
“Europa ist ganz gut in Mobile. Alles andere können wir besser.”
- Scott Galloway (NYU Business School, Founder of L2 ThinkTank)
Die Headline ist natürlich ebenso bildlich wie übertrieben. In Wahrheit gibt es keinen wütenden Anlauf, sondern einen seichten, angedeuteten Sprint, bei dem niemand wirklich aus der Puste kommt. Doch am Ende steht die Tatsache, dass die gute, alte Welt nun einmal das ist, was sie ist: eine alte Welt.
Auf der diesjährigen SMICS Conference (hier das Fotoalbum) haben die Amerikaner gezeigt, was wir bislang erst in der Glaskugel bestaunen durften – nämlich die Realität. Die Digitalisierung der Gesellschaft ist in den meisten US-Köpfen soweit vollzogen und abgeschlossen, was nun folgt, sind Visionen von Möglichkeiten, Träumereien oder Spinnereien, von denen einige wahr werden oder eben nicht. Zumindest steigt der Aktivitätsindex in den Staaten mit jedem Tag, der vergeht. Derweil sind die Europäer – und speziell die Deutschen – nicht untätig, sondern treten ebenso aktiv auf der Stelle, schauen verschämt über den großen Teich, um Inspirationen einzusammeln, sich zu empören oder gleich ganze Strategien zu kopieren. SMICS hat gezeigt, dass die digitale Denke in Deutschland ein trauriger Abklatsch des American Dreams ist, ein heruntergekochtes Derivat, viel zu kraftlos, viel zu spät. Die USA betrachten dieses Schauspiel wiederum mit aufrichtigem Desinteresse. Was steht schon zu befürchten, wenn der Wettbewerb an Narkolepsie leidet? Aber werden wir konkreter… Weiterlesen

Ansgar Heveling, der analoge Troll und Anti-Web-Demagoge, den man nur im Internet kennt, sitzt auf seiner Polemik. Und dort bleibt er sitzen. Wo soll er auch hin? Heveling prophezeit den High Noon inmitten einer zerrissenen Gesellschaft: Auf der einen Seite, der konservative Biedermann, der mit Pickelhaube auf dem Kopf im rustikalen Wohnzimmer bei Pils und Maggi-Suppe sitzt und Fernsehen schaut. Auf der anderen Seite der pubertierende Stimmbruch-Nerd, der mit Pickeln im Gesicht auf dem Boden seiner Single-Wohnung lümmelt, Chips und Cola in sich hineinschüttet und Katzenbilder auf Facebook teilt. Die letztgenannte Fraktion bezeichnet er auch als eine “verlorene Generation”, die diesen Zustand selbst zu verantworten hat. Den Kriegszustand zwischen beiden Parteien benennt er in US-Word-Dropping-Methode wiederum als “Clash of Civilizations” – ohne Probleme ist diese Vokabel der Politikwissenschaft auch als “Kampf der Zivilisationen” zu übersetzen.
Ich will nicht über Heveling sprechen, dem heimlichen Dschungelcamp-König der CDU, oder über seinen Ton und seine skurrilen Absichten. Sondern über sein Anliegen: den “Clash of Civilizations” – das klingt wüst, das klingt roh, das klingt unausweichlich. Zum Glück sind die Fronten ja geklärt: Die Spaltung geht mitten durch die Gesellschaft und eines Tages werden sich die zwei Gruppen mit Fackeln und Mistgabeln in den Straßen bekriegen. So zumindest lautet die Voraussagung des Ansgar-Orakels.
Genau das ist aber schon verkehrt. Dies wird kein Zweiparteienkrieg, sondern – mindestens – ein Vierparteienkrieg. Und jede Fraktion spielt dabei ihre ganz besondere Rolle und verlagert dementsprechend die Position der Scharmützel auf dem Schlachtfeld digitaler Medien. Weiterlesen

Empfinde nur ich es so oder dreht sich die Erde wirklich langsamer? Aus den hektischen Fluktuationen der Tech-Welt ist in den vergangenen Monaten ein seichtes Wabern geworden; mittlerweile ebenso unauffällig wie uninspirierend. Es scheint, als seien alle Nischen gedeckt, der Markt an allen Enden und Ecken gesättigt: Mark Zuckerberg, Larry Page, Tim Cook genehmigen sich zuprostend den Digestif – Jeff Bezos arbeitet noch im Rauchersalon, kommt aber gleich nach. Die Karten sind verteilt, die Schäfchen sind im Trockenen – was kann jetzt noch schief gehen?
Ich vergleiche diese Phase mit der Zeit von 2008 bis 2010, als noch Rock’n'Roll im Innovationsmarkt herrschte und es noch Chancen und überraschende Wendungen gab oder zumindest geben konnte. Kommt das iPad (oder das “Apple Slate”, wie wir damals noch dachten), kommt es nicht? Wird es Navigation für Android-Smartphones geben und was sagen die Kartenanbieter dazu? Was macht Hitler im App Store? Woran arbeitet Facebook gerade (und woran StudiVZ nicht) und wird es endlich eine Blogger-Gewerkschaft geben?
Mainstream ist offenbar das Gebot der Stunde, der Geek von damals ist mittlerweile im Nerd-Chic bei Starbucks angekommen. Es ist uns eigentlich egal, was aus StudiVZ geworden ist, die Navigation ist heute im Handy integriert. Und die Blogger? – Naja, die Kiste ist auch gegessen, seitdem Trackbacks ausgestorben sind (die Essenz der Blogosphäre und des Zusammenhalts) und etablierte Medien nun locker-flockig beschriebene Seitenkanäle betreiben. Schon im Juli regte sich Gawker-Autor Adrian Chen darüber auf, dass Stories mangels echter Nachrichten in Tech-Magazinen und -Blogs erst künstlich aufgebläht und dann platt gewalzt werden: “Make it stop! This is the most boring shit ever.” Social Media-Guru Brian Solis verkündete einen Monat später das Aus von Social Media 1.0 und erinnerte daran, dass die aufkeimende Müdigkeit bei Wirtschaft und Nutzern zwangsläufig zum Normalzustand werden musste; und nun die kostbaren Verbindungen mittels Mehrwerten gepflegt werden müssten. Weiterlesen
Da sich das Thema “Social Media hat die Boom-Zeit hinter sich” hartnäckig hält, habe ich an diesem Wochenende eine kleine Umfrage zur dieser These gemacht. Insgesamt haben 80 Teilnehmer ihre Stimmen abgegeben – nicht gerade repräsentativ, aber vielleicht dennoch aufschlussreich, da einige erfahrene SM-Hasen darunter waren. Jedenfalls danke ich jedem einzelnen.
Den vorliegenden Ergebnissen nach zu urteilen, hat sich im Vergleich zu 2010 nicht viel verändert. Es hält sich die Waage; an manchen Stellen hat sich das Engagement sogar verstärkt, zum Beispiel dank Google Plus. Die Nutzung von Location Based Services und der Business-Netzwerke scheint zu stagnieren, was unter anderem daran liegen könnte, dass die großen Drei (Facebook, Twitter und Google Plus) heute ähnliche Services integriert anbieten.
Warum also dieser Eindruck der trägen Branche? Ich glaube, dass die Medien dieses Bild mitformen: Es gibt keine Feature-Reportagen mehr. Warum? Weil die Netzwerke in den vergangenen Monaten damit gesättigt wurden: Fotogalerien, Videochat, Locations und Games – das waren die Aufreißer in den Medien. Der Schwerpunkt der Berichterstattung verschiebt sich nun auf die Beobachtung des Social Webs und hier vor allem auf die Einschätzung des Wettbewerbs. Weiterlesen
Vielleicht haben es so manche Nutzer schon mitbekommen, doch es grassiert ein wenig die Social Müdigkeit: Ich habe den Eindruck, dass in den letzten Tagen die Zahl der Burnout-Kandidaten, Aussteiger und Ausschleicher zunimmt. Und das ist mehr als verständlich, denn das Karussell der Branche dreht sich immer schneller. Der menschliche Geist war niemals für Dinge wie Echtzeit und Always-On gewappnet – und wird es auch nie sein. Evolutionsbiologisch betrachtet, haben wir gerade erst das Fell abgestreift und die Höhle verlassen. Natürlich gab es auch früher das soziale Gefüge, doch schon bei wilden Stämmen war irgendwann Dialogschluss und sie bauten kleine Puppen aus Stroh und starrten ins Feuer: Das Äquivalent zum Fernsehen, das wiederum das Äquivalent zum “Lasst mich bitte alle in Ruhe” ist. UMTS hat die Rückzugsmöglichkeiten schon arg beschnitten.
Ich gönne jedem und jeder seine oder ihre Auszeit. Dennoch habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was man vielleicht im Social Web einmal erlebt haben muss, ehe man dann tatsächlich und endgültig den Stecker zieht. Das Ergebnis gibt es im Folgenden. Weiterlesen
Die Entwicklungen im Social Web überschlagen sich: Fan-Pages auf Facebook nehmen gigantische Ausmaße an, Twitter wird für Kunden zur wichtigsten Echtzeitnachrichtenquelle und Google bläst mit dem neuen Netzwerk Google Plus zum Angriff.
Brian Solis ist die Stimme Amerikas, wenn es um das Thema Social Media geht. Der 41-Jährige arbeitet heute als Principal bei der Altimeter Group, sein im vergangenen Jahr erschienenes Buch “Engage” avancierte binnen kürzester Zeit zur Bibel der Marketing-2.0-Szene. Auf dem Social Media Marketing & I-Commerce Summit 2011 in Monte Carlo hatte ich kürzlich Gelegenheit, mit Solis ein Interview zu führen.
Mr. Solis, was ist Ihrer Meinung nach der größte Fehler, den ein Unternehmen in Social Media machen kann?
Den größten Fehler, den Unternehmen heute machen, ist der, dass sie sich nicht die Frage stellen: Warum machen wir überhaupt Social Media? Welchen Wert können wir beitragen, was wollen die Kunden? Fehler Nummer zwei besteht darin, dass sie ihre Aktivitäten auf das Marketing beschränken – und dieses Marketing ist oft von der bisherigen Unternehmenskultur geprägt. Viele Firmen, die ich kenne, haben eine Broadcasting-Mentalität: Das sind wir, das machen wir, das verkaufen wir – ihr werdet das schon mögen. Doch in der Welt von Social Media begegnen wir einer neuen Klasse von Konsumenten: Es gibt die klassischen Online-Kunden, die ihre Suche bei Google beginnen. Dann gibt es den traditionellen Konsumenten, jemand, der den Medien, dem Fernsehen und dem Radio, den Zeitungen und Magazinen vertraut. Und dann gibt es die sozialen oder vernetzten Konsumenten, die Social Media leben – und zwar auch unterwegs per Smartphone oder Tablet. Sie sind wesentlich anspruchsvoller, ihre Bedürfnisse sind wesentlich größer, sie erwarten Personalisierung und Aufmerksamkeit. Diese Gruppe wird aber ignoriert und genauso wie alle anderen behandelt: “Hey, klick auf ‘Gefällt mir!’ und du kannst vielleicht ein iPad gewinnen!” – Unternehmen konfigurieren ihre redaktionellen Inhalte, ihre Facebook-Seiten oder YouTube-Kanäle so, dass sie praktisch zur reinen Werbung verkommen. Es sind keine Unterhaltungen, die irgendeine Form von Wert besitzen. Genau diesen Wert nicht in den sozialen Stream zu integrieren: das ist der größte Fehler, den heute viele Unternehmen machen. Weiterlesen

Al Jazeera English kann es sich leisten. Dank des beispiellosen Web-Boosts der vergangenen Wochen konnte der Sender aus Katar eine enorme internationale Online-Community hinter sich vereinen – wozu nicht zuletzt auch das schlechte Standing bei den Kabelnetzbetreibern beigetragen hat: Das Engagement ist hoch, die politische Unzufriedenheit auch und was liegt da näher, als den Bürgerjournalismus auf eine neue Stufe zu heben.
Am Montagabend wird von Al Jazeera “The Stream” gelauncht, “die aggressivste Integration von Social Media in den Live-Betrieb eines Senders”, wie es bei Fast Company zu lesen steht. Tatsächlich handelt es sich bei The Stream nicht um eine Sendungsverlängerung ins Netz: das Netz selbst macht die Sendung. Das neue Format wird 24 Stunden am Tag live gestreamt, wobei (nicht zuletzt aus Qualitätsgründen) 30 Minuten für die Präsenz eines Moderators eingeplant sind. Zum Start wird Al Jazeera jedoch um einige Wiederholungen im Programm nicht herum kommen. Weiterlesen

Die dpa-Tochter news aktuell hat gerade eine interessante Studie zum Thema PR und Social Media vorgelegt (der komplette Titel der Umfrage lautet: PR-Trendmonitor 2010 – Pressearbeit und PR in einem neuen Medienzeitalter). Befragt wurden insgesamt 2.270 Fach- und Führungskräfte aus PR-Agenturen und Pressestellen. Ich gebe hierzu die wichtigsten Erkenntnisse wieder, im Folgenden wird noch ein eingebettetes Slideshare zu finden sein.
Demnach halten 63 Prozent der Befragen Social Media für ihre derzeit größte Herausforderung, wobei 31 Prozent der Sprecher angeben, dass ihr Unternehmen noch überhaupt nicht in irgendeinem Network vertreten ist. Übrigens liegen die PR-Agenturen mit 25 Prozent Non-Präsenz nur knapp darunter. Twitter ist dabei das mit Abstand unbeliebteste Medium, gerade einmal 16 Prozent (!) der PRler nutzen Twitter täglich, ganze zwei Drittel haben sich die Seite twitter.com noch nicht einmal angesehen.
62 Prozent der Pressesprecher und 61 Prozent der Mitarbeiter in PR-Agenturen lesen morgens im Büro als erstes ihre E-Mails. Jeder Zehnte startet mit einer Tasse Kaffee. Nur zwei Prozent checken morgens im Büro als erstes ihre Facebook- und Twitterkonten. Dazu gibt es einen warnenden Hinweis der Studienleiter: “Grundsätzlich tun PR-Fachleute gut daran, Social Media zu nutzen. Denn auch in Redaktionen ist das Web 2.0 als Arbeitstool etabliert. Jeder zweite Journalist setzt inzwischen auf Social Media.” Weiterlesen

Ich glaube, es gibt nichts Einfacheres, als auf die Deutschen Bahn einzuprügeln und von allen Umstehenden dafür tosenden Applaus zu kassieren: Verspätete Züge, Hitzschläge in ICEs, katastrophale Informationspolitik, maroder Nahverkehr und zuletzt der Stuttgart21-Fauxpas – im deutschen Schienennetz läuft schon seit langer Zeit etwas fundamental falsch.
Doch was hilft es? Die Kunden protestieren an Infoständen in den Bahnhofsvorhallen, Journalisten zeigen in spätabendlichen Drittsender-Dokus Missstände auf und hin und wieder räumt selbst die empörte Politik hemdsärmelig ein: “Ja, naja – das könnte besser laufen, denke ich…” Doch der Berliner Konzern zeigt sich stets unbeeindruckt, jede noch so scharfe Kritik scheint an der Glasfassade des pompösen “Bahn-Towers” (26 Stockwerke) wie ein leichter Sommerregen abzuperlen. Die Deutsche Bahn ist und bleibt ein unverzichtbarer Dienstleister des täglichen Lebens und niemand weiß das besser als das Unternehmen selbst. Das Monopol macht immun.
Umso erstaunlicher ist es, dass die Deutsche Bahn heute zum ersten Mal in ihrer Geschichte sich den Kunden geöffnet hat. Im Zuge der neuen Ticket-Kampagne “Der Chef kommt” (ausgetüftelt von Ogilvy) wurde eine neue Facebook-Seite aus dem Boden gestampft. Für eine begrenze Zeit soll sie als Verkaufsplattform für zuggebundene Billigtickets herhalten – ähnliche Aktionen liefen in der Vergangenheit regelmäßig über die lokalen Discountermärkte; das Angebot selbst ist also nicht ungewöhnlich. Ebenfalls wenig überraschend ist die Tatsache, dass die Bahn mittels der Einmal-Aktion zunächst nur ein Fenster zum Social Web öffnet – die Tür bleibt weiterhin verschlossen: Weiterlesen

Ach, Gott – noch so eine Horrormeldung: “Facebook und Co verlieren an Reiz”, titelt Pressetext und beruft sich dabei auf eine neue Studie von Forrester Research: “Die anfänglich weitgehende Begeisterung für soziale Medien hat überraschend nachgelassen.” Mit den Ergebnissen der Messungen konfrontiert, orakelt das Medium über die “steigende Passivität” der Nutzer in sozialen Netzwerken – Kollege Klaus Eck kommt auch zu Wort und sorgt für eine sachliche Note.
Worum geht es? Forrester hat eine globale Untersuchung im Social Media-Sektor durchgeführt. Insgesamt wurden die Daten von mehr als 275.000 Usern aus Nordamerika, Europa und Asien ausgewertet. Im Mittelpunkt der Studie stand das Engangement-Verhalten der Nutzer – und das lässt offenbar mittlerweile zu Wünschen übrig.
Forrester unterteilt darin das Netzpublikum in Produzenten (Content-Lieferanten) und Sammler (Content-Konsumenten) – zwischen beiden Gruppen scheint es mittlerweile eine diametrale Entwicklung zu geben. Zwar wachse das Social Web Tag für Tag (im vergangenen Jahr um rund elf Prozent in Europa und acht Prozent in den USA), doch trotz der steigenden Mitgliederzahlen würde die Anzahl der aktiven Produzenten in Social Networks frappant stagnieren. Anders ausgedrückt: Der Kreis der Zuschauer wächst, während jener der Sender gleich bleibt. Weiterlesen

Social Shopping ist heute schon ein alter Hut, der neueste Trend lautet: Social Eating! Die Associated Press wurde auf den Fall aufmerksam und berichtet von einer neuen Burger-Kette aus New York, die auf den Namen 4Food hört. Mich haben schon immer die kleinen Lokalgeschichten interessiert, wie Twitter-Gründer Biz Stone sie gerne hervorhebt. Wie unbekannte Imbissbuden oder Grillwohnwagen ihren Umsatz und die Zufriedenheit der Kunden steigern, indem sie global-lokal über ein Netzwerk kommunizieren. 4Food fährt jedoch ein eigenes Konzept, das auch den Aufbau einer eigenen Community voraussetzt – und es ist genial.
Große Lebensmittelhersteller verwenden ebenso große Ressourcen darauf, den richtigen Geschmack der Masse zu treffen. 4Food überlässt diese Aufgabe den Kunden. Sowohl in den Ladenlokalen als auch direkt im Internet stehen online Burger-Konfiguratoren bereit. Und bevor jemand die rote “Bäh! Fastfood!”-Kelle hochhebt: es ist alles gesund, ordinäre Fritten gibt es hier nicht. Nach dem Zusammenbau des Burgers und seiner Bestellung (rund sechs Dollar) ist es aber noch nicht vorbei, denn wer einen individuellen Fleischklops kreiert hat, darf fortan das Rezept der Zusammenstellung sein Eigen nennen. Der nächste Kunde kann nun ebenfalls eine persönliche Auswahl treffen oder aus dem Fundus der bereits erstellten Burger-Profilen wählen. Wenn “mein” Hamburger bestellt wird, bekomme ich von 4Food exakt 25 Cent Guthaben für meine nächste Bestellung gutgeschrieben. Weiterlesen

Die Behauptung hält sich hartnäckig seit Anbeginn des menschlichen Zusammenlebens: Frauen können gut reden, Männer gut reparieren. Das Artikulationsvermögen des Mannes sei auf dem Niveau eines simplen Knurrens stagniert – so die Annahme – und die wenigen Laute, die er heute ausstößt, dienten seinerzeit lediglich der Koordination auf der gemeinsamen Mammutjagd. Die Frau wiederum, betraut mit den erzieherischen Aufgaben am heimischen Kaminfeuer, ist auf die Sprache angewiesen, da sich nur so Werte und Kultur an nachfolgende Generationen vermitteln lassen. Ist das Quatsch? Ja, das ist es. Eine Studie der Universität Texas hatte bereits im Sommer 2007 bewiesen, dass beide Geschlechter im Alltag gleich viel reden: im Durchschnitt geben sowohl Männer als auch Frauen nämlich rund 16.000 Wörter pro Tag von sich.
Dennoch gibt es einen Unterschied. Und dieser betrifft mitnichten die Quantität der täglichen Äußerungen, wohl aber die Qualität – was der Leser nicht als Wertung auffassen sollte. Vielmehr zielt dieses Merkmal auf die soziale Kontaktfähigkeit ab, die vor allem beim weiblichen Geschlecht deutlich stärker ausgeprägt ist: Einfühlungsvermögen, Nachsicht, Empathie – dies alles sind Eigenschaften, die sich auch im Kommunikationsverhalten der Frau niederschlagen. Weiterlesen














