Posts Tagged ‘YouTube’

Mashup-Schleuder YouTube setzt ab sofort auf Creative Commons

2. Juni 2011  |  Social Media, Tech  |  No Comments  |  Share

Die einen rufen “Dreister Content-Raub!”, die anderen entgegnen: “Was ist euer Problem, es sind Mashups?!” Das Web 2.0 wurde möglich, weil zum einen die Technologie einfacher und zum anderen erschwinglicher wurde. Damit einhergehend fielen die Hürden des allgemeinen Kopiervorgangs: Beinahe jeder Inhalt ist nur einen Klick entfernt, ein weiterer genügt, um ihm meinen eigenen Stempel aufzudrücken.

YouTube ist heute wohl die größte Mashup-Schleuder im Netz. Die großen Lizenzstreitereien mit Filmverleihern und Musiklabels wurden bis dato hinter den Kulissen geführt, Google reagiert eigentlich nur, wenn das Big Business an die Tür klopft. Der gemeine Clip-Zapper schaut in die Röhre – oder eben nicht selten in Embed-Kästen, in denen sein eigenes Video läuft, dekoriert mit den Namen fremder “Autoren”. Damit will YouTube nun endlich Schluss machen. Weiterlesen

Perfider Facebook-Spam: Ohne Umwege in die “Gefällt mir”-Falle (‘Likejacking’)

7. März 2011  |  How-To, Social Media  |  22 Comments  |  Share

Vergessen wir für einen Moment mal den Twitter-Wurm und wenden uns aus aktuellem Anlass dem derzeit grassierenden Facebook-Spam zu: der ist nämlich nicht nur nerviger, sondern mittelfristig auch um einiges gefährlicher. Einige haben bereits davor gewarnt, doch offenbar ist die Sucht nach poppig-bizarren YouTube-Clips größer als alles andere. Ich werde jetzt täglich Zeuge solcher zugeschnappter Fallen.

Worum geht es? Facebook hat kürzlich beschlossen, den “Gefällt mir”-Button, der im Netz überall zu finden ist, ordentlich aufzubohren. Ein Klick darauf produziert nun nicht länger eine übersehbare Fußnote unter “Neueste Aktivitäten”, sondern vielmehr ein vollständiges Status-Update inklusive Teaser-Bildchen. Ich vertrete die These, dass dieser Entschluss folgenreich sein wird, immerhin kann nun auch der Dümmste per Mausklick aufgestöberte Links mit seinen Freunden teilen. Genau diese Vereinfachung war auch die Absicht von Facebook: der flotte Aufbau eines Echtzeit-Linkindex, der immer mehr Nutzer im Netzwerk verweilen lässt. Weiterlesen

Bewegtbild boomt in Deutschland: Ist es der Herbst oder die GEMA?

9. November 2010  |  Netznews  |  No Comments  |  Share

Die neuen IVW-Zahlen sind draußen und eines sticht doch direkt ins Auge: Holla! Was passiert denn bei den Clip-Portalen? Die größten Gewinner des gesamten Oktober-Rankings waren Videoplattformen wie ClipFish (+42 Prozent, 7,2 Millionen Visits gesamt), MyVideo (+28 Prozent, 53 Millionen Visists) und ProSieben (+11,2 Prozent, 151 Millionen Visits). Es scheint sich um einen richtigen Boom im Bewegtbild zu handeln und offenbar ist niemand so richtig in der Lage, eine Erklärung dafür zu finden. Horizont schreibt: “Die Tage werden kürzer, die Bewegtbildnutzung steigt.” Fertig. Doch ist das wirklich ein jahreszeitlicher Reflex?

Ich habe mir einmal die Klickzahlen vom vergangenen Jahr angesehen, weil ich wissen wollte, ob die Popularität von Netzvideos tatsächlich einem gewissen Turnus unterliegt. Beispiel MyVideo: Die Visits stiegen im Oktober 2009 um 6,88 Prozent, gleichzeitig gingen aber die Page Impressions um satte 17,7 Prozent in den Keller (das schlechteste MyVideo-PI-Ergebnis in der gesamten IVW-Ausweisung bis heute). ClipFish wiederum konnte im Vergleichsmonat des vergangene Jahres deutliche Zuwächse verzeichnen (+37 Prozent Visits, +38 Prozent PIs). Bei Pro-Sieben.de war es wieder heterogen: Die Visits konnten um drei Prozent zulegen, die PIs sanken aber um sieben Prozent. Und jetzt? Weiterlesen

Sonys YouTube-Irrsinn geht weiter: Jetzt sperrt das Label Microsoft-Werbeclips

5. November 2010  |  Musik, Netznews  |  2 Comments  |  Share

Sony hat ja wirklich diese Woche den Vogel abgeschossen: Da eröffnet das Label einen offiziellen Kanal bei YouTube – und geht dann dazu über, die eigenen Clips zu sperren: Sorry, dieses Video ist in deinem Land leider nicht verfügbar. Als ich das gesehen habe, hatte ich die Fremdschäm-Grenze bereits weit hinter mir gelassen, ich glaube, ich nahm gerade Landeanflug auf das Hysterie-Reich. Ich meine… wie bescheuert muss man eigentlich sein?

Dass der Streit zwischen der GEMA und YouTube nicht nur irrwitzig überflüssig (deutsche Nutzer, die ein bestimmtes Video sehen wollen, gehen eben auf Dailymotion oder MyVideo), sondern schlichtweg geschäftsschädigend für Dritte ist, beweist Sonys neuester Streich. Als Microsoft kürzlich die ersten Werbeclips für Windows Phone 7 vom Stapel ließ, wurden auch wir deutschen Journalisten auf den offiziellen YouTube-Account hingewiesen (über die Hintergründe der Spots habe ich bereits an anderer Stelle etwas geschrieben). Weiterlesen

YouTube Live-Streams: Chatroulette in n-facher Potenz?

13. September 2010  |  Netznews  |  No Comments  |  Share


Oh, my God! Google macht die Ankündigungen wahr und lässt die Clip-Schleuder YouTube künftig Live-Inhalte streamen. Das Bild oben ist kein Bild, sondern ein Embed-Widget, über das sich die ersten Sendungen (zu gegebener Zeit) abrufen lassen.

In der Vergangenheit hatte es bereits mehrere Experimente mit Echtzeit-TV auf YouTube gegeben, etwa bei Konzerten oder Übertragungen des Weißen Hauses – doch hierbei handelte es sich im strengen Sinne immer um Premium-Partner: das Programm konnte nicht aus dem Ruder laufen. Dies will Google nun ändern. Nach der zweitägigen Testphase sollen auf kurz oder lang auch die Millionen von privaten Nutzern Zugriff auf das Feature erhalten: “Diese neue Plattform integriert Live-Streaming direkt in die YouTube-Kanäle. Alles, was die Nutzer dafür brauchen, ist eine Webcam oder eine externe USB/Firewire-Kamera”, heißt es dazu im Blog. Anders ausgedrückt: Künftige Videos entziehen sich völlig der Kontrolle seitens Google, die User bekommen damit einen Haufen Verantwortung auferlegt. Weiterlesen

Shitstorm gegen Viacom: Wie der US-Riese geklaute Clips vermarktet

14. Juni 2010  |  Musik, Netznews  |  No Comments  |  Share

Mittlerweile dürften alle mitbekommen haben, dass sich Viacom und YouTube gerade wieder vor Gericht gegenüber stehen. Das Medienimperium (MTV, CBS, DreamWorks, Paramount und andere) fordert von der Google-Tochter nicht weniger als eine Milliarde US-Dollar Schadensersatz. Warum? Weil Viacom auch im Jahr 2010 noch auf die Feststellung beharrt, dass der YouTube-Videokatalog bis zu achtzig Prozent aus geklautem Content besteht.

Google sieht der ganzen Geschichte aufgeregt-gelassen entgegen und schleuderte den Viacom-Anwälten einige interessante Gegenbeweise entgegen: Etwa, dass Viacom in der Vergangenheit mehrmals versucht hätte, YouTube aufzukaufen und als dies nicht gelang, die Plattform immer wieder für Guerilla-Marketingaktionen profitabel nutzte. So schlimm kann diese Räuberhöhle also doch bitte schön gar nicht sein, so das Fazit von Google. Zudem sei es naturgemäß problematisch, geschützte Inhalte manuell zu filtern, wenn Viacom seine Seeding-Agenturen beauftragt, nachts ihre Virals auf die Plattform zu schießen.

Fernab des Gerichtssaals nahm der Konflikt nun eine andere interessante Wendung. Viacom unterhält nämlich selbst ein Videoportalspike.com – der Online-Ableger des gleichnamigen US-Senders für junge Machos (“An audience described demographically as ‘young adult males’.”). Schaut euch bitte nun dazu den folgenden Clip der VlogBrothers an: Weiterlesen

Nachruf auf das gestylte Viral-Video

18. November 2009  |  How-To, Netznews  |  No Comments  |  Share

Ich bin ein großer Daisy Whitney-Fan, wer die Dame noch nicht kennt, sollte sich schleunigst ihren Videocast “New Media Minute” (iTunes) abonnieren. Wie man es einem Kind erklären würde, verklickert Daisy großen Unternehmen die Zusammenhänge und Entwicklungen im Netz, beleuchtet neue Trends und gibt praktische Tipps für erste Schritte in das Social Web. Noch sympathischer wird das Ganze dadurch, dass ihr Mann für das wackelige Kamerabild zuständig ist.

Diese Woche hatte sie Kevin Nalty zu Gast in ihrer kleinen Sendung. Nalty ist Video-Strategist und populärer YouTuber, der das Marken-Management von Firmen wie Coca-Cola, Starbucks oder Microsoft begleitet hat. Im Video oben spricht er einen ziemlich wichtigen Aspekt beinahe in einem Nebensatz an: Viral Videos befinden sich auf dem absteigenden Ast. Tatsächlich haben wir alle so viele verrückte Leute, fliegende Elefanten oder Kamera-Zaubertricks gesehen, dass wir es uns heute zwei Mal überlegen, ein solches Video einem Kollegen weiter zu empfehlen. Im besten Fall sagt dieser “Aha!”, bevor er es dann wegklickt, wahrscheinlicher ist es aber, dass der Clip ungesehen bleibt und wir im Betreff der Antwort-Mail ein müdes “Fake” finden.

Der Markt an Virals ist gesättigt, Marketing-Abteilungen haben massenweise auf dasselbe Pferd gesetzt und auf den Buzz im Publikum gehofft. Clips wurden immer aufwändiger und damit vor allem teurer produziert. Der Zuschauer ist mittlerweile abgestumpft. “Ich sehe absolut keinen Zusammenhang zwischen Produktionskosten und den damit erzielten Views”, so Nalty. Das stimmt. Viele Virals wirken heutzutage dermaßen künstlich und überproduziert, dass sie die Lust am Anschauen rauben. Back to the roots, lautet daher der Vorschlag. YouTube ist ein Medium, das seinen Erfolg grieseligen Heimvideos verdankt. Die Plattform ist eine Schülerzeitung – kein Hochglanzmagazin. Unternehmen sollten das bei ihrer nächsten Netzvideo-Kampagne berücksichtigen und vorher Unterricht bei all den Underground-Stars nehmen, die es bei YouTube und Co. auf Millionen Klicks gebracht haben.