{"id":3800,"date":"2011-07-10T13:40:47","date_gmt":"2011-07-10T12:40:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/?p=3800"},"modified":"2011-07-10T13:40:47","modified_gmt":"2011-07-10T12:40:47","slug":"nein-google-ist-keine-gute-blog-plattform-blogs-sind-gute-blog-plattformen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/2011\/07\/nein-google-ist-keine-gute-blog-plattform-blogs-sind-gute-blog-plattformen\/","title":{"rendered":"Nein, Google+ ist keine gute Blog-Plattform: Blogs sind gute Blog-Plattformen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/lil.png\" alt=\"\" title=\"lil\" width=\"270\" height=\"270\" class=\"alignleft size-full wp-image-3802\" srcset=\"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/lil.png 270w, https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/lil-150x150.png 150w\" sizes=\"(max-width: 270px) 100vw, 270px\" \/>Ich versuche nur, die Diskussion ein wenig abzuk\u00fcrzen. Welche Diskussion? Nun eben jene, die in ein paar Tagen oder Wochen aufkommen wird, wahrscheinlich zun\u00e4chst in den USA, dann als deutsche Zweitverwertung: &#8222;Ist Google+ die bessere Blog-Plattform?&#8220; Bislang ist diese Frage bei fast jedem neuen 2.0-Dienst aufgetaucht, ob bei Twitter, Facebook oder Quora \u2013 immer wieder wird die irre Theorie in den Raum geworfen.<\/p>\n<p>Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Blogs seit zwei, drei Jahren aus dem Social Web gedr\u00e4ngt werden. Facebook und Twitter haben <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2011\/02\/21\/technology\/internet\/21blog.html?_r=1\" target=\"_blanK\" rel=\"noopener noreferrer\">l\u00e4ngst \u00fcbernommen<\/a>, sowohl was die Produktion als auch die Distribution angeht. Die meisten Links, die auf diesen Diensten hin- und hergeschossen werden, verweisen <a href=\"http:\/\/faz-community.faz.net\/blogs\/netzkonom\/archive\/2011\/04\/21\/ein-drittel-aller-tweets-in-deutschland-weisen-auf-klassische-medien.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">auf kommerzielle News-Seiten<\/a>. Erst an zweiter Stelle kommen Marken-Angebote und dann der User Generated Content. Im vergangenen Oktober schrieb ich einen Blog-Post, der sich mit dem nahenden <a href=\"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/2010\/10\/das-ende-von-social-media-ruckt-naher-wieder-einmal\/\">Ende von Social Media<\/a> auseinandersetzte. Die Idee zum Titel stammte nicht von mir, sondern von einigen Kritikern, die angesichts schwindender Ambitionen bei Privat-Anwendern (die immer mehr konsumieren und immer weniger produzieren), hysterische Stimmung verbreiteten: YouTube-Clips anschauen? Yeah! Flicker-Alben durchbl\u00e4ttern? Yeah! Status-Updates kommentieren? Gef\u00e4llt mir! Eigene Inhalte erstellen? Och, n\u00f6&#8230;<\/p>\n<p>Die Entwicklung lie\u00dfe sich damit rechtfertigen, dass die Art des Contents sich eben gewandelt hat. Offenbar sind im privaten Rahmen heute lange Texte out, ebenso selbst gedrehte Dokumentationen oder bereichernde Bilderstrecken. Die Produktionst\u00e4tigkeiten der \u00fcberw\u00e4ltigenden Mehrheit der derzeitigen Netzb\u00fcrger bestehen aus &#8222;Thumbs up!&#8220;, &#8222;RT&#8220; und &#8222;+1&#8220;. Gerade der Start von Google+ hat dies gezeigt. Noch hat das Netzwerk nicht seinen festen Platz im Social Web gefunden, viele sind orientierungslos und scheuen sich davor, schon jetzt ihre Priorit\u00e4ten festzulegen. So werden alle Kan\u00e4le gleichzeitig bedient und die neuen Mitglieder von Google+ werden Zeugen von ebenso redundantem wie selbstreferentiellem Link-Geschubse: Ich finde keine News, dieselbe News findet mich \u2013 und das gleich hundertfach. <!--more--><\/p>\n<p>Blogs sind die letzte Bastion des Handgemachten. Der Erfolg sozialer Netzwerke liegt darin begr\u00fcndet, dass sie leicht zu bedienen sind. Blogs sind es nicht f\u00fcr jeden. Doch soziale Netzwerke k\u00f6nnen auch niemals ihre Funktion einnehmen: Es fehlen der infrastrukturelle Rahmen und vor allem die relevante Aufmerksamkeitsspanne. Blogs fordern eine Form des Zentralismus, der bei Facebook und Google+ nicht gegeben ist: Sie sind verlinkbare Quellen und einzigartige Bezugspunkte, die politisch oder weltanschaulich oder einfach meinungsbildend klare Positionen im Raum beziehen. Das kann bis heute kein Netzwerk leisten.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich soll dieser Post ein verstecktes Pl\u00e4doyer f\u00fcr die Wiederentdeckung der Blogosph\u00e4re sein \u2013 oder etwas \u00c4hnlichem. Das Social Web wurde aus dem Gedanken des Sozialen geboren: Vernetzung, Teilen, Austausch. Von der Substanz, die einmal damit einher ging, ist heute nicht mehr all zu viel zu sp\u00fcren, die sozialen Anteile werden immer geringer. Wir drehen uns im Kreis und fl\u00fcchten uns zu den kommerziellen Inhaltsanbietern, die uns die Arbeit abnehmen, eine eigene Meinung zu bilden und zu \u00e4u\u00dfern. Ich bin gelangweilt von den zehn, f\u00fcnfzehn immer gleichen Quellen, die nach Schema F dem Anspruch nach Berechenbarkeit folgen.<\/p>\n<p>Die Voraussetzungen f\u00fcr ein starkes Social Web sind so gut wie nie zuvor. Doch nun, da wir den allumfassenden kommunikativen Rahmen haben, wissen wir nichts damit anzufangen. Und begn\u00fcgen uns damit, uns gegenseitig Links zuzuschieben und hin und wieder mal ein &#8222;LOL&#8220; oder &#8222;WTF&#8220; vom Stapel zu lassen. Ja, ich denke, das sollte ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr die Wiederentdeckung der Blogosph\u00e4re sein \u2013 und nicht mal ein verstecktes. Vielleicht ist es aber auch an der Zeit, dass sich Anbieter von Blog-Software \u00fcberlegen, wie sie ihr Produkt wieder zum Allgemeingut machen k\u00f6nnen. Das Bild von Blogs hat sich seit wohl \u00fcber einem halben Jahrzehnt nicht gewandelt &#8211; eine Ewigkeit in heutigen Ma\u00dfst\u00e4ben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich versuche nur, die Diskussion ein wenig abzuk\u00fcrzen. Welche Diskussion? 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