Not all visits to NYTimes.com will count toward the 20-article limit. In an effort to avoid deterring as many as possible of the Web site’s more than 30 million monthly readers, The Times will allow access to people who arrive at its Web site through search engines like Google and social networking sites like Facebook and Twitter. There will, however, be a five-article limit a day for people who visit the site from Google.
(Quelle: New York Times)
Das war’s dann wohl, Google. Die “New York Times” hat heute ihr neues Paid Content-Modell erklärt. Ab sofort dürfen Nutzer standardmäßig nur noch zwanzig Artikel im Monat kostenfrei aufrufen – danach werden Gebühren fällig. Derzeit kostet der Sprung über die Paywall rund 15 US-Dollar im Monat.
Das Interessante daran ist, wie die “Times” dabei mit ihren Lesern umgeht, die nicht direkt auf der News-Seite klicken, sondern von außerhalb herangelotst werden: etwa über Google oder Facebook. Was gab es in der Vergangenheit nicht für lautstarke Streitereien mit der Suchmaschine. Google solle bitteschön Kohle an die Verlage abdrücken, immerhin werde mit den News-Snippets in den Suchergebnislisten ja ordentlich Geld verdient – dies war der bisheriger Konsens der Publisher und auch das schöne deutsche Modell des Leistungsschutzrechts knüpft daran an. Bis heute ist es zu keiner Lösung in dem Konflikt gekommen, Google weigert sich noch immer vehement, Abgaben an die Verlage zu leisten. Und nun ist es vielleicht auch gar nicht mehr nötig, das Problem hat sich von alleine erledigt: Google hat den ersten Platz unter den Traffic-Lieferanten für News-Angebote heute per AGB offiziell abgegeben. Weiterlesen

Kostenpflichtiger Einzelabruf, Abomodell, Werbefinanzierung oder Free-Content – bis heute haben die Verleger noch keine abschließende Antwort auf die Frage gefunden, wie sich Texte im Internet am besten vermarkten lassen. Eine Studie des Pew Research Center bringt ein wenig Licht ins Dunkel. Hintergrund ist die Frage: Wofür sind Internetnutzer heute überhaupt bereit, online Geld auszugeben?
Dazu wurden im Zeitraum zwischen dem 28. Oktober und dem 1. November 2010 rund 755 US-amerikanische Internetnutzer befragt. Das Ergebnis: Fast zwei Drittel (65 Prozent) aller Teilnehmer gaben an, schon einmal für virtuelle Güter im Netz etwas bezahlt zu haben. Zu den populärsten Produkten zählen Musik (33 Prozent), Software (33 Prozent) und Mobile Apps (21 Prozent) – am unteren Ende der Skala finden sich Podcasts (7 Prozent), Spiele-Cheats (5 Prozent) und Erwachseneninhalte (2 Prozent) wieder. 18 Prozent der Befragten gaben an, in der Vergangenheit Geld für Zeitungs- und Zeitschriftenartikel ausgegeben zu haben. Gerade einmal jeder Zehnte zeigte sich bereit, für E-Books zu zahlen. Weiterlesen

Alle Jahre wieder ist es soweit: Dann wird ein großes Fass aufgemacht, um das sich alle versammeln und immer wieder “Rhabarber” schreien, dazu gibt es einen Haufen geschwollener Stirnäderchen und wenn gerade keiner hinsieht, auch mal den einen oder anderen Fußtritt. Es geht um Werbeblocker im Netz. Ich habe eine ziemlich eindeutige Meinung zu dem Thema, allerdings vertrete ich diese nicht annähernd so borniert, wie die beiden säbelwetzenden Parteien, die sich nun Phrasen wie “Dieb!” oder “Dummkopf!” gegenseitig an den Kopf werfen.
T3n hat am gestrigen Donnerstag dieses Mal das Fass spendiert: “Wie viel Geld verlieren Webmaster durch Adblocker? Hier neue Zahlen & Fakten“. In den aufgearbeiteten Statistiken lernen wir, dass rund 12,65 Prozent der Deutschen die Werbung auf Websites durch den Browser blocken lassen (Firefox-Nutzer sind hier mit über 22 Prozent übrigens die Spitzenblocker). Deutschland hat es Dank dieser Quote auf den Olymp der Werbeverweigerer geschafft, in den Vereinigten Staaten sind es gerade einmal 2,4 Prozent.
Die Empörung der Verleger können nur die wenigsten Rezipienten der Studie nachvollziehen: “Verlieren die Website-Betreiber wirklich Geld durch Adblocker? Verlieren sie es nicht eher durch ungeeignete Werbung? Sollte man es dann nicht auch so nennen, wie es ist?”, analysiert Leander Wattig völlig korrekt, während bei Wirres.net die Alternatividee des Flattr-Modells neu lanciert wird. Weiterlesen

Nachdem wir in der vergangenen Woche über bezahlte Werbe-Tweets gesprochen haben, ist nun der Paid Content dran. Heute hat das Schlagwort einen bitteren Nachgeschmack, denn große wie kleine News-Publisher haben sich in der Vergangenheit am Thema Bezahlinhalte schon öfters die Finger verbrannt. Das Problem ist die mangelnde Kundenakzeptanz. Während in anderen Bereichen, beispielweise im digitalen Musikvertrieb, Paid Services langsam aufholen, bleibt die Netzleserschaft auf dem Standpunkt stehen, dass Zeitungs- und Magazinberichte weiterhin kostenlos verfügbar sein müssen – ein Umstand, an dem die Verleger nicht unschuldig sind.
Lange Zeit wurden Portale über Werbung refinanziert, Advertiser sind jedoch nur aufgesprungen, wenn relevante Zugriffszahlen vorgelegt werden konnten. Deshalb überließen die Publisher den Nutzern ein kostenloses Angebot. Im Rahmen der Wirtschaftskrise brechen nun die Investitionen der Werber ein – die Folge: Die Verlage bleiben mit teurem Traffic und einem verwöhnten Publikum zurück. Zaghafte Versuche, Inhalte fernab der Werbung doch noch zu monetarisieren, bestanden in der Vergangenheit hauptsächlich aus kostenpflichtigen Zugängen zu Archiven. Über die Umsätze lässt sich nur spekulieren, doch ich schätze, dass getrost davon ausgegangen werden kann, dass sie marginal sind. Zeitungsarchive sind – wenn überhaupt – alleine für den akademischen Sektor interessant. Und das für das Protokoll: Der Grund, weshalb heute der digitale Musikvertrieb langsam Fahrt aufnimmt, hat weniger etwas mit einem einräumenden Gesinnungswandel der Nutzer zu tun, als mit der Urheberrechtsnovelle und den Anstrengungen der GVU. Weiterlesen














