Das war ja mal eine Nachricht! Die VZ-Netzwerke gaben am Mittwoch bekannt, dass man ab April gemeinsam mit iq digital media marketing die Komplettvermarktung von MySpace Deutschland übernehmen wird. Naja, nicht die Komplettvermarktung, sondern vielmehr eine Teilvermarktung, da alte Werbeverträge mit Google noch bindend sind.
“Wir glauben fest daran, dass wir zusammen mit iq digital die Kraft haben, einen Jugendvermarkter erfolgreich zu entwickeln”, sagt da Sven Bagemihl, Vice President Sales VZ-Netzwerke. Ziel sei es, die erste Adresse für alle Unternehmen zu werden, die junge Menschen in Deutschland zum Markenaufbau in der digitalen Welt erreichen wollen. “Kein anderer Vermarkter bietet online oder offline eine derart hohe Reichweite, Aktivität und Expertise in diesem Alterssegment. Damit bieten wir den Mediaentscheidern eine nationale Alternative zu den US-amerikanischen Playern auf dem stetig härter umkämpften deutschen Onlinemarkt der Zukunft.” Der große Applaus der Beobachter blieb aus, lediglich ein Fan von SchülerVZ meldete sich im Blog zu Wort: Weiterlesen

Die “New York Times” nennt es ein “Lockangebot für die Generation Y“, die “Financial Times Deutschland” eine “Kapitulation“, ich bezeichne es als einen Trauermarsch gegen das Vergessen: MySpace putzt sich (endlich!) heraus. Seit Jahren hat News Corp den Relaunch aufgeschoben und sich stattdessen auf die Einführung von Billig-Features (Mail-Adressen, ein neues Logo) verlassen. Immerhin war man ja einmal spitze – vielleicht reicht es aus, die Augen zu schließen und auf die konservativen Kräfte des Internets zu hoffen.
Weit gefehlt. Facebook hat seinen Siegeszug weiter fortgesetzt. Zuckerbergs Monsterplattform bietet heute weltweit 550 Millionen Mitgliedern einen Platz, MySpace hat sich mit gerade einmal 61 Millionen Unique Visitors auf Vereinsgröße eingeschrumpft (nach eigenen Angaben sollen es 120 Millionen Mitglieder sein – ob aktiv oder nicht, lässt man allerdings offen).
Der Relaunch im Herbst 2010 soll es also richten. Geplant ist der geplante Fokusverschiebungsplan, das Netzwerk weiter in die Unterhaltungsecke zu rücken: “Social Entertainment”, wird dies im MySpace-Management genannt. Für frische Ideen hat sich das Unternehmen beim Wettbewerb umgeschaut, der Mix aus Musik, TV und Kino soll von sozialen Funktionen umringt werden, die manche schon von Facebook, Twitter und Foursquare kennen – inklusive der Vernetzung zu eben jenen Diensten. Die Überfrachtung der Profile wird rückgängig gemacht, ein neues Logo kommt (wieder einmal) und Bands und Produzenten wandern weiter in den Vordergrund. Hier eine Demo der neuen Seite: Weiterlesen

Rupert Murdoch mag Ahnung vom Nachrichtengeschäft haben – Social Media bleibt für ihn aber wohl immer ein Buch mit sieben Siegeln. Seit rund zwei Jahren dümpelt sein Netzwerk MySpace vor sich hin, Mitglieder und Künstler ziehen in Scharen von der Plattform ab – Facebook ist das neue Ding. Für das quersubventioniertes Liebhaberprojekt gönnte sich die Mutter News Corp erst im Spätsommer 2009 das Gedankenspiel, aus MySpace künftig ein Entertainment-Portal zu machen: Musik-Labels und Filmstudios sollen dann die Gelegenheit, sich auf breiterer Basis aufzustellen, wobei die Mitglieder früher oder später zu interagierenden Zuschauen degradiert werden.
Kurze Zeit nach dieser Ankündigung kaufte MySpace den Musik-Dienst iLike für 20 Millionen US-Dollar. Anfang Dezember schlug Murdoch dann bei Imeem zu – ebenfalls ein Streaming-Angebot für soziale Musikerfahrung. MySpace zahlte eine Million Dollar dafür, der eigentliche Wert wird auf rund acht Millionen geschätzt, doch die noch ausstehenden finanziellen Verpflichtungen des Unternehmens waren eine teure Mitgift. Wie bei iLike facktelte News Corp nicht lange mit der Integration der neuen Tochter, wobei unter anderem die Hälfte der Belegschaft auf der Strecke blieb. Dass bei der Übernahme zudem die Dritt-Entwickler ihre Schnittstelle und die Imeem-Mitglieder ihre gesamten Playlisten verloren, störte MySpace nur wenig. Weiterlesen













