Das war ja mal eine Nachricht! Die VZ-Netzwerke gaben am Mittwoch bekannt, dass man ab April gemeinsam mit iq digital media marketing die Komplettvermarktung von MySpace Deutschland übernehmen wird. Naja, nicht die Komplettvermarktung, sondern vielmehr eine Teilvermarktung, da alte Werbeverträge mit Google noch bindend sind.
“Wir glauben fest daran, dass wir zusammen mit iq digital die Kraft haben, einen Jugendvermarkter erfolgreich zu entwickeln”, sagt da Sven Bagemihl, Vice President Sales VZ-Netzwerke. Ziel sei es, die erste Adresse für alle Unternehmen zu werden, die junge Menschen in Deutschland zum Markenaufbau in der digitalen Welt erreichen wollen. “Kein anderer Vermarkter bietet online oder offline eine derart hohe Reichweite, Aktivität und Expertise in diesem Alterssegment. Damit bieten wir den Mediaentscheidern eine nationale Alternative zu den US-amerikanischen Playern auf dem stetig härter umkämpften deutschen Onlinemarkt der Zukunft.” Der große Applaus der Beobachter blieb aus, lediglich ein Fan von SchülerVZ meldete sich im Blog zu Wort: Weiterlesen
Der Mittwoch war ein schwarzer Tag für die VZ-Netzwerke – obwohl man es wohl auch schon selbst geahnt hatte. Das neue IVW-Ranking wurde veröffentlicht und wieder einmal zeigte sich ein Einbruch bei den Benutzerzahlen; nicht ins Bodenlose, aber immerhin doch schon wieder um knapp 18 Prozent – und das in nur einem Monat. Im Jahresrückblick wirkt die Entwicklung gleich noch dramatischer: Waren es im Mai 2010 noch über 466 Millionen gezählte Visits, so ist VZ nun bei 274,5 Millionen angekommen. Das ist mehr als bitter.
Die Gründe des Absturzes sind offenkundig: Nicht nur VZ verliert jeden Tag wertvolle Mitglieder, auch andere deutsche Netzwerke folgen dem Abwärtstrend, sei es Wer-kennt-wen (minus 14 Prozent) oder Gutefrage.net (minus 15 Prozent). Der Name des Profiteurs ist wohlbekannt, Facebook saugt rasant das Engagement der Deutschen in sich auf, fast jeder zweite Bundesbürger ist bereits Mitglied: die Wachstumskurve scheint unaufhaltsam.
Was macht man also, mit einer einstmals pulsierenden VZ-Community, die nun aufs Abstellgleis geschoben wird? Gute Frage. Die VZ-Netzwerke sind heute eine redundante Klamotte, ein Facebook in Rot, wobei die Klonerei ursprünglich volle Absicht war: man wusste es halt selbst nicht besser. VZ stand immer im Windschatten der Amerikaner, die vor ein, zwei Jahren aber noch wenig gefährlich schienen. Immerhin war es ein US-Produkt und niemand konnte wissen, wie oder ob überhaupt ein solcher Dienst in Europa Abnehmer findet. Als StudiVZ noch voll im Saft stand, konnte Holtzbrinck leidenschaftlich von der arroganten Netzkeule Gebrauch machen. Wer erinnert sich nicht an die Serienabmahnungen, die deutschen Kleinseitenbetreibern geschickt wurde, weil sie das verbotene Kürzel “VZ” im Domainnamen nutzten? Vom regelrechten “VZ-Krieg” war seinerzeit die Rede. Weiterlesen
“Erika hat ‘nen Neuen”, heißt das Sprüchlein, das heiß auf mehr machen soll. Das Bundesministerium des Inneren (BMI) hat sich die Idee einfallen lassen, für den neuen doch recht unpopulären Personalausweis auf Fan-Fishing ins Social Web herabzusteigen. Die Seite für “Erika” ist ab sofort online geschaltet, ein sogenanntes Edelprofil, wie es die VZ-Netzwerke im April des vergangenen Jahres eingeführt hat.
Im Mittelpunkt der Kampagne sollen Details zum neuen Ausweis stehen: Genaugenommen werden allerdings lediglich drei Informationsbröckchen genannt – wer mehr wissen will, muss die Sonderseite des BMI besuchen. Und dann gibt es da noch dieses total ausgeflippte Gewinnspiel, in dem “Erika” die “Freunde” aufruft, die “lustigsten” und “verrücktesten” Passbilder öffentlich an ihre Pinnwand zu posten. Zu gewinnen gibt es ein “professionelles Fotoshooting”. Wirklich witzig ist in diesem Zusammenhang übrigens die Standardklausel in den Teilnahmebedingungen: Weiterlesen














