{"id":1278,"date":"2010-09-11T14:48:37","date_gmt":"2010-09-11T13:48:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/?p=1278"},"modified":"2010-09-11T14:48:37","modified_gmt":"2010-09-11T13:48:37","slug":"twitter-killed-the-rss-stream","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/2010\/09\/twitter-killed-the-rss-stream\/","title":{"rendered":"Twitter killed the RSS-Stream"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/twitterkilledrss.png\" alt=\"\" title=\"twitterkilledrss\" width=\"300\" height=\"300\" class=\"alignleft size-full wp-image-1279\" srcset=\"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/twitterkilledrss.png 300w, https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/twitterkilledrss-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Wer als Leser oder Journalist zwecks Mediensondierung auf dem Laufenden bleiben will, kommt an <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/RSS\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">RSS<\/a> nicht vorbei. Das Gesetz wurde etwa vor f\u00fcnf, sechs Jahren geschrieben, als Nachrichten pl\u00f6tzlich &#8222;gepusht&#8220; und nicht mehr &#8222;gesucht&#8220; wurden. Der Vorteil lag auf der Hand: Meine pers\u00f6nliche Leselandschaft liegt in ordentlicher und \u00fcbersichtlicher Chronologie vor mir. Schnell gewannen RSS-Dienste an Bedeutung, zun\u00e4chst Client-basierte L\u00f6sungen, die allerdings schon nach kurzer Zeit durch Netz-basierte Angebote abgel\u00f6st wurden, da auf diese Weise die abonnierten RSS-Stream \u00fcberall verf\u00fcgbar waren. Der <a href=\"http:\/\/www.google.com\/reader\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Google Reader<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.bloglines.com\" target=\"blanK\" rel=\"noopener noreferrer\">Bloglines<\/a>, eine Tochter der Suchmaschine Ask.com, waren und sind bis heute die popul\u00e4rsten Anbieter daf\u00fcr. Doch irgendetwas hat sich ver\u00e4ndert&#8230;<\/p>\n<p>Wie Ask.com am Freitagabend <a href=\"http:\/\/blog.ask.com\/2010\/09\/bloglines-update.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">mitteilte<\/a>, wird Bloglines zum ersten Oktober komplett eingestampft. Es gab im vergangenen Jahr bereits zaghafte Versuche, die RSS-Plattform abzusto\u00dfen, doch die wenig ambitionierte K\u00e4ufersuche verlief ins Leere. Nun laufen Nutzer Sturm, weil die einzig gescheite Alternative zu Google pl\u00f6tzlich aufgel\u00f6st werden soll. Doch der Schritt ist verst\u00e4ndlich. <!--more--><\/p>\n<p>Der <strong>erste Grund<\/strong> ist einfach: F\u00fcr Ask.com war der RSS-Reader seither ein Seitenprojekt fernab des Kerngesch\u00e4fts (der Suche). Der <strong>zweite Grund<\/strong> ist ebenso einleuchtend: RSS war niemals richtig massentauglich. Als ich vor wenigen Tagen einen <a href=\"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/2010\/09\/workshop-journalismus-2-0-die-prasentation-im-uberblick\/\">Workshop f\u00fcr angehende Journalisten<\/a> geleitet habe, fragte ich in die Runde, wer mit dem Begriff &#8222;RSS&#8220; etwas anfangen k\u00f6nne &#8211; und bekam ein bedeutungsvolles Schweigen als Antwort. Der <strong>dritte Grund<\/strong> ist daf\u00fcr umso heikler: Bloglines und RSS im Allgemeinen werden zusehend irrelevant. Schon im Februar hatte HitWise eine <a href=\"http:\/\/weblogs.hitwise.com\/us-heather-hopkins\/2010\/02\/facebook_largest_news_reader_1.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">interessante Studie<\/a> ver\u00f6ffentlicht, aus der hervorging, dass Facebook die News-Seite von Google als Traffic-Lieferant Nummer eins f\u00fcr Medienseiten nicht nur \u00fcberholt, sondern beinahe vernichtet hatte.<\/p>\n<p>Es hat sich eine v\u00f6llig neue Dynamik innerhalb der Wissensgesellschaft in Gang gesetzt, die sich auf Auswahl und Art des Medienkonsums auswirkt: Ich suche nicht l\u00e4nger News &#8211; die News finden mich. Und Social Media ist das genau das Radar, das immer h\u00e4ufiger die relevanten Informationen taxiert und gleichzeitig gezielt streut. Twitter ist eine Linkschleuder f\u00fcr empfehlenswerte News, ein Echtzeit-Tool, das anders als RSS auf die User zukommt und \u00fcberfl\u00fcssigen Info-Ballast von vornherein ausfiltert.<\/p>\n<p>Seit Mitte des Jahrzehnt konnten RSS-Dienste Zuw\u00e4chse verzeichnen. Der Boom hielt bis zum Herbst 2009, seitdem <a href=\"http:\/\/paidcontent.org\/article\/419-the-death-of-the-rss-reader\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">flachen die Zugriffszahlen rapide ab<\/a>. \u00dcber das Jahr gesehen, hat der Google Reader bei den Visits 27 Prozent einb\u00fc\u00dfen m\u00fcssen, bei Bloglines waren es gar 71 (!) Prozent. Ask.com ist sich des Trends bewusst und scheut sich deshalb auch nicht vor klaren Worte gegen\u00fcber den Nutzern:<\/p>\n<blockquote><p>As Steve Gillmor pointed out in TechCrunch last year, being locked in an RSS reader makes less and less sense to people as Twitter and Facebook dominate real-time information flow. Today RSS is the enabling technology \u2013 the infrastructure, the delivery system. RSS is a means to an end, not a consumer experience in and of itself. As a result, RSS aggregator usage has slowed significantly, and Bloglines isn\u2019t the only service to feel the impact. The writing is on the wall.<\/p><\/blockquote>\n<p>Es bleibt abzuwarten, wie Google die Sache bewertet. Google Buzz hat sich jedenfalls noch nicht zum w\u00fcrdigen Nachfolger des Readers entwickelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer als Leser oder Journalist zwecks Mediensondierung auf dem Laufenden bleiben will, kommt an RSS nicht vorbei. 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