Google Lively? Tot. Dodgeball? Tot. Jaiku? Tot. Zingku? Tot. Google Shared Stuff? Tot. Orkut? Tot. Google Wave? Tot. Google Buzz? In stadio ultimo befindlich. Die Facebook-Killer-App Google Me? Lasst lieber die Finger davon…
Seien wir ehrlich, Google ist ein geniales Unternehmen: Ein Universum mit klaren Spielregeln, ein Imperium, dessen Bürger man gerne ist. In Mountain View sitzen die größten Ninjas der Mathematik, geniale Kreativingenieure und bis heute ungeschlagene Algorithmus-Meister – doch von der menschlichen Seele hat man bei Google keine Ahnung. Seit rund einem halben Jahrzehnt versucht die Suchmaschine, den Sprung in das soziale Geflecht ihrer Nutzer zu schaffen: bis heute vergeblich. All die oben angeführten Dienste sind Fehlschläge, da hilft es auch nicht weiter, dass Ex-Boss Eric Schmidt den löblichen Einwand der ständigen Beta hervorbringt: “Wir feiern unsere Misserfolge.” Man probiere eben Dinge aus – und weiter: “Dies ist ein Unternehmen, in dem es völlig okay ist, schwere Aufgaben ambitioniert anzugehen – auch, wenn sie nicht erfolgreich sind. Auf diese Weise lernen wir.”
Nun, das eben ist das Problem: Google lernt nicht. Trial and Error ist ein mehr als akzeptables Verfahren – zumal in einem so komplexen Markt wie dem heutigen, in dem fast täglich neue Variablen den Strategen in die Schachzüge grätschen. Doch wie viele Fehlschläge braucht es, bis auch der mächtigste Mega-Konzern merkt, dass es an dieser Stelle nicht weiter geht? Googles wackeliger Gang ins Social Web ist mit Leichen gepflastert. Weiterlesen

Die Story ist ziemlich frisch, wenn ich es recht überblicke, ist in erster Linie AdAge an die Exklusiv-Informationen herangekommen. Demnach wird Microsoft am kommenden Dienstag die Suchmaschine Bing in ein soziales Recommendation-Karussell verwandeln – ein radikales Make-Over, das Facebook-Nutzern heimelige Gefühle und unseren Datenschützern schlaflose Nächte geben dürfte.
Microsoft hatte schon im vergangenen Oktober “Bing Social” angekündigt, seitdem ist allerdings auf der Oberfläche noch ziemlich wenig passiert. Am Dienstag ist es also soweit: Eingeloggten Facebook-Nutzern werden in den Suchergebnissen die Tipps ihrer Freunde angezeigt. Wer nach einem netten “Café” sucht, bekommt so in erster Linie Locations vorgeschlagen, die von Bekannten zuvor mit “Gefällt mir” geadelt wurden. Das soziale Ranking bezieht sich nicht nur auf Orte, sondern auch auf Nachrichten, Rezepte, Filme, Musik – eigentlich auf das halbe Internet. Sollte der Fall eintreffen, dass keiner der Facebook-Freunde zu einem bestimmten Suchbegriff ein “Like” abgegeben hat, zieht Bing die kollektive Facebook-Community zu Rate. Weiterlesen
Holger Schmidt (FAZ) hat auf einen Artikel bei Fast Company hingewiesen. Titel: “Twitter is the worlds fastest growing search engine“. Darin wird berichtet, dass Mitgründer Biz Stone in einem Interview im Rahmen das Aspen Ideas Festival im Juli gesagt habe, Twitter würde mittlerweile 800 Millionen Suchanfragen verzeichnen – und das täglich. Auf den Monat gerechnet, kämen wir bei dieser Zahl locker auf 24 Milliarden Queries. Noch beeindruckender als diese Zahl ist allerdings das Wachstum, das Twitter bei den Suchanfragen hinlegen konnte. Erst im April hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass man die Grenze von 19 Milliarden Queries pro Monat habe knacken können.
24 Milliarden? Damit man ein Gefühl dafür bekommt, wie viel das eigentlich ist, habe ich die jüngsten Zahlen von ComScore herausgesucht. Sie stammen von Dezember 2009 – wer aktuellere Daten hat, möge sich deshalb bei mir melden. Hier das Ranking der globalen Suchanfragen:
- Google (inkl. YouTube & Co.): 87,8 Milliarden pro Monat
- Yahoo!: 9,4 Milliarden pro Monat
- Baidu: 8,5 Milliarden pro Monat
- Bing: 4,1 Milliarden pro Monat
Twitter wäre demnach heute die Nummer zwei bei den Suchanfragen, doch stimmt das wirklich? Nein: Die Annahme, Twitter mit den etablierten Suchmaschinen vergleichen zu können, ist reiner Mumpitz. Weiterlesen

Geben wir endlich zu, dass wir seinerzeit nicht zugegeben haben, dass Bing auch nur den Hauch einer Chance haben würde. Die bunte Microsoft-Suchmaschine hat sich dennoch prächtig entwickelt, was nicht zuletzt daran liegt, dass Steve Ballmer ein paar Schecks auf den Tisch geknallt hat, um bei Yahoo! als Standard-Suche einziehen zu dürfen. Der millionenschwere Deal soll die Partnerschaft für “mindstens zehn Jahre” festigen und besagt, dass Bing Ergebnisse liefert, während Yahoo! weiterhin die Vermarktung übernimmt. Die Einnahmen werden dann geteilt. Die endgültige Implementierung von Bing in Yahoo! liegt in den Vereinigten Staaten nun gut vierzehn Tage zurück. Die Europäische Union hatte bereits Mitte Februar der Zusammenlegung zugestimmt, dennoch ziehen sich die Arbeiten hin. Erst zum Ende des Jahres soll die Integration abgeschlossen sein; die Vermarktungsplattform wird jedoch vorerst nicht angerührt, um das Weihnachtgeschäft nicht zu vermiesen. Insgesamt lässt sich Microsoft alleine die Technik der Migration rund 300 Millionen Dollar kosten.
Mit der Kombination Bing/Yahoo! ist ein aggressiver Wettbewerber für Google herangewachsen und der erste Kriegsschauplatz sind damit wieder einmal die USA. Laut einer neuen Rechnung von Hitwise hält Google dort derzeit einen Marktanteil von 71,59 Prozent, Yahoo! kommt auf 14,28 Prozent und Bing auf 9,87 Prozent. Sofern die Zahlen stimmen, entfallen damit rund ein Drittel aller US-Suchanfragen auf Microsoft-Suchen – also: Bing. Weiterlesen














