Posts Tagged ‘iPad’

iPads in Klassenzimmern: “Time to turn the Page”

19. Januar 2012  |  Netznews, Tech, Unternehmen  |  1 Comment  |  Share

There is no reason to assume today that kids need to use the same tools they used in 1950. To do so is to prepare them for a world that’s already passed. – Phil Schiller

Hoffentlich habe ich niemanden vergessen, doch es dürften drei Parteien sein, die nach der heutigen Apple-Ankündigung einen geknickten Eindruck machen: Zum einen Print-on-Demand-Anbieter, zum anderen Unternehmen, die sich auf die Gestaltung von E-Books spezialisiert haben. Und dann all diejenigen der Buchbranche, die dem Innovationsdruck bislang tapfer die Stirn geboten haben.

Holz ist ein wissenschaftlicher Baustoff aus einer verklärten Vergangenheit – um nichts Geringeres als diese Botschaft ging es heute, als Phil Schiller die drei Education-Produkte iBooks2, iBooks Author und die iTunes U-App vorstellte. Steve Jobs war der Bildungssektor nach eigenem Bekunden immer eine Herzensangelegenheit (wer die Biographie gelesen hat, erinnert sich an die bewegenden Worte der letzten Tage) und auch Apple hatte das dritte Standbein – neben “Consumer” und “Professionals” – nie richtig aus den Augen verloren. Nicht zuletzt beginnt Kundenbindung heutzutage immer früher: einmal Apple, immer Apple. Weiterlesen

Apple vs. Samsung: Faules Beweisbild in der Einstweiligen Verfügung?

15. August 2011  |  Tech, Unternehmen  |  No Comments  |  Share

Wenn es Übernahmen, Produktentwicklungen oder Abmahnungen gibt, stöbere ich ja immer gerne in den Original-Unterlagen, sofern sie verfügbar sind. Doch auf dieses pikante Detail bin ich erst durch das niederländische Apple-Blog WebWereld (Translate-Link) aufmerksam geworden.

Es dürfte mittlerweile jeder mitbekommen haben, dass sich der Innovationskampf der Hard- und Software-Giganten vom heimischen Labor langsam in die internationalen Gerichtsgebäude verlegt: Apple mahnt so unter anderem Samsung und Motorola ab, da – so das Argument – die Konkurrenz-Tablets ein frecher Abklatsch des iPad 2 seien. Die Richter können entscheiden, wie sie wollen: Natürlich sind die Tablets der neuen Generation – wenn nicht vom iPad abgeguckt – so aber doch vom Apple-Rechner inspiriert. Man sollte da die Zügel aber locker lassen, gerade Apple hat sich ja nicht nur am Design-Fundus eines großen deutschen Elektrounternehmens immer wieder bedient – und tut es noch heute. Weiterlesen

iOS-Bewegungsprofile: Apple privatisiert die Vorratsdatenspeicherung

20. April 2011  |  Tech  |  No Comments  |  Share

Vor einigen Wochen hatte Zeit Online, das aufrüttelnde Stück “Das verräterische Handy” gebracht. Mittels der von der Telekom (auf juristischem Geheiß hin) minutiös protokollierten Vorratsdaten war es gelungen, das Leben des Grünenpolitikers Malte Spitz nachzuzeichnen: Wo steckte Malte zwischen den Jahren 2009 und 2010, wohin reiste er, wen rief er an und wie oft versendete er SMS?

Die Visualisierung des Bewegungsprofils war so detailliert, so unheimlich ausführlich, dass es den Lesern kalt den Rücken herunterlief. Auch die New York Times empörte sich und betonte dem US-Publikum gegenüber:

Mr. Spitz has provided a rare glimpse — an unprecedented one, privacy experts say — of what is being collected as we walk around with our phones. Unlike many online services and Web sites that must send “cookies” to a user’s computer to try to link its traffic to a specific person, cellphone companies simply have to sit back and hit “record.”

Die Protokollierung folgt hierzulande wie auch in den USA den gesetzlichen Geboten, man denkt und hofft: “Okay, solange ich kein Selbstmordattentat plane, Konvertit werde oder Frau Merkel ein böses Gedicht schreibe, bleibt das schon alles unter Verschluss.” Wie viel an dieser Annahme dran ist, kann keiner von uns sagen. Ausnahmslos alle Regungen im digitalen Leben werden getrackt – wann oder wo ein Staatsanwalt Einsicht in die Daten fordert, bleibt im Dunkeln verborgen. Weiterlesen

Vom Buh-Mann zum Verlagsretter: Der seltsame Fall der Google-Anbetung

17. Februar 2011  |  Journalismus, Netznews, Tech  |  1 Comment  |  Share

Wir beginnen mit den Worten des großen John F. Kennedy: “Vergib deinen Feinden, aber vergiss niemals ihre Namen.” Wäre dies die Absicht der deutschen Verlagsszene gewesen, müsste man heute eine branchenweite Demenzerkrankung diagnostizieren – oder habe ich etwas verpasst? Hierzulande wie in Übersee gehörte es stets zum guten Ton, Google zu hassen. Im Zuge der Hamburger Erklärung wurde dieses Feindbild einstmals schriftlich fixiert, später Kartellrechtsklagen vorbereitet. “Wir werden schleichend enteignet!“, polterte da ein Hubert Burda und bei jedem Treffen der Verlagsbosse kam es noch vor ein paar Tagen erst dann zum Schulterschluss, wenn in Sprechchören das Leistungsschutz-Lied angestimmt und die Google-Flagge verbrannt wurde.

Was wurde denn jetzt aus dem miesen Geschäft mit dem Diebstahl und der frechen Vermarktung fremder Inhalte? Was wurde aus der kompromisslosen Forderung nach einer Umsatzbeteiligung? Ach, so – es war gar nicht so schlimm.

Das System funktioniert ziemlich einfach und ist uns allen aus dem Alltag (oder der historischen Kriegsführung) bestens bekannt: der Feind meines Feindes ist mein Freund. Apple hat erstmals richtig die Muskeln spielen lassen und mit seiner Marktmacht geprotzt. Satte 30 Prozent sollen die Verleger bei Abo-Modellen auf dem iPad abdrücken, zusätzlich werden nur die nötigsten Informationen über die Leser an die Auftraggeber weitergeleitet. Ein Unding! maulen da BDZV und VDZ – eine Unverschämtheit. In einem hilflosen, offenen Brief an Apple machen sie ihrer Empörung Platz und gehen sogar so weit, einen Katalog mit “Forderungen” nach Cupertino zu schicken. Eine Etage höher, bei der European Newspaper Publishers’ Association (ENPA), schlägt man in dieselbe Kerbe. Steve Jobs dürfte reagiert haben, als habe man ihn mit einem Stück Nähseide geschlagen. Weiterlesen

Livestand: Yahoo! stellt eigenen Zeitungsstand für Tablets vor

10. Februar 2011  |  Journalismus, Netznews  |  No Comments  |  Share

Da ist er: Yahoo! hat gerade den Launch eines neuen News-Kiosks verkündet. Der “Livestand” genannte Content-Shop soll künftig Tablets mit Inhalten versorgen. Die Ex-Suchmachine sieht ihre Aufgabe dabei in der Vermittlung zwischen Publishern und Werbetreibenden. Der Zeitplan wurde mit heißer Nadel gestrickt: Noch “in der ersten Jahreshälfte” wird mit dem Roll-Out begonnen, da zeitgleich eine deutsche Pressemitteilung verschickt wurde, ist davon auszugehen, dass wir auch hierzulande davon etwas zu sehen bekommen. Vom Start weg werden Android-Tablets und iPads unterstützt, später sollen dann “Mobiltelefone und Browser” folgen.

Livestand wird den Nutzern personalisierbare Angebote beretstellen, die je nach Geschmack, Standort oder sogar Tageszeit variieren sollen. Das alles wird in einem schmucken Multitouch-Paket aufbereitet. Verleger werden nach den Plänen ohne große Hürden Zugang zum System bekommen – über die Konditionen schweigt sich Yahoo! jedoch zur Stunde noch aus: “For more information please contact your Yahoo! partner manager or email us.” Weiterlesen

“The Daily” soll den Journalismus retten? Meh!

2. Februar 2011  |  Journalismus, Netznews, Social Media  |  1 Comment  |  Share

Die Erwartungen waren hoch – rückblickend betrachtet waren sie zugegebener Weise viel zu hoch. Schuld an der Verhältnislosigkeit war Rupert Murdoch, als er vor rund sechs Monaten ankündigte, das internationale Pressewesen revolutionieren zu wollen: “Neue Zeiten verlangen nach einem neuen Journalismus”, hieß es dann auch an diesem Mittwoch. News Corp hat die bislang einzige Zeitung von Band rollen lassen, die exklusiv auf dem iPad verkauft wird. “The Daily” (iTunes) ist ein täglich erscheinendes 100-Seiten-Monster, das hauptsächlich von der “Magie der Technik” zehren soll – ein Statement, das es mir im ersten Moment kalt den Rücken runter laufen ließ.

Doch räumen wir zunächst einige Fragen aus dem Weg. Apple war vom ersten Tag der Ideenfindung am Projekt beteiligt. Murdoch ließ es sich nicht nehmen, Steve Jobs mit Komplimenten zu überschütten. Er wirkte beinahe, als bekäme da ein ausmanövrierter Top-Manager von einem Jahrzehnte älteren Branchenimperator den Preis für sein Lebenswerk überreicht (die Neuerfindung der Computer- und Medienwelt), kurzum: es rief Grusel hervor. Apple sitzt also im Boot, allerdings nur zur Anfangsphase, da das iPad heute noch über die nötige Reichweite am Markt verfügt. In ein, zwei Jahren, wenn die anderen Tablet-Hersteller nachgezogen haben, wird sich dies ändern, verkündete Murdoch, ohne den zerknirschten Apple-Mann Eddie Cue auch nur eines Blickes zu würdigen. Technisch dürfte die Öffnung für andere Plattform kein größeres Problem darstellen, da der meiste HTML5-Content von “The Daily” aus dem Browser abgerufen werden kann (die App selbst ist nur rund 45 MB schwer).

Apples zweites Geschenk an diesem Tag bestand aus einem neuen Abomodell für die Kunden. War es bislang nur möglich, Apps einmal käuflich zu erwerben und gegebenenfalls per In-App-Shopping weitere Inhalte hinzuzuladen, so gibt es nun die Möglichkeit der Laufzeitverträge. Im Fall von “The Daily” betragen die Kosten 0,99 US-Dollar pro Woche oder 39,99 Dollar pro Jahr – eigentlich ein Schnäppchen. News Corp hat insgesamt 30 Millionen Dollar in die Entwicklung des iPad-Blattes gepumpt, die laufenden Kosten für die betreuende 100-Mann-Redaktion werden auf wöchentlich rund 500.000 Dollar geschätzt. Murdochs Augen funkelten, als er diese Zahlen verkündete und so schob er gackernd hinterher: “Kein Papier, keine millionenschweren Druckerpressen mehr! Wir geben die Einsparungen an den Leser weiter.” Murdoch vermittelt den Eindruck, als würden allein die günstigen Produktionskosten das Experiment einer Tablet-Zeitung rechtfertigen – der Druck des anhaltenden Leser- und Werberschwunds spielte offenbar keine Rolle. Weiterlesen

Stern launcht eMagazin für das iPad, verzichtet auf Word of Mouth-PR (Update)

17. November 2010  |  Journalismus, Netznews  |  4 Comments  |  Share

Es ist soweit, der Stern zieht mit einer eigenen App für das iPad nach – und ich möchte einfach mal behaupten, dass sie ziemlich fetzig geworden ist. Ab sofort steht die Anwendung in iTunes oder bei pubbles (.emag) zum Download bereit.

Bevor ich zu Inhalt und Aufbereitung komme, wollte ich eigentlich das poppige Demo-Video zeigen, das Stern auf die Produktseite gestellt hat – leider ist es ein non-embeddable Flash-Clip. Also, was macht man? Richtig, man rippt es auf übernatürliche Weise (aber natürlich selbstlos für das Produkt werbend) und stellt es neu wieder ins Netz. Das nur als kleinen Seitenstoß, liebe Sternler – wie soll denn überhaupt jemand von der App Notiz nehmen, wenn ihr die dazugehörigen Clips und Bilder in einen Käfig sperrt (“Hinweis für Redaktionen: Bildmaterial steht auf Anfrage zur Verfügung.”)? Wenn ihr Rat bei der Suche nach einer guten PR-Agentur braucht, meldet euch mal bei mir. So, und jetzt das Video… Weiterlesen

Skyfire: Flash kommt doch auf das iPhone – durch die App-Hintertür

4. November 2010  |  Netznews  |  No Comments  |  Share

Steve Jobs wird keinen Bürostuhl, sondern wahrscheinlich einen ganzen Konferenztisch im Cupertino-Hautquartier durch das Fenster auf die Straße geworfen haben. Gerade erst konnte Apple die Erfolgsmeldung feiern, dass HTML5-Videos die Flash-Clips im Netz überrannt haben – dann kommt plötzlich der Dolchstoß von hinten.

“Wir haben eng mit unserem Freunden bei Apple zusammen gearbeitet, während wir uns um eine Zulassung im App Store bemühten”, heißt es fröhlich feixend im Pressevideo zum mobilen Browser Skyfire. Die App mit dem kämpferischen Namen ist bereits länger auf Android-Plattformen vertreten, nun feiert sie ihr Debut auf dem iPhone. Skyfire setzt auf WebKit auf, der Rendering-Engine, die Safari zum Seitenaufbau nutzt und obligatorische Grundlage für alle iOS-Browser (außer Opera) bildet – daher waren Apple beim Approval-Verfahren wohl die Hände gebunden.

Skyfire bietet Social Features für das Sharing, einen Privatmodus, Multi-Tabs, gibts Tipps für ähnliche Seiten – und unterstützt Flash. Ja, richtig gehört. Der Browser verfolgt URLs eingefügter Flash-Videos zurück, leitet den User im Hintergrund zum Skyfire-Server um, wo eine Umwandlung in HTML5 (H.264) stattfindet, und streamt dann die Clips direkt auf der aufgerufenen Seite im Vollbild. Die Qualität der Clips ist variabel und soll sich nach dem aktuellen Netzempfang richten, so dass es keine Hänger beim Abspielen gibt. Netter Nebeneffekt: Durch die Umwandlung in der Cloud wird der Prozessor von iPhone oder iPad weniger belastet, was förderlich für die Akkulaufzeit ist. “User wollen sich keinen Kopf darüber machen, auf welche Video-Technolgie Websites setzen”, meint Jeff Glueck, der CEO von Skyfire. “Mit diesem Umweg macht Skyfire das Abspielen möglich, gleichzeitig werden Videos für mobile Displays und Netzwerke optimiert.” Weiterlesen

Der VLC-Player für das iPad ist da!

20. September 2010  |  Netznews, Tech  |  No Comments  |  Share

Himmel, sie haben es wirklich durchgewunken! Der kostenlose VLC-Player ist ab sofort im App Store als Anwendung zu haben (iTunes-Link): Damit dürfte sich Apple zunächst einmal derbe ins eigene Fleisch geschnitten haben. VLC ist das Allround-Talent, wenn es darum geht, Filme dubioser Netzherkunft problemlos abzuspielen. Die ersten Kundenbewertungen trudeln derzeit ein, gerade glänzt die Rezensionsspalte mit viereinhalb Sternen.

Die Vorteile liegen auf der Hand, da Filme nicht mehr umständlich konvertiert werden müssen, damit QuickTime seine Dienste verrichtet. VLC spricht fließend die meisten Codec-Sprachen, die im Netz herumgeistern. Zudem weisen die Entwickler hüstelnd darauf hin, dass auch Filme abgespielt werden können, denen beim Download einige Datenpakete auf dem Weg zur Festplatte verloren gegangen sind: “VLC spielt sämtliche Video- und Ton-Elemente, die noch intakt sind!”, heißt es da. Untertitel werden ebenfalls unterstützt.

Wired hat vor rund zehn Tagen eine Vorab-Version getestet und zeigte sich angetan: Ein paar Crashes, die hin und wieder auftauchen, sowie einen eher leisen Sound müssten die Nutzer allerdings schon über sich ergehen lassen. Für letzteres Problem sei aber bereits ein Update in der Mache. Sonst funktioniert die App offenbar wunderbar, auch die Akkulaufzeit würde durch den Einsatz keineswegs dramatisch verkürzt. Weiterlesen

Apple lässt iPad-Clip löschen: Wie eine Fliege zerdrückt (Update)

20. September 2010  |  Netznews  |  2 Comments  |  Share

Kurz nach dem Marktstart des iPad zuckten einige Fanboys zusammen, als plötzlich ein Video auftauchte, in dem ein paar US-Kids sich einen Spaß daraus machten, das brandneue Gerät mit einem Baseballschläger zu malträtieren. Später bekam das Grausen einen neuen Namen, als BlendTec-Gründer Tom Dickson das Apple-Tablet in seinen Mixer warf und Millionen von Zuschauern beim Anblick herumfliegender Platinen-Spähne die Haare zu Berge standen. Teure Technik zu zerstören – das sorgt für gesunde Aufmerksamkeit und zeugt von einer gewissen C’est la vie-Attitüde. Hey, es ist nur ein Gadget.

Kürzlich machte ein neuer Clip die Runde, der schnell zum Viral wurde. Die New Yorker Zeitung “Newsday” hatte einen 30-sekündigen Werbespot ins Netz gestellt, der auf die neue iPad-App hinweisen sollte. Schauen wir mal hinein:
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