Posts Tagged ‘iPhone’

iOS-Bewegungsprofile: Apple privatisiert die Vorratsdatenspeicherung

20. April 2011  |  Tech  |  Kommentare deaktiviert

Vor einigen Wochen hatte Zeit Online, das aufrüttelnde Stück “Das verräterische Handy” gebracht. Mittels der von der Telekom (auf juristischem Geheiß hin) minutiös protokollierten Vorratsdaten war es gelungen, das Leben des Grünenpolitikers Malte Spitz nachzuzeichnen: Wo steckte Malte zwischen den Jahren 2009 und 2010, wohin reiste er, wen rief er an und wie oft versendete er SMS?

Die Visualisierung des Bewegungsprofils war so detailliert, so unheimlich ausführlich, dass es den Lesern kalt den Rücken herunterlief. Auch die New York Times empörte sich und betonte dem US-Publikum gegenüber:

Mr. Spitz has provided a rare glimpse — an unprecedented one, privacy experts say — of what is being collected as we walk around with our phones. Unlike many online services and Web sites that must send “cookies” to a user’s computer to try to link its traffic to a specific person, cellphone companies simply have to sit back and hit “record.”

Die Protokollierung folgt hierzulande wie auch in den USA den gesetzlichen Geboten, man denkt und hofft: “Okay, solange ich kein Selbstmordattentat plane, Konvertit werde oder Frau Merkel ein böses Gedicht schreibe, bleibt das schon alles unter Verschluss.” Wie viel an dieser Annahme dran ist, kann keiner von uns sagen. Ausnahmslos alle Regungen im digitalen Leben werden getrackt – wann oder wo ein Staatsanwalt Einsicht in die Daten fordert, bleibt im Dunkeln verborgen. Weiterlesen

Table Connect: Zweites Videos zum gigantischen iPhone-Tisch aufgetaucht

12. November 2010  |  Netznews  |  Kommentare deaktiviert

Ja, was man davon halten soll. Schon vor ein paar Tagen machte ein Video die Runde, in dem der legendäre iPhone-Tisch “Table Connect” vorgestellt wurde. Einige bejubelten den gigantischen Touchscreen (58 Zoll-HDTV), der mit einem iPhone verbunden alle Funktionen des Smartphones übernehmen kann. Andere – wie Wired – bezeichneten das Projekt aus Österreich als einen “Big ass fake table“. Die Jungs, die sich “Table Connect” ausgedacht haben, treten dem Vorwurf des Betrugs selbst vehement entgegen, zuletzt im Interview mit Nicole Haase:

Wir finden das sehr amüsant, an welchen Details sich die Leute aufhängen. Uns war klar, dass es immer viele Zweifler geben wird – was soll’s. Statt unsere Zeit mit den allgegenwärtigen Internet Trolls und ihren unzähligen “Fake”-Schreien zu verschwenden, bringen wir das Ding lieber zur Marktreife und beantworten ein paar ausgewählte Interviewanfragen wie die Ihre.

Man kann also darüber denken, wie man mag. Tatsache ist, dass gerade ein zweites Video veröffentlicht wurde, das den iPhone-Tisch in Aktion zeigt. Nach eigenen Angaben testen die Erfinder gerade die Spieletauglichkeit des Display-Monsters. Weiterlesen

Cleverer Siegeszug auf das iPhone: Opera sahnt norwegischen PR-Preis ab

6. November 2010  |  Social Media, Tech  |  1 Comment

Ich weiß noch, wir lagen drüben bei Basic Thinking unter den Tischen, als wir die Meldung lasen. Opera hatte zwei Mädels an den Flughafen in Barcelona geschickt, um die Gäste des Mobile World Congress zu begrüßen – eigentlich war die Höflichkeit an einen bestimmten Mann gerichtet, Steve Jobs, doch der brauchte nicht einmal selbst vor Ort zu sein, damit der PR-Stunt aufging.

Opera hatte damals ein Problem zu bewältigen: Wie schafft man den gleichnamigen Browser vorbei an die Zerberussen des App Stores auf das iPhone? Opera Mini kommt mit einer eigenen Architektur – und Apple erlaubt lediglich Browser, die wie Safari auf WebKit basieren. Genauer gesagt: Apps dürfen nur nativ laufen und keinen eigenen Code interpretieren.

Opera mogelte sich bei der Entwicklung durch und schaffte es, wie beim Desktop-Pendant ein System auf die Beine zu stellen, bei der Website-Daten zunächst auf die eigenen Proxy-Server geladen, dort komprimiert und erst dann auf die Endgeräte weitergeleitet werden. Das spart Zeit, vor allen Dingen aber auch Traffic, was Roaming-Nutzern sehr entgegen kommt. Ist das nativ? Opera bejahte die Frage für sich und anstatt nun den Kampf mit Apple aufzunehmen, zogen die Norweger zunächst einmal die Öffentlichkeit auf ihre Seite. Weiterlesen

Skyfire: Flash kommt doch auf das iPhone – durch die App-Hintertür

4. November 2010  |  Netznews  |  Kommentare deaktiviert

Steve Jobs wird keinen Bürostuhl, sondern wahrscheinlich einen ganzen Konferenztisch im Cupertino-Hautquartier durch das Fenster auf die Straße geworfen haben. Gerade erst konnte Apple die Erfolgsmeldung feiern, dass HTML5-Videos die Flash-Clips im Netz überrannt haben – dann kommt plötzlich der Dolchstoß von hinten.

“Wir haben eng mit unserem Freunden bei Apple zusammen gearbeitet, während wir uns um eine Zulassung im App Store bemühten”, heißt es fröhlich feixend im Pressevideo zum mobilen Browser Skyfire. Die App mit dem kämpferischen Namen ist bereits länger auf Android-Plattformen vertreten, nun feiert sie ihr Debut auf dem iPhone. Skyfire setzt auf WebKit auf, der Rendering-Engine, die Safari zum Seitenaufbau nutzt und obligatorische Grundlage für alle iOS-Browser (außer Opera) bildet – daher waren Apple beim Approval-Verfahren wohl die Hände gebunden.

Skyfire bietet Social Features für das Sharing, einen Privatmodus, Multi-Tabs, gibts Tipps für ähnliche Seiten – und unterstützt Flash. Ja, richtig gehört. Der Browser verfolgt URLs eingefügter Flash-Videos zurück, leitet den User im Hintergrund zum Skyfire-Server um, wo eine Umwandlung in HTML5 (H.264) stattfindet, und streamt dann die Clips direkt auf der aufgerufenen Seite im Vollbild. Die Qualität der Clips ist variabel und soll sich nach dem aktuellen Netzempfang richten, so dass es keine Hänger beim Abspielen gibt. Netter Nebeneffekt: Durch die Umwandlung in der Cloud wird der Prozessor von iPhone oder iPad weniger belastet, was förderlich für die Akkulaufzeit ist. “User wollen sich keinen Kopf darüber machen, auf welche Video-Technolgie Websites setzen”, meint Jeff Glueck, der CEO von Skyfire. “Mit diesem Umweg macht Skyfire das Abspielen möglich, gleichzeitig werden Videos für mobile Displays und Netzwerke optimiert.” Weiterlesen

Just Mobile Gum Pro im Test: iPhone unterwegs bis zu drei Mal aufladen

11. September 2010  |  How-To, Tech  |  2 Comments

Ich hatte es angekündigt und jetzt kommt auch die versprochene Review. Auf externe Akkus für das iPhone bin ich das erste Mal auf dem Gadget-Abend Köln aufmerksam geworden, als Johannes von lesen.net plötzlich seine Tasche öffnet und etwas herauszog, das wie ein kleiner Kunststoffspaten aussah: ein weißer Huckepack-Energiespeicher, in den das iPhone geschoben wird.

Meine Erfahrung mit dem iPhone ist die, dass der Akku seine Höchstleistung etwa eine Woche nach Kauf erreicht, um danach rapide nachzulassen. Spätestens meine Odyssee am Abend der Loveparade (als ich beruflich durch das halbe Ruhrgebiet reiste und Stunden auf diversen Bahnhöfen verbringen musste) hatte mir jedenfalls gezeigt, dass man sich nicht darauf verlassen kann. Um künftig nicht gezwungen zu sein, die Helligkeit des Displays bis zur Unkenntlichkeit herunterzuregeln und mit hektischen Fingern die Push-Dienste und die WLAN-Suche abzuschalten, habe ich mich also auf die Suche nach einem gescheiten Ersatzakku gemacht. Weiterlesen