Posts Tagged ‘Kindle’

Die Sache mit den E-Books / Interview

Posted in Journalismus, Netznews, avatter on Oktober 25th, 2009 by André – 1 Comment

nook

Dem deutschen Büchermarkt geht es prächtig. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurde ein Umsatzwachstum von 2,2 Prozent erzielt, allein im Sommermonat Juni konnten die Verlage hier ein Plus von 6,8 Prozent (!) verzeichnen. Ein stattliches Ergebnis mitten im Jammertal der Wirtschaftskrise, das in dieser Größenordnung nur wenigen Branchen vergönnt ist. Auf der Frankfurter Buchmesse 2009 knallten jedenfalls die Champagnerkorken, wohingegen das IT-Volk auf der CeBIT damit bemüht war, im Rahmes eines gigantischen Motivationsseminars die Mitglieder verzweifelt auf bessere Zeiten einzuschwören.

Das zeigt: Papier ist nicht out, der Geruch von Druckerschwärze, schöne Lesezeichen, Taschenbücher zum Mitnehmen – all das hat die Jahrtausendwende völlig unbeschadet überstanden. Der Kreis der Offline-Leser wächst stetig weiter, eine Entwicklung, die wohl so niemand vermutet hätte. Darin ist auch das Selbstbewusstsein der Bücherverlage begründet. Ein Umsatteln auf E-Books? Kann man machen – muss man aber nicht, lautet das Motto von Belletristik und Sachbuch. In einer selbst initiierten Studie von Oktober tastete sich der Börsenverein des Deutschen Buchhandels eher neugierig als getrieben an das Thema Electronic Publishing heran: “Wir wollten wissen, wie nachhaltig die aktuelle E-Book-Welle ist”, heißt es da. Das Fazit fiel mit der Aussage “E-Books: Umsatzzwerge mit Wachstumspotenzial” eher nüchtern aus.

Wenn von E-Books oder ihren Readern die Rede ist, wird häufig zunächst an “Harry Potter” und den Kindle gedacht, auch beim Publikum hält sich da die Begeisterung in Grenzen. Verständlicherweise. Mehr als ein Buch gleichzeitig kann niemand lesen, warum also ein elektronisches Gadget mit tausend Titeln einstecken, wenn ich doch Literatur gestochen scharf, batterieunabhängig und mit unvergleichlicher Haptik völlig komplikationslos genießen kann. Um es kurz zu machen: Ob E-Books in naher Zukunft auch im klassischen Buchverlagswesen ein Erfolg werden, ist eine eher zweitrangige Frage. Eine dringende Abhängigkeit besteht jedenfalls nicht. read more »

Warum Micropayment (derzeit) nicht zur Rettung der Verlage taugt

Posted in Journalismus, Netznews on Mai 21st, 2009 by André – 2 Comments

Kolbrück: “Warum geben die Zeitungen und Verlage ihren Leser nicht direkt einen Kindle, das ist doch endlich dann billiger.”
Lobo: “Eine gute Frage, die ich gerne an die Verlage weiterleiten wollen würde…”

Beim Durchschauen der Videocasts der Hamburger next09 bin ich über ein interessantes Interview mit Sascha Lobo gestolpert, Fragesteller ist Horizontler Kolbrück. Neben Twittern geht es darin um die Frage, ob Micropayment zur Rettung des deutschen Verlagswesens taugen könnte (ab 6:18 min). Lobo bejaht dies mit vorsichtigem Optimismus, verweist aber gleichzeitig auch auf die Notwendigkeit zum Experimentieren: eine besondere Rolle käme dabei sicherlich der Hardware zu. Als Beispiele werden der iPod (Online-Verkauf von Musik) und das iPhone (der App Store) genannt. Vorbild könnte aber auch der Amazon Kindle sein, der seinen Besitzern die Möglichkeit bietet, E-Books und Feeds zu kaufen beziehungsweise kostenpflichtig zu abonnieren.



Hier möchte ich gerne einen Schnitt machen – und vielleicht ein paar Antworten liefern. Bleiben wir zunächst bei Apple und dem iPhone. Erst kürzlich konnte Cupertino stolz verkünden, dass die erste Milliarde bei den App-Downloads geknackt wurde – offensichtlich ein erfolgreiches Produkt. 35.000 Miniprogramme sind derzeit für das iPhone und den iPod touch verfügbar. Laut einer Statistik von O’Reilly liegt der durchschnittliche Preis einer Bezahl-App großzügig errechnet bei etwa 2,65 Dollar. Die Analysten von Lightspeed haben daraufhin ihre Mathehausaufgaben gemacht und folgende Rechnung aufgestellt. read more »