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Promi-Beisetzungen: “Giant Birds should not be able to stir such emotions in me!”

8. August 2009  |  Musik, Netzkunst  |  No Comments  |  Share

800px-Kermit_the_frog_hollywood_walk_of_fameEs gab einige, die fanden die Beerdingung des Michael Jackson “gelungen”, “würdig” – “unvergesslich” gar. Es war ein Ereignis megalomanischen Ausmaßes, der Tod seiner Pop-Majestät! Und später würde man seinen Kindern davon erzählen können: “Ja, Jean-Fynn. Ich war dabei.” Als ich die Live-Berichterstattung der US-Sender verfolgte, von denen jeder mindestens zwei NewsCopter erst über der Trauerhalle und dann über dem Staples-Center kreisen ließ, kamen mir andere Adjektive in den Sinn. Die eigentliche Abschiedszeremonie glich einem Stapellauf der musikalischen Best Buddies und hätte Jacksons Prunksarg nicht auf einer konvexen Brücke vor der Bühne gestanden, wäre der Anlass schnell in Vergessenheit geraten.

Ich schätze, es ist eine typisch amerikanische Routine, zur Beerdigung das Leben des Verstorbenen nicht durch Worte, sondern seine Taten Revue passieren zu lassen. Wenn den Ex-NRA Chef Chartlon Heston (“You can have my gun when you can pry it loose from my cold, dead hand!“) das Zeitliche segnet, wird es ein Defilee aus Waffennarren geben, die nach der Zeremonie die Gewehre anlegen und mehrere Salutschüsse in den texanischen Himmel abgeben. Bill Gates letzte Geleitworte könnten von einer computergenerierten Stimme stammen, die sich für ihre Erschaffung bedankt und dann das Lebenswerk des Redmonders mit begleitender PowerPoint-Präsentation referiert. Es ist auch vorstellbar, dass nach dem Ableben von Dick und Mac McDonald – einmal in den 70ern und einmal in den 90ern – die Mitglieder der Trauergemeinde um das jeweils frisch ausgehobene Grab standen, weinten oder sich still tröstend in den Armen lagen, um am Ende einen bunten Regen aus Einwegservietten, Plastikstrohhalmen und BigMac-Kartons auf den Sarg zu werfen, ehe ein als Clown kostümierter Minibaggerfahrer das Loch wieder mit Erde auffüllte.

Es soll nicht abwertend klingen, immerhin macht es durchaus Sinn, den Moment der Abschiednahme mit lebhaften Erinnerungen zu verbringen, anstatt – wie beispielsweise bei deutschen Beerdigungen üblich – das vom Pastor oder Pfarrer in einem Schnellhefter gespannte DIN-genormte Standard-Tremolo über sich ergehen zu lassen. Weiterlesen