avatterNetznews

RSS-Teaser bei Basic Thinking: Länge ist nicht alles / Interviews

By 4. März 2010 14 Comments

Darum geht es.


Nach dem Kauf ist Basic Thinking ein Jahr lang nicht vermarktet worden, wir Redakteure wurden also ein Jahr lang praktisch vom Betreiber für Nüsse bezahlt. Es gab und gibt Experimente mit Affiliate, jedoch ist der Schwerpunkt des Blogs so gelegt, dass es praktisch nichts zu verlinken gibt: Neue Funktion bei Facebook? Die Zeitungskrise? Ein Steve Ballmer-Statement? Ein iPhone-Gerücht? Ich weiß nicht, wie es andere machen, aber ich biege die Posts nicht so, dass es passt und ich entsprechende Keywords unterbekomme, ich halte ein solches Vorgehen schlicht für Verarsche des Lesers. Deshalb hat es so etwas bis heute nicht bei uns gegeben und wird es auch nicht. Eine Querfinanzierung können und wollen wir nicht, wir wollen unabhängig sein. Wir haben auch nicht Agenturen im Rücken, wie es meinetwegen die anderen aus den Blogcharts haben, um ihr Tagewerk zu vergüten. Vorne als Blogger brillieren und hinten rum als Berater die neue SPD-Kamapgne organisieren oder Ähnliches. Wir machen keine Werbung für die Muttergesellschaft oder ihre Produkte.

Bleiben also zwei Wege: Paid Content und Werbung. Paid Content? Anyone? Ich bin großer Anhänger von Bezahlinhalten, jedoch weiß ich, dass es wahrscheinlich nur die Hardcore-Fans mitmachen würden. Das wäre zu wenig für eine 2,5-3-Mann-Redaktion, die manchmal von 8-24 Uhr vor dem Rechner sitzt. Dennoch wird die Option für die Zukunft nicht ausgeschlossen.

Bleibt also die Werbung. Seit zwei, drei Wochen hat Basic Thinking einen Vermarkter, der seine Aufgabe wahrnimmt. Das Blog ist vielleicht bekannt, doch ich glaube, dass viele die Größe und Reichweite überschätzen. Damit die Vermarktung nun also gelingen kann und wir auf eigenen Beinen stehen können, muss entsprechend Traffic auf die Seite. Ich verstehe den Vorteil den RSS mit sich bringt, aber letztendlich (und das haben die Kommentare bei uns auch gezeigt) bedeuten die vollen Feeds, dass da sauer erarbeiteter Content an der Seite vorbeigeschmuggelt wird. Wer unsere Inhalte mag und sie gerne liest, der macht halt nun einen Klick mehr und leistet dadurch einen großen Beitrag für uns. Die aktuelle Diskussion sehe ich ziemlich locker, abgesehen davon, dass ich den Spruch „Feed gelöscht, ihr Schweine! Ich will Robert!“ schon im Januar 2009 öfters gelesen habe, noch bevor ich ein Wort gebloggt hatte (und das war noch die freundliche Variante). Letztendlich haben wir unser Ding gemacht und waren erfolgreich. Und ehrlich gesagt sehe ich es auch nicht mehr ein, mir den Arsch für einige Leser aufzureißen, die meinen, dass sie Anspruch auf alles hätten: Gratis im Feed lesen und dazu den AdBlocker beim Besuch der Seite – diese uns heute wieder offen zum Ausdruck gebrachte, anonyme Häme juckt mich nicht mehr. Das sind Leser, auf die ich wirklich gut verzichten kann.

Wir werden in den kommenden Tagen noch einige Änderungen vornehmen, den Teaser-Feed tweaken, dass wir Text bis zum More-Tag und die Bilder bekommen. Dann sehen wir weiter…

Update: Reaktionen

Da die Umstellung doch höhere Wellen als erwartet geschlagen hat, hier noch zwei Erklärungen:

About André Vatter

Leidenschaftlicher Social Median und Blogger aus Hamburg. Mehr erfahren.

14 Comments

Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Privatsphäre 2.0: Schnee von gestern? / Interviews
Schließen