lassen, gerade Apple hat sich ja nicht nur am Design-Fundus eines großen deutschen Elektrounternehmens immer wieder bedient – und tut es noch heute. Weiterlesen

Apple iCloud: Wie die Wolke den Nutzern in die Taschen greift

6. Juni 2011  |  Netznews, Tech, Unternehmen  |  11 Comments

Herrlich, Apple. Du hast es geschafft, auf einen Schlag wirklich jedes Unternehmen, das auch nur im Entferntesten etwas mit mobile Computing zu tun hat, eine Nackenklatsche zu verpassen. High Five!

Apple hat soeben seine diesjährige Worldwide Developers Conference (WWDC) hinter sich gebracht. Und obwohl das iPhone 5 weiter auf sich warten lassen muss, hatte die Veranstaltung doch genug Zündstoff, um – wieder einmal – die Branche in Aufruhr zu versetzen. Größtes Kapitel der Keynote (Mitschnitt) war die Einführung der iCloud, Apples Antwort auf offenbar schwindende Ressourcen im lokalen Speicher mobiler Endgeräte. Was wir bereits jetzt festhalten können: 8 GB, 16, GB, 32 GB und 64 GB – eine größere Speichergeneration wird es im iOS-Universum auf absehbare Zeit nicht geben. Der Platz sei ausreichend, so Steve Jobs.

Ausnahmslos alles soll in die Cloud verlegt werden: Fotos, Musik, Videos, Apps, iWork-Dokumente, Bücher, Kalendereinträge – alle Formen digitaler Inhalte, die man sich vorstellen kann, werden kurz nach ihrer Erstellung vaporisiert und in die Wolke geschossen; nicht selten soll dies automatisch passieren (etwa bei gerade geknipsten Fotos). Der neue Push-Dienst, der die SMS ablösen soll und mit dem sich Bilder und Videos verschicken lassen, greift auf WLAN und UMTS zurück. Die Firmware wird Over The Air aktualisiert. Apple ruft damit auch die “Post-PC-Ära” aus, die Einrichtung “Synchronisation” ist ein Relikt der Vergangenheit: “Diese Geräte standing in Sync zu halten, macht uns wahnsinnig”, so Jobs. Und wie Recht er damit hat. Weiterlesen

“Locationgate”: Wie sich Apple aus der Affäre heuchelt

27. April 2011  |  Netznews, Tech  |  5 Comments

Apple hat reinen Tisch gemacht. Zumindest gab sich Cupertino am Mittwoch den Anschein, für Klarheit in der Sache zu sorgen, die mittlerweile unter der landläufigen Bezeichnung “Locationgate” lanciert wird. Es habe sich um einen dummen Software-Fehler gehandelt – nein, eigentlich und genau genommen stecke der Fehler nicht im System, sondern vielmehr in den Köpfen der Kunden, die offenbar bis heute nicht kapiert hätten, wie ein iPhone funktioniert. Sie seien einfach “verwirrt”. Immerhin gesteht der Konzern beiläufig (dafür aber voller Güte) einen Fehler ein: Man habe sich nicht genug Mühe bei der “Education” – der Aufklärung – der Nutzer gegeben.

Was für eine groteske Scharade! Apple ist mit heruntergelassenen Hosen erwischt worden und erklärt uns nun, dass man sich lediglich am Knie kratzen wollte? Wie immer die Erklärungen durch die Cupertino-PR formuliert wurden: Erstens bleibt es dabei, dass Apple die groben Aufenthaltsorte der iPhone-Nutzer protokolliert. Zweitens bleibt es dabei, dass diese sensiblen Daten unverschlüsselt im Speicher des Handys geparkt wurden. Und Drittens ist weiterhin unklar, was genau mit diesen Daten passiert und in welcher Form sie anderen Parteien zur Verfügung gestellt werden. Weiterlesen

iOS-Bewegungsprofile: Apple privatisiert die Vorratsdatenspeicherung

20. April 2011  |  Tech  |  Kommentare deaktiviert

Vor einigen Wochen hatte Zeit Online, das aufrüttelnde Stück “Das verräterische Handy” gebracht. Mittels der von der Telekom (auf juristischem Geheiß hin) minutiös protokollierten Vorratsdaten war es gelungen, das Leben des Grünenpolitikers Malte Spitz nachzuzeichnen: Wo steckte Malte zwischen den Jahren 2009 und 2010, wohin reiste er, wen rief er an und wie oft versendete er SMS?

Die Visualisierung des Bewegungsprofils war so detailliert, so unheimlich ausführlich, dass es den Lesern kalt den Rücken herunterlief. Auch die New York Times empörte sich und betonte dem US-Publikum gegenüber:

Mr. Spitz has provided a rare glimpse — an unprecedented one, privacy experts say — of what is being collected as we walk around with our phones. Unlike many online services and Web sites that must send “cookies” to a user’s computer to try to link its traffic to a specific person, cellphone companies simply have to sit back and hit “record.”

Die Protokollierung folgt hierzulande wie auch in den USA den gesetzlichen Geboten, man denkt und hofft: “Okay, solange ich kein Selbstmordattentat plane, Konvertit werde oder Frau Merkel ein böses Gedicht schreibe, bleibt das schon alles unter Verschluss.” Wie viel an dieser Annahme dran ist, kann keiner von uns sagen. Ausnahmslos alle Regungen im digitalen Leben werden getrackt – wann oder wo ein Staatsanwalt Einsicht in die Daten fordert, bleibt im Dunkeln verborgen. Weiterlesen

Vom Buh-Mann zum Verlagsretter: Der seltsame Fall der Google-Anbetung

17. Februar 2011  |  Journalismus, Netznews, Tech  |  1 Comment

Wir beginnen mit den Worten des großen John F. Kennedy: “Vergib deinen Feinden, aber vergiss niemals ihre Namen.” Wäre dies die Absicht der deutschen Verlagsszene gewesen, müsste man heute eine branchenweite Demenzerkrankung diagnostizieren – oder habe ich etwas verpasst? Hierzulande wie in Übersee gehörte es stets zum guten Ton, Google zu hassen. Im Zuge der Hamburger Erklärung wurde dieses Feindbild einstmals schriftlich fixiert, später Kartellrechtsklagen vorbereitet. “Wir werden schleichend enteignet!“, polterte da ein Hubert Burda und bei jedem Treffen der Verlagsbosse kam es noch vor ein paar Tagen erst dann zum Schulterschluss, wenn in Sprechchören das Leistungsschutz-Lied angestimmt und die Google-Flagge verbrannt wurde.

Was wurde denn jetzt aus dem miesen Geschäft mit dem Diebstahl und der frechen Vermarktung fremder Inhalte? Was wurde aus der kompromisslosen Forderung nach einer Umsatzbeteiligung? Ach, so – es war gar nicht so schlimm.

Das System funktioniert ziemlich einfach und ist uns allen aus dem Alltag (oder der historischen Kriegsführung) bestens bekannt: der Feind meines Feindes ist mein Freund. Apple hat erstmals richtig die Muskeln spielen lassen und mit seiner Marktmacht geprotzt. Satte 30 Prozent sollen die Verleger bei Abo-Modellen auf dem iPad abdrücken, zusätzlich werden nur die nötigsten Informationen über die Leser an die Auftraggeber weitergeleitet. Ein Unding! maulen da BDZV und VDZ – eine Unverschämtheit. In einem hilflosen, offenen Brief an Apple machen sie ihrer Empörung Platz und gehen sogar so weit, einen Katalog mit “Forderungen” nach Cupertino zu schicken. Eine Etage höher, bei der European Newspaper Publishers’ Association (ENPA), schlägt man in dieselbe Kerbe. Steve Jobs dürfte reagiert haben, als habe man ihn mit einem Stück Nähseide geschlagen. Weiterlesen

“The Daily” soll den Journalismus retten? Meh!

2. Februar 2011  |  Journalismus, Netznews, Social Media  |  1 Comment

Die Erwartungen waren hoch – rückblickend betrachtet waren sie zugegebener Weise viel zu hoch. Schuld an der Verhältnislosigkeit war Rupert Murdoch, als er vor rund sechs Monaten ankündigte, das internationale Pressewesen revolutionieren zu wollen: “Neue Zeiten verlangen nach einem neuen Journalismus”, hieß es dann auch an diesem Mittwoch. News Corp hat die bislang einzige Zeitung von Band rollen lassen, die exklusiv auf dem iPad verkauft wird. “The Daily” (iTunes) ist ein täglich erscheinendes 100-Seiten-Monster, das hauptsächlich von der “Magie der Technik” zehren soll – ein Statement, das es mir im ersten Moment kalt den Rücken runter laufen ließ.

Doch räumen wir zunächst einige Fragen aus dem Weg. Apple war vom ersten Tag der Ideenfindung am Projekt beteiligt. Murdoch ließ es sich nicht nehmen, Steve Jobs mit Komplimenten zu überschütten. Er wirkte beinahe, als bekäme da ein ausmanövrierter Top-Manager von einem Jahrzehnte älteren Branchenimperator den Preis für sein Lebenswerk überreicht (die Neuerfindung der Computer- und Medienwelt), kurzum: es rief Grusel hervor. Apple sitzt also im Boot, allerdings nur zur Anfangsphase, da das iPad heute noch über die nötige Reichweite am Markt verfügt. In ein, zwei Jahren, wenn die anderen Tablet-Hersteller nachgezogen haben, wird sich dies ändern, verkündete Murdoch, ohne den zerknirschten Apple-Mann Eddie Cue auch nur eines Blickes zu würdigen. Technisch dürfte die Öffnung für andere Plattform kein größeres Problem darstellen, da der meiste HTML5-Content von “The Daily” aus dem Browser abgerufen werden kann (die App selbst ist nur rund 45 MB schwer).

Apples zweites Geschenk an diesem Tag bestand aus einem neuen Abomodell für die Kunden. War es bislang nur möglich, Apps einmal käuflich zu erwerben und gegebenenfalls per In-App-Shopping weitere Inhalte hinzuzuladen, so gibt es nun die Möglichkeit der Laufzeitverträge. Im Fall von “The Daily” betragen die Kosten 0,99 US-Dollar pro Woche oder 39,99 Dollar pro Jahr – eigentlich ein Schnäppchen. News Corp hat insgesamt 30 Millionen Dollar in die Entwicklung des iPad-Blattes gepumpt, die laufenden Kosten für die betreuende 100-Mann-Redaktion werden auf wöchentlich rund 500.000 Dollar geschätzt. Murdochs Augen funkelten, als er diese Zahlen verkündete und so schob er gackernd hinterher: “Kein Papier, keine millionenschweren Druckerpressen mehr! Wir geben die Einsparungen an den Leser weiter.” Murdoch vermittelt den Eindruck, als würden allein die günstigen Produktionskosten das Experiment einer Tablet-Zeitung rechtfertigen – der Druck des anhaltenden Leser- und Werberschwunds spielte offenbar keine Rolle. Weiterlesen

So lässt sich Ping in iTunes 10.1 abstellen

13. November 2010  |  Social Media  |  Kommentare deaktiviert


Ein wenig seltsam ist es ja schon: Seit Freitagabend ist die Neuauflage von iTunes erhältlich. Der Client in der Version 10.1 ermöglicht Airplay, also die drahtlose Übertragung von Musik, Bildern und Filmen zwischen Rechner, Apple TV und iPods, iPads oder iPhones im gemeinsamen WLAN-Netz. Zudem wurde das neue iTunes fit für iOS 4.2 gemacht. Doch noch etwas ist neu.

Apple ermöglicht Nutzern von iTunes 10.1 ab sofort, das musikalische Social Network Ping zu deaktivieren. Zuvor war dies kaum möglich beziehungsweise nur versierten Nutzern, die keine Angst vor dem Mac-Terminal haben (defaults write com.apple.iTunes disablePingSidebar 1). Bei Windows lautete der Befehl unter “Ausführen”: C:\Program Files\iTunes\iTunes.exe” /setPrefInt disablePingSidebar 1 – zuletzt bestand außderdem die Möglichkeit, Ping online über das Store-Konto auszuschalten. Weiterlesen

Ping + Twitter: Apples Versuch, sich neue Freunde zu kaufen

11. November 2010  |  Social Media  |  Kommentare deaktiviert

Tja, wer hätte das gedacht? Da bekommt Twitter den Vorzug vor Facebook – auf der anderen Seite: Wenn zwei Männer mit megalomanischen Egos aufeinanderprallen, dauert es eben etwas länger. Daran ändert offenbar auch das gemeinsame Abendessen von Steve Jobs und Mark Zuckerberg nichts. Nun hat es also Twitter vor Facebook geschafft… Ich habe schon zuvor geschrieben, dass der hermetisch abgeschlossene Client-Raum für Ping früher der später den Tod bedeuten würde. Social Networks sind per natura dezentral aufgestellt. Wer die Meinung vertritt, dass Communities in kommerziellen Apparaten wie iTunes funktionieren, ist entweder komplett verrückt oder Steve Jobs. Nun also erleben wir eine zaghafte Öffnung nach außen – sehr schön. Doch was haben eigentlich die beiden Parteien, Apple und Twitter, davon?

Beginnen wir bei Apple: Mit Twitter als Partner kann Ping den Client-Muff ein wenig abschütteln. User haben ab sofort die Möglichkeit, ihre Lieblingssongs nicht nur per manueller Textbotschaft, sondern auch als interaktive Preview mit ihren Followern zu teilen. Derzeit gibt erlaubt iTunes 30-sekündige Clipausschnitte, Apple arbeitet jedoch daran, die Dauer der Previews auf 90 Sekunden anzuheben. Damit kann Ping die bislang doch recht bescheidene Reichweite zumindest potentiell ordentlich erhöhen. Leute, die zuvor nicht einmal wussten, was hinter den merkwürdigen Begriffen “MP3-Kauf” oder “iTunes” steht, werden nun an das Thema sachte herangeführt. Mehr Mitglieder für Ping, einen Zuwachs an Song-Verkäufen – das ist es, was Apple durch den Deal gewinnt. Bleibt die Frage: Warum ist man eigentlich überhaupt den Umweg über Ping gegangen? Eine einfache Integration in der iTunes-Library hätte es ebenso getan. Weiterlesen

Skyfire: Flash kommt doch auf das iPhone – durch die App-Hintertür

4. November 2010  |  Netznews  |  Kommentare deaktiviert

Steve Jobs wird keinen Bürostuhl, sondern wahrscheinlich einen ganzen Konferenztisch im Cupertino-Hautquartier durch das Fenster auf die Straße geworfen haben. Gerade erst konnte Apple die Erfolgsmeldung feiern, dass HTML5-Videos die Flash-Clips im Netz überrannt haben – dann kommt plötzlich der Dolchstoß von hinten.

“Wir haben eng mit unserem Freunden bei Apple zusammen gearbeitet, während wir uns um eine Zulassung im App Store bemühten”, heißt es fröhlich feixend im Pressevideo zum mobilen Browser Skyfire. Die App mit dem kämpferischen Namen ist bereits länger auf Android-Plattformen vertreten, nun feiert sie ihr Debut auf dem iPhone. Skyfire setzt auf WebKit auf, der Rendering-Engine, die Safari zum Seitenaufbau nutzt und obligatorische Grundlage für alle iOS-Browser (außer Opera) bildet – daher waren Apple beim Approval-Verfahren wohl die Hände gebunden.

Skyfire bietet Social Features für das Sharing, einen Privatmodus, Multi-Tabs, gibts Tipps für ähnliche Seiten – und unterstützt Flash. Ja, richtig gehört. Der Browser verfolgt URLs eingefügter Flash-Videos zurück, leitet den User im Hintergrund zum Skyfire-Server um, wo eine Umwandlung in HTML5 (H.264) stattfindet, und streamt dann die Clips direkt auf der aufgerufenen Seite im Vollbild. Die Qualität der Clips ist variabel und soll sich nach dem aktuellen Netzempfang richten, so dass es keine Hänger beim Abspielen gibt. Netter Nebeneffekt: Durch die Umwandlung in der Cloud wird der Prozessor von iPhone oder iPad weniger belastet, was förderlich für die Akkulaufzeit ist. “User wollen sich keinen Kopf darüber machen, auf welche Video-Technolgie Websites setzen”, meint Jeff Glueck, der CEO von Skyfire. “Mit diesem Umweg macht Skyfire das Abspielen möglich, gleichzeitig werden Videos für mobile Displays und Netzwerke optimiert.” Weiterlesen

Apples Plan ging auf: HTML5-Videos haben die Flash-Clips überrannt

28. Oktober 2010  |  Netznews  |  Kommentare deaktiviert

Auf der Telefonkonferenz im Zuge der Vorstellung der jüngsten Quartalszahlen wurde Steve Jobs von einem Journalist gefragt, wie er heute zu “Flash” stehe. “Flash?”, fragte der Apple-Chef genervt zurück. “Wir lieben Flash-Speicher!” Unheimliche Stille am anderen Ende der Leitung – niemand wollte Jobs’ Adobe-Antipathie weiter als nötig reizen.

Für Apple ist der Streit mit Adobe gelaufen. Die Fronten sind und bleiben verhärtet: Den mobilen Nutzern bleibt der Flash-Player verwehrt, Mac-Besitzer bekommen keine vorinstallierte Version mehr vorgesetzt und die Entwickler dürfen nicht auf das Developer-Kit von Adobe zurückgreifen – andernfalls bleibt die Tür des App Store verschlossen. Und Silverlight? Microsofts Rich Media-Plugin spielt – trotz massiver Marketingmaßnahmen – heute kaum noch eine Rolle.

Website-Betreiber kommen also nicht umhin, entsprechend umzurüsten, immerhin erwarten sie Besucher aus jedem Lager, ob mobil, stationär, ob PC oder Mac. Als universelle Lösung wurde schon früh HTML5 lanciert, das dank interpretierbarer Multimedia-Tags direkt im Browser funktioniert – ohne Plugin und damit auch ohne größere Sicherheitsbedenken. Steve Jobs hat das Web bereits offiziell in die “Guten” und die “Bösen” geteilt, so wie Moses einst das Meer teilte. Wer seine Website auf HTML5, CSS3 und JavaScript basieren lässt, ist ein Freund. Alle anderen sollen sich verpissen – oder zumindest lernen, sich der neuen Apple-Welt anzupassen. Weiterlesen

Was Apple kann, kann Microsoft auch: Steve Ballmer poltert gegen Android

20. Oktober 2010  |  Netznews  |  Kommentare deaktiviert

Nur zwei Tage nach Steve Jobs’ Brandrede gegen Google, zieht Microsoft nach. Für die am 21. Oktober erscheinenden Ausgabe von “Capital” wurde Redmond-Gott Steve Ballmer zum Interview geladen – und dieser lässt kein gutes Haar an der Konkurrenz: “Ich weiß nicht, was ein Android-Handy ist, und die Verbraucher wissen es auch nicht. Android ist keine Marke”, so Ballmer. Er glaube nicht an einen “dauerhaften Erfolg” des Google-Betriebssystems.

Der Microsoft-Chef muss dies sagen, immerhin wird der Startschuss für Windows Phone 7 in Deutschland bereits am kommenden Donnerstag gegeben. Und Google galoppiert der Konkurrenz im Smartphone-Markt schon seit einiger Zeit davon: rund 200.000 Android-Handys gehen jeden Tag weltweit über die Ladentheke. “Wenn wir die Leute dazu bringen können, eines unserer neuen Handys in die Hand zu nehmen, dann können wir jeden Rivalen schlagen”, meint Ballmer. Microsoft habe sich zum Ziel gesetzt, “fünf bis zehn Prozent” der Leute, dich sich ein ein neues Handy zulegen wollen, zum Kauf von Windows Phone 7 zu bewegen. Weltweit kommt Windows Mobile auf einen Marktanteil von 7,9 Prozent (im Vorjahr: 11 Prozent). In Deutschland hat Microsoft einen besseren Stand: 16 Prozent aller Smartphone-Besitzer benutzen hier das Microsoft-OS, lediglich 5,7 Prozent konnten sich bislang für Android begeistern. Weiterlesen

Hallo Apple, bitte wirf Ping aus iTunes raus!

26. September 2010  |  Netznews, Tech  |  2 Comments

Apple ist groß, Apple ist mächtig. Aber Apple ist auch mutterseelenallein auf dieser Welt. Cupertino hat einfach keine Freunde, Steve Jobs ist der Eric Cartman des globalen IT-Sektors. Ein gut gehütetes Geschäftsgeheimnis, emsige Entwickler hinter geschlossenen Türen und eine Rechtsabteilung, die beinahe täglich Abmahnungen aus der Hüfte schießt, haben sich bislang gut auf die Konzernbilanz ausgewirkt. Apple war vor wenigen Tagen als zweitwertvollstes Unternehmen der Welt vorgestellt worden – zumindest schon einmal für ein paar Stunden.

Doch was im Hardware-Geschäft eine Bereicherung ist, kann im Social Web, in dem “Freunde” nun einmal die Währung sind, katastrophal nach hinten losgehen. Die Rede ist von Ping, Apples Social Network für Musik, das fest in iTunes integriert ist. Erst Anfang September gelauncht, hatte es nach Unternehmensangaben binnen der ersten zwei Tage bereits eine Million Mitglieder für sich gewinnen können. Seitdem schweigt sich die Pressestelle allerdings über die weitere Perfomance der Plattform aus.

Am Wochenende hat Apple eine neue Version von iTunes ins Netz geworfen, Nummer 10.0.1 steht damit jedem Nutzer zum Download zur Verfügung. Mit an Bord ist eine Neuauflage von Ping, das von seinem etwas versteckten Platz herausgehoben wurde und eine große, auffällige Seitenleiste spendiert bekommen hat. Zusätzlich crawlt das Musiknetzwerk ab sofort die eigene Musikbibliothek (zumindest die Songs darin, die original über iTunes gekauft wurden), um die Follow-Empfehlungen innerhalb von Ping zu optimieren. Ein weiteres Feature wurde direkt in die Bibliothek integriert und erlaubt nun das Teilen von Songs, die ich gerade höre oder generell unglaublich gut finde. Das war im Großen und Ganzen auch schon alles, was der Nutzer von den Neuerungen oberflächlich zu sehen bekommt. Weiterlesen

Apple lässt iPad-Clip löschen: Wie eine Fliege zerdrückt (Update)

20. September 2010  |  Netznews  |  2 Comments

Kurz nach dem Marktstart des iPad zuckten einige Fanboys zusammen, als plötzlich ein Video auftauchte, in dem ein paar US-Kids sich einen Spaß daraus machten, das brandneue Gerät mit einem Baseballschläger zu malträtieren. Später bekam das Grausen einen neuen Namen, als BlendTec-Gründer Tom Dickson das Apple-Tablet in seinen Mixer warf und Millionen von Zuschauern beim Anblick herumfliegender Platinen-Spähne die Haare zu Berge standen. Teure Technik zu zerstören – das sorgt für gesunde Aufmerksamkeit und zeugt von einer gewissen C’est la vie-Attitüde. Hey, es ist nur ein Gadget.

Kürzlich machte ein neuer Clip die Runde, der schnell zum Viral wurde. Die New Yorker Zeitung “Newsday” hatte einen 30-sekündigen Werbespot ins Netz gestellt, der auf die neue iPad-App hinweisen sollte. Schauen wir mal hinein:
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Apples neues Social Music-Network: Was pingt mir das?

2. September 2010  |  How-To, Musik, Netznews  |  1 Comment

“It’s like Facebook and Twitter meet iTunes”, hatte Steve Jobs auf der Keynote gesagt. Auf dem Tagesplan stand die Präsentation neuer Musikutensilien für Käufer und Nutzer und Apple dürfte mit dem Line-Up (neue iPods, die Miet-Box AppleTV) die Community nicht enttäuscht haben. Das spannendste Projekt jedoch, das sich Cupertino wohl in den vergangenen Monaten ausgedacht hat, lautet nun also “Ping“.

Ping ist ein soziales Netzwerk, das fest in iTunes 10 verankert ist und in erster Linie der Entdeckung neuer Musik dienen soll. Damit hat sich Apple tatsächlich an den etablierten Marktplätzen Facebook und Twitter vorbeigeschlichen, um jedoch umso imposanter dem schwächelnden Netzwerk MySpace den Fehdehandschuh ins Gesicht zu knallen. Der News Corp.-Ableger kämpft seit Jahren gegen schwindende Nutzerzahlen an, derzeit misst der weltweite Mitgliederstamm rund 110 Millionen; eine Loyalität, die sich MySpace in sieben (!) Jahren erkämpfen musste. Ping steigt mit insgesamt 160 Millionen potentiellen Nutzern in den Ring – jeder von ihnen benutzt heute iTunes, jeder von ihnen hat auch seine Kreditkartendaten hinterlegt. Der für den Herbst angekündigte Relaunch von MySpace ist ein schwacher und viel zu spät angekündigter Entschluss: News Corp. dürfte von dem plötzlichen Ping-Launch völlig aufgeschreckt worden sein. Weiterlesen

Keynote im Live-Stream: Apple präsentiert den PI-Killer für Blogger

1. September 2010  |  Journalismus, Netznews  |  Kommentare deaktiviert

Die Pressekonferenz am 7. Juni war für Apple-Verhältnisse eine einzige Katastrophe. Jobs hatte Schweißperlen auf der Stirn, als plötzlich Hunderte WLAN-Signale die Funkverbindung für das Herzstück der Präsentation störten. Journalisten und Blogger hatten kurzerhand ihre UMTS-Verbindungen in Hotspots umgewandelt und damit die Kanäle verstopft: für das iPhone 4 gab es vorerst nur eine Offline-Demo. Ein solcher Fauxpas ist nach Konzernpolitik eigentlich unverzeihlich und auch Grund für Apples vergangene Entscheidungen, Keynotes niemals live zu streamen. Das soll sich heute erstmals ändern.

Apple hat angekündigt, ab 19 Uhr unserer Zeit auf http://www.apple.com einen visuellen Live-Einblick in die anstehende Präsentation im Yerba Buena Center zu geben. Auf dem Programm stehen Ankündigungen aus dem Cupertino-Musikbusiness, in dem seit der Übernahme von Streaming-Dienst Lala mit einem Rollout gerechnet wird. Der Haken: Das Live-Video wird nur auf Apple-Geräten empfangbar sein.

Apple schlägt damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Erstes werden offensichtlich die Hausprodukte weiter gepusht. Noch enttäuschter dürften aber die Blogger und Magazine über den Entschluss sein. Da Apple bislang die Öffentlichkeit aus derartigen Veranstaltungen ausgeklammert hatte, boomte an solchen Abenden die Institution Live-Ticker. Für Seiten wie TechCrunch, Mashable, Engadget war die journalistische Begleitung von Keynotes jedes Mal wie ein Weihnachtsfest, bei dem die Page Impressions in die Höhe kletterten und Verlinkungen im Sekundentakt zunahmen. Damit wird erst einmal Schluss sein. Weiterlesen

iPhone 4: Apple nennt Bedingungen für Gratis-Gummi

23. Juli 2010  |  Tech  |  Kommentare deaktiviert

Es ist soweit, Apple beginnt mit dem Roll-Out der großen “Nimm, was du kriegen kannst”-Aktion für enttäuschte Nutzer des iPhone 4. Schon in der Nacht wurden entsprechende Aufrufe vereinzelt per Mail versendet, jetzt folgt die offizielle Ansage. Am 16. Juli hatte Steve Jobs zähneknirschend allen Kunden ein Gratis-Gummi (“Bumper”) oder – je nach Verfügbarkeit – eine Schutzhülle für das iPhone 4 versprochen. Das Case soll dafür sorgen, dass die Leitfähigkeit der Hand nicht länger die Antennenperformance beeinträchtigt.

Wer bereits Eigentümer eines Bumpers ist und diesen direkt bei Apple gekauft hat, soll den Ankündigungen nach den bezahlten Betrag zurückerstattet bekommen: Wie dies bei deutschen Kunden geschehen soll, die bei Retail-Shops ihr Zubehör kauften, ist nicht bekannt. Händler wie Gravis haben sich noch nicht offiziell dazu geäußert, weshalb ich es auf einen Filialbesuch mit der Quittung in der Hand einfach mal ankommen lassen würde (haltet aber auch ein Auge auf deren Twitter-Account).

Der eigentliche Antrag für einen Gratis-Bumper wird über eine App abgewickelt, die ab heute bei iTunes zu finden ist. Die App ist ebenso wie der Versand der Ware kostenfrei. Apple knüpft die Bestellung jedoch gleich an mehrere Bedingungen, die Nutzer zu Kenntnis nehmen sollten: Weiterlesen