{"id":3772,"date":"2011-07-04T21:32:30","date_gmt":"2011-07-04T20:32:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/?p=3772"},"modified":"2011-07-04T21:32:30","modified_gmt":"2011-07-04T20:32:30","slug":"google-facebook-und-twitter-es-kann-nur-einen-geben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/2011\/07\/google-facebook-und-twitter-es-kann-nur-einen-geben\/","title":{"rendered":"Google+, Facebook und Twitter: Es kann nur einen geben"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/100211012145google_facebook_twitter.jpeg\" alt=\"\" title=\"100211012145google_facebook_twitter\" width=\"275\" height=\"275\" class=\"alignleft size-full wp-image-3773\" srcset=\"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/100211012145google_facebook_twitter.jpeg 275w, https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/100211012145google_facebook_twitter-150x150.jpeg 150w\" sizes=\"(max-width: 275px) 100vw, 275px\" \/>Wir k\u00f6nnen nicht in die Zukunft sehen, aber immerhin die ersten Zeichen deuten. Und in diesen Tagen passiert viel hinter den Kulissen des Social Web. Google+ nimmt ganz langsam Fahrt im Netz auf, wie erste Beobachter berichten, k\u00f6nnten wir die Marke von einer <a href=\"http:\/\/www.uwe-tippmann.de\/blog\/2011\/07\/03\/testphase-derzeit-mehr-als-500000-google-nutzer\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">halben Million Mitglieder<\/a> bereits in der fragilen Invite-Beta-Phase geknackt haben. Das sind Peanuts verglichen mit den 700+ Millionen Facebook-Nutzern \u2013 doch es ist ein klares Statement.<\/p>\n<p>Stellt sich die Frage, wie es weitergeht. Facebook ist aufgescheucht und \u00fcbt sich derzeit in Zur\u00fcckhaltung. F\u00fcr Mittwoch ist die Pr\u00e4sentation einer &#8222;gro\u00dfartigen&#8220; App geplant: wie es aussieht, wird <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/digital\/geruechte-ueber-skype-integration-facebook-soll-videochat-planen-1.1115774\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Skype in die Plattform<\/a> integriert, was eine Wahnsinnssache gewesen w\u00e4re, wenn Google dieses Feature mit &#8222;Hangouts&#8220; nicht bereits frei Haus liefern w\u00fcrde. Zuckerberg ist sp\u00e4t dran, man hat sich auf dem Weg verzettelt. Bereits 2009 (!) berichteten wir, dass ein <a  href=\"http:\/\/www.basicthinking.de\/blog\/2009\/09\/16\/ein-voip-telefonnetz-fuer-300-millionen-facebook-nutzer\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">VoIP-Netzwerk f\u00fcr Facebook<\/a> in den Startl\u00f6chern stehe. Wir sollten noch zwei Jahre l\u00e4nger darauf warten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Niemand h\u00e4tte vor einem Monat vermutet, dass es tats\u00e4chliche eine reelle Chance geben k\u00f6nnte, dass Facebook in die Defensive geraten k\u00f6nnte. Nun aber ist es soweit. Wie Zuckerberg freim\u00fctig gegen\u00fcber Robert Scoble zugibt, habe er sich bereits <a href=\"http:\/\/news.sky.com\/skynews\/Home\/Technology\/Mark-Zuckerberg-On-Google-Facebook-Founder-Confirms-Hes-On-Googles-New-Social-Network\/Article\/201107116023996?lpos=Technology_Second_Home_Page_Article_Teaser_Region_0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">um einen Google+-Account bem\u00fcht<\/a>. Mit Google+ sind die Karten nicht neu gemischt worden: es sind neue hinzugekommen. Schon bald wird es reiches Biotop an Plattform-Features und Mobile-Apps geben; sobald der Suchriese die API freigibt, k\u00f6nnen Entwickler und Nutzer die Plattform so gestalten, wie es ihnen gef\u00e4llt. Einiges wird uns von Facebook bekannt, anderes wird uns recht unbekannt vorkommen. Damit wird sich die Rivalit\u00e4t zwischen Zuckerbergs 2.0-Imperium und Googles Netzwerk langsam aber sicher zuspitzen. Beide Plattformen wildern bei der exakt selben Klientel: weder die eine noch die andere besetzt eine besondere Nische (etwa Musik, Film, Karriere usw.), was zwangsl\u00e4ufig zu einem Showdown f\u00fchren muss. Beide Netzwerke k\u00f6nnen nicht parallel nebeneinander bestehen. Auch StudiVZ galt seinerzeit in Deutschland als unumst\u00f6\u00dflich etabliert \u2013 bis Facebook auftauchte und praktisch von einem zum anderen Moment die Dominanzverh\u00e4ltnisse kippten. <!--more--><\/p>\n<h2>Konsoliderung nicht zu verhindern<\/h2>\n<p>Die Konsolidierung wird von drei Seiten aus betrieben: Zum einen haben die <b>Nutzer<\/b> kein Interesse daran, gleich zwei Netzwerke mit Content zu pflegen. Schon stehen die ersten Google+-Mitglieder vor dem Problem, wo Status-Updates zu posten und wo Kommentare zu beantworten sind. Der Nutzer will <em>ein<\/em> Netzwerk und zwar das, das ihm den besten Komfort und in manchen F\u00e4llen <a href=\"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/2011\/06\/der-early-adopter-und-seine-panik-vor-dem-virtuellen-identitatsverlust\/\">die gr\u00f6\u00dfte Reichweite<\/a> liefert. Die zweite Partei sind die <b>Unternehmen<\/b>, die in den vergangenen drei Jahren haben Milliarden springen lassen, um ihr Markenreich bei Facebook aufzubauen und Fans um sich zu scharen. Unternehmen folgen den Nutzern, denn das ist das Prinzip des Social Media Marketings. Wie man liest, plant Google bereits die <a href=\"http:\/\/www.horizont.net\/aktuell\/digital\/pages\/protected\/Nach-dem-Run-auf-Google%2B-Seiten-fuer-Unternehmen-geplant_101123.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Einf\u00fchrung von Fan-Pages<\/a>, so dass auch hier ein bequemes Umfeld f\u00fcr das Big Business geschaffen werden kann. Sobald erste Unternehmen ihre Koffer bei Facebook packen, werden auch die Werbeeinahmen des Netzwerkes schwinden \u2013 Facebooks Lebensader f\u00fcr Gewinn aber auch Innovation. Die dritte Partei sind die <b>Investoren<\/b>, die Zuckerberg recht lange hingehalten hat (der B\u00f6rsengang ist f\u00fcr 2012 geplant) und die ihre geplanten Transaktionen bereits gedanklich zur\u00fcckpfeifen k\u00f6nnten. Die Investitionsfreudigkeit wird zweifellos mit steigender Popularit\u00e4t von Google+ sinken. Viele haben die DotCom-Blase noch vor Augen: ein zweites Mal f\u00e4llt man auf megalomanische Bewertungen von Netzunternehmen nicht mehr herein. Dazu kommen bei Facebook hausgemachte Probleme, die etwa den mehr als l\u00f6chrigen Datenschutz betreffen. Google ist auf dem Bereich zwar alles andere als ein Vorbild (StreetView-Aff\u00e4re, AdSense-Targeting usw.), doch immerhin ist Google+ in dieser Hinsicht noch nicht vorbelastet. Anders ausgedr\u00fcckt: auch das politische Umfeld kann bei den Investoren Ber\u00fccksichtigung finden.<\/p>\n<p>Und was ist mit Twitter? Ja, eine gute Frage. Twitter ist in diesem Zweikampf nur indirekt beteiligt. Auch wenn die Zielgruppe identisch ist, so hat das Netzwerk seine Nische doch in der Form der Kommunikation gefunden: ein Limit von 140 Zeichen \u2013 auf die Idee muss man erst einmal kommen! Doch verglichen mit den beiden Big Bosses ist Twitter nur ein kleines Licht, das \u2013 oh, Weh! \u2013 zudem auch noch von Google abh\u00e4ngig ist. Schon 2009 schrieb das Unternehmen zur \u00dcberraschung aller Beobachter schwarze Zahlen, jedoch nur, weil Google Geld hineinpumpte. Im Gegenzug erhielt die Suchmaschine Zugriffsrechte f\u00fcr den Echtzeit-Stream, den sie dann im Index integrieren konnte. Wie passend, dass dieser Kooperationsvertrag <a href=\"http:\/\/searchengineland.com\/as-deal-with-twitter-expires-google-realtime-search-goes-offline-84175\" target=\"_blanK\" rel=\"noopener noreferrer\">vor zwei Tagen<\/a> ausgelaufen ist (\u00fcbrigens: ob Bing noch an Bord ist, kann ich derzeit nicht feststellen). Wie man erf\u00e4hrt, habe Google kein gro\u00dfes Interesse daran, die Realtime-Suche mit teurem Twitter-Content zu f\u00fcllen, man habe ja jetzt <a href=\"http:\/\/www.stereopoly.de\/google-deaktiviert-echtzeitsuche-google-integration-in-suchergenbnisse-geplant\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">etwas Eigenes<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Our vision is to have google.com\/realtime include Google+ information along with other realtime data from a variety of sources.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>F\u00fcr Twitter d\u00fcrfte damit eine gro\u00dfe (die gr\u00f6\u00dfte?) Einnahmequelle wegfallen. Nur zur Verdeutlichung der Gr\u00f6\u00dfenordnung: Google hat MySpace jahrelang durch kostspielige Suchkooperationen im Musiknetzwerk <a href=\"http:\/\/allthingsd.com\/20101216\/google-myspace-finally-land-new-ad-deal\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">durchgef\u00fcttert<\/a> &#8211; ein Milliardendeal.<\/p>\n<p>Twitter wird also in den kommenden Monaten zusehends auf eigenen Beinen stehen und neue Monetarisierungsmodelle durchdr\u00fccken m\u00fcssen. Wie sehr man den Druck von au\u00dfen bereits sp\u00fcrt, zeigt eine neue R\u00fcge der FTC, in der Twitter vorgeworfen wird, den Wettbewerb (etwa die Client-Entwickler) in <a href=\"http:\/\/www.bloomberg.com\/news\/2011-07-01\/ftc-said-to-have-begun-antitrust-inquiry-into-twitter-s-developer-policies.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">unfairer Weise zu behindern<\/a>. Twitter muss um jeden Preis die Nutzer wieder zur\u00fcck in die eigenen Kan\u00e4le holen: also entweder in die hauseigenen Clients oder in das Webinterface. Nur so k\u00f6nnen Werbegesch\u00e4fte ungehindert ausgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Wie wir sehen, bleibt es spannend und noch gibt es keinen klaren Gewinner in dem Rennen. Warten wir mal ab, was Facebook Mitte der Woche aus dem \u00c4rmel zaubert. So lange der Wettbewerb anh\u00e4lt, profitieren ja immerhin wir Nutzer, die wir uns bequem zur\u00fccklehnen k\u00f6nnen, w\u00e4hrend sich die gro\u00dfen Netzwerke eine Innovation nach der anderen um die Ohren hauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir k\u00f6nnen nicht in die Zukunft sehen, aber immerhin die ersten Zeichen deuten. 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