{"id":4036,"date":"2011-09-26T18:55:44","date_gmt":"2011-09-26T17:55:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/?p=4036"},"modified":"2011-09-26T18:55:44","modified_gmt":"2011-09-26T17:55:44","slug":"facebook-ist-einfach-zu-teuer-geworden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/2011\/09\/facebook-ist-einfach-zu-teuer-geworden\/","title":{"rendered":"Facebook ist einfach zu teuer geworden"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/facebookteuer.png\" alt=\"\" title=\"facebookteuer\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"alignleft size-full wp-image-4041\" \/>Dieser Protest ist anders, er ist stiller. In der Vergangenheit flammten hin und wieder breite Boykott-Aufrufe gegen Facebook auf. Allesamt waren ebenso populistisch wie ineffektiv. Das Netzwerk hat immer die kritische Masse bei den Nutzerzahlen erreichen wollen, ehe der Vertrieb das Ruder \u00fcber die Funktionspalette der Plattform \u00fcbernehmen w\u00fcrde. Das ist wohl bei der geknackten Grenze von 800+ Millionen aktiven Nutzern l\u00e4ngst geschehen. Petitionen, Kettenbriefe und Massen-Statusupdates k\u00f6nnen da nicht mehr viel rei\u00dfen \u2013 zumal Facebook selbst den Ort des Protestes kontrolliert. Bei 100 Millionen Nutzern g\u00e4be es vielleicht noch so etwas wie Ehrfurcht oder Demut vor dem Nutzer. Doch das war im <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/press\/info.php?timeline\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">August 2008<\/a>. Wer kann heute schon in einem Land mit 800 Millionen Einwohnern in Bottom-Up-Manier die Staatsform \u00e4ndern, wenn Social Media als Kommunikationsmittel ausf\u00e4llt?<\/p>\n<p>Doch dieser Aufstand ist eben anders. Er geht von einflussreichen <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/0,1518,788248,00.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Alleing\u00e4ngern<\/a> aus: &#8222;<a href=\"http:\/\/off-the-record.de\/2011\/09\/26\/goodbye-facebook\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Goodbye Facebook<\/a>&#8222;, schreibt Olaf Kolbr\u00fcck. &#8222;<a href=\"http:\/\/brainblogger.de\/2011\/09\/der-facebook-exodus-kann-man-eigentlich-nicht-nicht-facebooken\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Der Facebook Exodus<\/a>&#8222;, hei\u00dft es bei Patrick Breitenbach. &#8222;<a href=\"http:\/\/netzpolitik.org\/2011\/das-neue-facebook-nix-wie-raus-hier\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Nix wie raus hier<\/a>&#8222;, warnt Netzpolitik. Dies ist ein \u00fcberlegter Protest. Facebook plant das <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/0,1518,787927,00.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">allumfassende Lebensarchiv<\/a> der registrierten Nutzer, von der Krippe bis zum Grab. Damit die Mitglieder nicht selbst Protokoll \u00fcber ihr Leben f\u00fchren m\u00fcssen, h\u00e4lt das automatisierte &#8222;<a href=\"http:\/\/mashable.com\/2011\/09\/23\/facebook-murders-privacy\/\" target=\"_blanK\" rel=\"noopener noreferrer\">passive Teilen<\/a>&#8220; Einzug:<\/p>\n<blockquote><p>Facebook\u2019s passive sharing will change how we live our lives. More and more, the things we do in real life will end up as Facebook posts. And while we may be consoled by the fact that most of this stuff is being posted just to our friends, it only takes one friend to share that information with his or her friends to start a viral chain.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Dieser Einwurf von Mashable vergisst bei bereits vorhandener Dringlichkeit sogar einen wichtigen Faktor: Unsere Daten m\u00f6gen vordergr\u00fcndig hinter Privacy-Walls vor unliebsamen Mitmenschen versteckt sein. Jedoch zu keinem Zeitpunkt vor Facebook Inc. Und es gibt keine Schweigepflicht f\u00fcr Wirtschaftsunternehmen. <!--more--><\/p>\n<p>Nun l\u00e4sst sich fragen: &#8222;Ist das schlimm? Ihr habt doch auch schon vorher euer Leben auf Facebook geteilt!&#8220; Das ist absolut korrekt.<\/p>\n<h2>Daten-Abzocke<\/h2>\n<p>Wer sich bei Facebook anmeldet, geht einen Vertrag ein: Ich darf das Netzwerk benutzen, daf\u00fcr bezahle ich mit einem H\u00e4kchen bei den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerkl\u00e4rung. Es ist ein friedfertiger Vertrag. Niemand kramt im Portemonnaie nach der EC-Karte oder im Hirn nach der PIN-Nummer. Das macht es ja so einfach. Ich bezahle bereitwillig mit meinen Daten und bekomme daf\u00fcr einen Service: &#8222;Anstatt umst\u00e4ndlich Foto-Mails an mehrere Freunde zu verschicken, erstelle ich ein Facebook-Album&#8220;, m\u00f6gen die einen sagen. &#8222;Anstatt in \u00dcbersee anzurufen, kann ich einfach den Facebook-Chat anwerfen&#8220;, finden vielleicht andere. Ich bezahle mit meinen Daten \u2013 und bekomme eine Leistung, etwas, das f\u00fcr mich Wert besitzt. Facebook benutzt diese Daten, um bei den Werbekunden den Streuverlust zu minimieren und auch das wird den Kunden mitgeteilt und ist gut so.<\/p>\n<p>Doch was Facebook nun einf\u00fchrt, ist eine radikale Preiserh\u00f6hung: Man fordert mehr Pers\u00f6nliches, mehr Details aus dem Alltag, mehr Hintergr\u00fcnde zur Person. Es ist ein Daten-Wucher, Preis und Leistung werden im laufenden Betrieb v\u00f6llig aus dem Verh\u00e4ltnis gerissen. Und wie wir sehen, wird einigen Nutzern Facebook einfach zu teuer. Die neuen Funktionen schaffen f\u00fcr die Mitglieder kaum bis keine Mehrwerte. <\/p>\n<p>Die Preiserh\u00f6hung geschah ohne Vorank\u00fcndigung, ohne Absprache mit den Kunden, die bereits den Vertrag unterschrieben hatten, wohlwissend, dass diese mangels ausgereifter Alternativen in Abh\u00e4ngigkeit gefangen sind. Das soziale Netzwerk, das die gesellschaftliche Interaktion und den gemeinsamen Austausch von Inhalten \u00fcber alles stellt, verf\u00e4llt bei gesch\u00e4ftlichen Entscheidungen zusehends in autistische Starre. Selbstredend wurden nicht nur die Nutzer im Dunkeln gelassen, sondern auch die Politik, die beim Flickenteppich Datenschutz schon lange das N\u00e4hen aufgegeben hat. Die Kommunikation geschieht bei Facebook heute alleine im Vertriebsb\u00fcro.<\/p>\n<p>Die Daten-Gier hat auf einen Schlag den Nutzer-Netzwerk-Vertrag, dessen einzige Kopie auf Facebooks Servern gespeichert ist, aus den Angeln gehoben: Wer kein \u00fcberteuertes Lebens-Dashboard abkaufen will, kann ja immer noch gehen.<\/p>\n<p>Dabei f\u00e4llt mir ein: Ich hatte schon vor einiger Zeit (damals noch bei BT) etwas \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/2010\/02\/privatsphare-2-0-schnee-von-gestern\/\">Privacy bei Facebook<\/a> geschrieben:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/internetworld.png\" alt=\"\" title=\"internetworld\" width=\"564\" height=\"569\" class=\"aligncenter size-full wp-image-870\" srcset=\"https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/internetworld.png 564w, https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/internetworld-150x150.png 150w, https:\/\/www.avatter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/internetworld-297x300.png 297w\" sizes=\"(max-width: 564px) 100vw, 564px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Protest ist anders, er ist stiller. 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