{"id":2608,"date":"2010-12-30T10:20:02","date_gmt":"2010-12-30T09:20:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/?p=2608"},"modified":"2010-12-30T10:20:02","modified_gmt":"2010-12-30T09:20:02","slug":"bibliothek-2-0-deshalb-bin-ich-zur-zbw-gegangen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/2010\/12\/bibliothek-2-0-deshalb-bin-ich-zur-zbw-gegangen\/","title":{"rendered":"Bibliothek 2.0: Deshalb bin ich zur ZBW gegangen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/zbw1.png\" alt=\"\" title=\"zbw\" width=\"300\" height=\"299\" class=\"alignleft size-full wp-image-2615\" srcset=\"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/zbw1.png 300w, https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/zbw1-150x150.png 150w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Der eine oder andere hat ja schon <a href=\"http:\/\/www.kn-online.de\/lokales\/kiel\/206223-Bibliotheksdirektor-setzt-aufs-Netz.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">mitbekommen<\/a>, dass ich in Hamburg gelandet bin. Nach zehn Jahren K\u00f6ln (und zuletzt <a href=\"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/2010\/05\/ich-verlasse-basic-thinking\/\">Basic Thinking<\/a>) habe ich bei der <a href=\"http:\/\/zbw.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ZBW<\/a> (Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft) angelegt, was bei einigen ein gro\u00dfes Fragezeichen verursacht hat: &#8222;ZBWas?&#8220; &#8211; Ich will im Folgenden ein bisschen \u00fcber meinen neuen Arbeitgeber schreiben und davon berichten, was ich dort so mache.<\/p>\n<p>Okay, was ist die ZBW? Allgemein gesagt, ist die ZBW das weltweit gr\u00f6\u00dfte Informationszentrum f\u00fcr wirtschaftswissenschaftliche Literatur mit einem \u00fcberregionalen Auftrag \u2013 online wie offline. Heute beherbergt die Einrichtung rund 4,5 Millionen B\u00e4nde und 32.000 laufend gehaltene Zeitschriften. W\u00fcrde alles nebeneinander gestellt, k\u00e4me man auf 78 Kilometer L\u00e4nge \u2013 das entspricht in etwa der H\u00f6he der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mesopause\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mesopause<\/a>, der atmosph\u00e4rischen Schicht der Erde, nach der das Weltall beginnt. Daneben stellt die ZBW die wohl am schnellsten wachsende Sammlung von Open Access-Dokumenten im Internet zur Verf\u00fcgung: <a href=\"http:\/\/www.econstor.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">EconStor<\/a>, das digitale Archiv, verf\u00fcgt heute \u00fcber 25.000 frei zug\u00e4ngliche Aufs\u00e4tze und Working Papers. Keine Rumhampelei, keine Paywall \u2013 Studenten und Forscher kommen an Ergebnisse, die sie <a href=\"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/2010\/10\/neue-studie-zu-open-access-gebt-endlich-das-wissen-frei\/\">mit ihren Steuergeldern<\/a> bereits finanziert haben. Wissen ist die einzige Ressource, die sich durch Teilung vergr\u00f6\u00dfert.<\/p>\n<p>Die ZBW ist Teil der <a href=\"http:\/\/www.leibniz-gemeinschaft.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Leibniz-Gemeinschaft<\/a>, was zum einen bedeutet, dass sie als Stiftung (des \u00f6ffentlichen Rechts) keine kommerziellen Absichten verfolgt. Zum anderen hei\u00dft das aber auch, dass ihr Bestehen mit einem expliziten Auftrag verbunden ist. Und genau dieser war auch der Grund, weshalb ich zugeschlagen habe: Die ZBW hat die Aufgabe, sich von der einstmals klassischen Bibliothek in eine erstklassige Serviceeinrichtung f\u00fcr die Wissenschaftscommunity zu verwandeln. Und zwar in einer Form, dass andere Bibliotheken \u2013 ob \u00f6ffentlich oder akademisch \u2013 davon lernen k\u00f6nnen. <!--more--><\/p>\n<p>Dazu hat sich die ZBW vor rund einem halben Jahr den wohl f\u00e4higsten Mann auf diesem Gebiet geschnappt, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Klaus_Tochtermann\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Prof. Klaus Tochtermann<\/a>, der Dinge sagt, wie: &#8222;Aufgrund der rasanten Weiterentwicklung des Internets befindet sich die Medienbranche in einem noch nie da gewesenen Umbruch. Mein Ziel ist nicht nur, dass die ZBW diesen Umbruch erfolgreich meistert, sondern sich zuk\u00fcnftig als international anerkannter Innovator positioniert.&#8220; Mir gegen\u00fcber dr\u00fcckte er es einmal so aus: &#8222;Was n\u00fctzt es, \u00fcber eine gigantische Sammlung zu verf\u00fcgen, wenn es die Nutzer sind, um die es geht.&#8220; <\/p>\n<p><object width=\"580\" height=\"351\"><param name=\"movie\" value=\"http:\/\/www.youtube-nocookie.com\/v\/9FEQqgFmPKc?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0\"><\/param><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\"><\/param><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\"><\/param><\/object><\/p>\n<p>In ein paar Jahren geht kaum noch jemand in eine Bibliothek, bestellt B\u00e4nde aus dem Magazin; ebenso will niemand tagelang auf seine Fernleihe warten. Nein, in ein paar Jahren wird das Wissen unmittelbar dort gebraucht, wo es verarbeitet wird und zwar schnell und kostenfrei. Die Mehrzahl der Literaturbereitsteller versteht das nicht, es wird weiter so gearbeitet, wie immer. Kein Wunder, dass immer <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/bergischesland\/solingen\/nachrichten\/Bibliothek-verzeichnet-weniger-Besucher_aid_611954.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">mehr<\/a> <a href=\"http:\/\/www.haz.de\/Hannover\/Aus-der-Stadt\/Uebersicht\/Initiative-stemmt-sich-weiter-gegen-Bibliotheksschliessung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bibliotheken<\/a> <a href=\"http:\/\/www.ostsee-zeitung.de\/vorpommern\/index_artikel_komplett.phtml?SID=9883c785f054c303c799e77503e442f1&#038;param=news&#038;id=2894594\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">dicht<\/a> <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/niederrheinsued\/krefeld\/nachrichten\/Sorge-um-Uerdinger-Bibliothek_aid_909414.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">machen<\/a> m\u00fcssen (eine gute \u00dcbersicht \u00fcber eingestampfte B\u00fcchereien bietet <a href=\"http:\/\/marvin.bibliothek.uni-augsburg.de\/bibliothekssterben\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">bibliothekssterben.de<\/a> &#8211; zur Zeit leider nicht erreichbar). Zu den knappen Haushaltskassen kommt immer h\u00e4ufiger ein Mangel an gescheiten Existenzargumenten.<\/p>\n<p>Klaus Tochtermann ist Experte f\u00fcr Wissensmanagement, Web 2.0, Semantische Technologien und Future Internet. Dass es sich nicht nur um Buzzwords, sondern um praktische Anwendung handelt, machte er mir in einem unserer ersten Gespr\u00e4che klar. Wir sprachen \u00fcber Chancen, Kosten und Nutzen der neuen Technologien. Ich entgegnete kritisch, dass ich aus der Wirtschaft k\u00e4me, wo Risikoabw\u00e4gungen h\u00e4ufig die Innovationen stoppen: &#8222;Oft holt einer den Taschenrechner heraus, sieht die Kosten und die Arbeit \u2013 und schreckt dann zur\u00fcck. Man setzt auf das Bew\u00e4hrte.&#8220; Er sah mich an und meinte trocken, dass er nat\u00fcrlich auch intensive Risikoabw\u00e4gungen mache: &#8222;Unser Risiko ist es, einem Trend hinterherzulaufen.&#8220; Ein paar Stunden sp\u00e4ter hatte ich den Vertrag unterschrieben.<\/p>\n<p>Ja, es ist viel Arbeit. Was k\u00f6nnen Location Based Services der Wissensgesellschaft bringen? Helfen API-Responder bei Twitter den Studenten? Was bietet Forschern vern\u00fcnftige Mehrwerte bei der Katalogsuche? Was ist mit der Vernetzung? Wie l\u00e4sst sich Open Access weiter pushen, damit in der Globalisierung ein moderner Wissenstransfer gew\u00e4hrleistet ist und die Menschheit davon profitieren kann? Die ZBW, die in diesen Feldern bereits jetzt gut aufgestellt ist, wird bei der Beantwortung dieser und anderer Fragen k\u00fcnftig ganz weit vorne mitspielen. Mein Job ist es dabei, die Bed\u00fcrfnisse der Nutzerinnen und Nutzer zu sondieren, neue Technologien aufzusp\u00fcren und sie auf ihre Tauglichkeit hin abzuklopfen. Das bew\u00e4ltige ich nicht alleine, sondern gemeinsam mit einem ganzen Team von Spezialisten. In meinen ersten Unterhaltungen in den Abteilungen wurde mir schnell klar, dass jeder Mitarbeiter f\u00fcr die Vision brennt und neue Ideen beisteuern will. Die neue Leitlinie genie\u00dft also vollen Support im Haus und ich freue mich, in einer so hoch motivierten Gruppe aufgenommen worden zu sein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/vorbeck_zbw_kiel_lesesaal_q_1090.jpg\" alt=\"\" title=\"vorbeck_zbw_kiel_lesesaal_q_1090\" width=\"580\" height=\"387\" class=\"alignleft size-full wp-image-2612\" srcset=\"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/vorbeck_zbw_kiel_lesesaal_q_1090.jpg 580w, https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/vorbeck_zbw_kiel_lesesaal_q_1090-300x200.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/p>\n<p>In den kommenden Wochen werden wir einiges zu den Pl\u00e4nen ver\u00f6ffentlichen \u2013 und weil die Frage aufkam: ja, nat\u00fcrlich auch hier. Ich werde auch neben dem neuen Job weiter privat bloggen, immerhin l\u00e4uft mir beim Trendscounting wie bei Basic Thinking immer etwas \u00fcber den Weg, \u00fcber das sich zu berichten lohnt. Wenn ihr noch weitere Fragen zur ZBW, ihren Diensten oder zum Auftrag habt \u2013 her damit. In den Kommentaren ist noch ein Platz frei. Auch f\u00fcr neue Ideen.<\/p>\n<p>Noch etwas: Wenn Ihr uns bei der Aufgabe unterst\u00fctzen wollt, w\u00fcrde ich mich freuen, wenn ihr die ZBW bei <a href=\"http:\/\/twitter.com\/ZBW_news\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Twitter<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/pages\/Kiel-Germany\/ZBW-Deutsche-Zentralbibliothek-fur-Wirtschaftswissenschaften\/73878624403\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Facebook<\/A> oder <a href=\"http:\/\/www.studivz.net\/Profile\/vBWjvQVFMcRvYAFLRiRzJ2BzM5UBbEY9mrsl0xEb430\/tid\/102\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">StudiVZ<\/A> im Auge behaltet. Hier werden wir schon bald \u00fcber alle \u00c4nderungen berichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der eine oder andere hat ja schon mitbekommen, dass ich in Hamburg gelandet bin. 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