Also, wenn das kein Aprilscherz ist, bezweifle ich, dass wir in den kommenden Tagen davon etwas in der Tagespresse werden lesen können – etwa aus Scham. Die Tageszeitung (“taz”) will bei den deutschen Zeitungen einen Schleichwerbeskandal aufgedeckt haben, der – sollte es denn so stimmen – unser “Bloggergate” als lächerliches laues Lüftchen dastehen lässt.
Worum es geht: Sebastian Heiser hat sich für die “taz” als Mitarbeiter einer Werbeagentur ausgegeben und bei verschiedenen Printmedien angeklopft, um in Erfahrung zu bringen, ob man denn für den Kunden redaktionell etwas drehen könne. Anders ausgedrückt: Er fragte nach direkten Möglichkeiten, PR-Botschaften im berichtenden Teil der Blätter unterzubringen. Das Erstaunliche ist, dass sich die Empörung bei einigen Zeitungen in Grenzen hielt – im Gegenteil: Einige Verlagsvertreter zauberten für diesen Wunsch fertige PR-Angebote aus der Schublade, als seien derlei Anfragen an der Tagesordnung. Im Folgenden die Zitate der Mitarbeiter, so, wie sie die “taz” notiert hat:
“Westdeutsche Allgemeine Zeitung”
“Ein vierseitiges Banken-Spezial ohne Anzeigen in der Gesamtausgabe kann ich Ihnen zum Gesamtpreis von 117.500 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer anbieten.” Weiterlesen

Die dpa-Tochter news aktuell hat gerade eine interessante Studie zum Thema PR und Social Media vorgelegt (der komplette Titel der Umfrage lautet: PR-Trendmonitor 2010 – Pressearbeit und PR in einem neuen Medienzeitalter). Befragt wurden insgesamt 2.270 Fach- und Führungskräfte aus PR-Agenturen und Pressestellen. Ich gebe hierzu die wichtigsten Erkenntnisse wieder, im Folgenden wird noch ein eingebettetes Slideshare zu finden sein.
Demnach halten 63 Prozent der Befragen Social Media für ihre derzeit größte Herausforderung, wobei 31 Prozent der Sprecher angeben, dass ihr Unternehmen noch überhaupt nicht in irgendeinem Network vertreten ist. Übrigens liegen die PR-Agenturen mit 25 Prozent Non-Präsenz nur knapp darunter. Twitter ist dabei das mit Abstand unbeliebteste Medium, gerade einmal 16 Prozent (!) der PRler nutzen Twitter täglich, ganze zwei Drittel haben sich die Seite twitter.com noch nicht einmal angesehen.
62 Prozent der Pressesprecher und 61 Prozent der Mitarbeiter in PR-Agenturen lesen morgens im Büro als erstes ihre E-Mails. Jeder Zehnte startet mit einer Tasse Kaffee. Nur zwei Prozent checken morgens im Büro als erstes ihre Facebook- und Twitterkonten. Dazu gibt es einen warnenden Hinweis der Studienleiter: “Grundsätzlich tun PR-Fachleute gut daran, Social Media zu nutzen. Denn auch in Redaktionen ist das Web 2.0 als Arbeitstool etabliert. Jeder zweite Journalist setzt inzwischen auf Social Media.” Weiterlesen
Ich weiß noch, wir lagen drüben bei Basic Thinking unter den Tischen, als wir die Meldung lasen. Opera hatte zwei Mädels an den Flughafen in Barcelona geschickt, um die Gäste des Mobile World Congress zu begrüßen – eigentlich war die Höflichkeit an einen bestimmten Mann gerichtet, Steve Jobs, doch der brauchte nicht einmal selbst vor Ort zu sein, damit der PR-Stunt aufging.
Opera hatte damals ein Problem zu bewältigen: Wie schafft man den gleichnamigen Browser vorbei an die Zerberussen des App Stores auf das iPhone? Opera Mini kommt mit einer eigenen Architektur – und Apple erlaubt lediglich Browser, die wie Safari auf WebKit basieren. Genauer gesagt: Apps dürfen nur nativ laufen und keinen eigenen Code interpretieren.
Opera mogelte sich bei der Entwicklung durch und schaffte es, wie beim Desktop-Pendant ein System auf die Beine zu stellen, bei der Website-Daten zunächst auf die eigenen Proxy-Server geladen, dort komprimiert und erst dann auf die Endgeräte weitergeleitet werden. Das spart Zeit, vor allen Dingen aber auch Traffic, was Roaming-Nutzern sehr entgegen kommt. Ist das nativ? Opera bejahte die Frage für sich und anstatt nun den Kampf mit Apple aufzunehmen, zogen die Norweger zunächst einmal die Öffentlichkeit auf ihre Seite. Weiterlesen













