Posts Tagged ‘Twitter’

Ping + Twitter: Apples Versuch, sich neue Freunde zu kaufen

11. November 2010  |  Social Media  |  No Comments  |  Share

Tja, wer hätte das gedacht? Da bekommt Twitter den Vorzug vor Facebook – auf der anderen Seite: Wenn zwei Männer mit megalomanischen Egos aufeinanderprallen, dauert es eben etwas länger. Daran ändert offenbar auch das gemeinsame Abendessen von Steve Jobs und Mark Zuckerberg nichts. Nun hat es also Twitter vor Facebook geschafft… Ich habe schon zuvor geschrieben, dass der hermetisch abgeschlossene Client-Raum für Ping früher der später den Tod bedeuten würde. Social Networks sind per natura dezentral aufgestellt. Wer die Meinung vertritt, dass Communities in kommerziellen Apparaten wie iTunes funktionieren, ist entweder komplett verrückt oder Steve Jobs. Nun also erleben wir eine zaghafte Öffnung nach außen – sehr schön. Doch was haben eigentlich die beiden Parteien, Apple und Twitter, davon?

Beginnen wir bei Apple: Mit Twitter als Partner kann Ping den Client-Muff ein wenig abschütteln. User haben ab sofort die Möglichkeit, ihre Lieblingssongs nicht nur per manueller Textbotschaft, sondern auch als interaktive Preview mit ihren Followern zu teilen. Derzeit gibt erlaubt iTunes 30-sekündige Clipausschnitte, Apple arbeitet jedoch daran, die Dauer der Previews auf 90 Sekunden anzuheben. Damit kann Ping die bislang doch recht bescheidene Reichweite zumindest potentiell ordentlich erhöhen. Leute, die zuvor nicht einmal wussten, was hinter den merkwürdigen Begriffen “MP3-Kauf” oder “iTunes” steht, werden nun an das Thema sachte herangeführt. Mehr Mitglieder für Ping, einen Zuwachs an Song-Verkäufen – das ist es, was Apple durch den Deal gewinnt. Bleibt die Frage: Warum ist man eigentlich überhaupt den Umweg über Ping gegangen? Eine einfache Integration in der iTunes-Library hätte es ebenso getan. Weiterlesen

Twitter analog: So lassen sich Tweets in ein Buch verwandeln

14. Oktober 2010  |  Fun, Netzkunst, Netznews  |  No Comments  |  Share

Ah, die liebe bibliophile Nostalgie! Das Blättern von Seiten, der Geruch von Druckerschwärze, schöne Lesezeichen und die ständige Frage: “Wo habe ich es nur hingelegt?” Richard Gutjahr hat diese Woche sein Twitter-Buch erhalten, ein Hardcover, welches das vergangene Jahr in rund 6.000 seiner Tweets Revue passieren lässt. Die Idee ist nicht neu – doch wenn man das Büchlein so vor sich liegen sieht, lässt sich eine gewisse Begeisterung nur schwer zurückhalten.

Man kann sich die Frage stellen, wie viel Sinn es macht, das Echtzeitnetz auf das ehrsame Weiß von Papier zu bannen, zumal wenn es sich um Tweets von Journalisten wie uns handelt, die hauptsächlich mit Links auf interessante Seiten um sich werfen. Doch hin und wieder gibt es auch private Momente und wie kommt man wieder an diese ran? Die Twitter-Suche reicht in der Praxis maximal zwei, vielleicht drei Tage zurück, alle übrigen Tweets scheinen unweigerlich verloren; sofern man nicht auf externe Dienste zurückgreift, die über die API das große Twitter-Archiv anzapfen. Oder man bestellt sich eben ein Buch seiner Tweets.

Weil mich das Thema neugierig machte, habe ich mich auf die Suche nach Start-Up-Verlagen gemacht, die darauf spezialisiert sind, die 140-Zeichen-Bücher anzubieten und ich habe eine ganze Reihe interessanter Projekte gefunden, die sich nicht nur im Aussehen, sondern auch im Preis unterscheiden. Weiterlesen

TweetBeat: Die globale Twitter-Wall will Hash-Tags überflüssig machen

29. September 2010  |  Netznews, Tech  |  No Comments  |  Share

Die Umsetzung und das Design sind verbesserungswürdig – die Idee dahinter aber keinesfalls. Denn wer sich immer gefragt hat: “Welchen Metadienst kann ich mir für Twitter denn noch einfallen lassen?” – der wird sich gleich an den Kopf fassen.

TweetBeat wurde vor wenigen Stunden auf der TechCrunch Disrupt Konferenz vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine dynamische Plattform, die je nach Großevent weltumspannende Twitter-Walls einrichtet. Sondiert werden die Tweets allerdings nicht mittels Hashtags, sondern im Rahmen einer semantischen Suche.

Dazu scannt TweetBeat pro Tag rund 90 Millionen Status-Updates und sortiert sie in Themenschubladen ein. Wenn ein bestimmtes Topic den Viral-Status erreicht hat, landet es automatisch auf der Startseite: eine Art Twitter-Streaming in Echtzeit. Laut dem Urheber, dem Startup Kosmix, hat die Entwicklung der Taxonomie-Algorithmen rund sechs Jahre in Anspruch genommen, die Anfänge liegen damit weiter zurück als der offizielle Start von Twitter im März 2006. Weiterlesen

Teures Echtzeitmarketing: Twitter verlangt 100.000 Dollar pro Werbetweet

27. September 2010  |  Netznews, Tech  |  1 Comment  |  Share

Eigentlich ist es der Traum aller Werber, denn Millionen werden für die Beantwortung der Frage ausgegeben: “Wie schaffe ich es, aus meiner Marke einen Trend zu machen?” Konzepte werden geschrieben, Meetings abgehalten, die Marktforschung eingeschaltet, Copytexter mit Kaffee versorgt. Doch eigentlich ist die Kiste gar nicht so kompliziert: Kauft euch doch einfach den Trend!

Seit Februar 2010 bietet Twitter Paid Trends an, eine Art bezahlte Mogelpackung, die sich unter die Buzz-Topics des Tages mischen. Die heißesten Keywords werden prominent auf der Twitter-Startseite und in jedem Nutzerprofil integriert, ein Klick bringt den User dann mitten in die Diskussion. Ein neuer Kinofilm läuft bald an und soll kräftig beworben werden? Kein Problem: Man setzt es einfach auf die Top-10-Liste der meistbesprochenen Themen und ist bereits im Mundpropaganda-Karussell fest etabliert.

Paid Trends tauchten in der Vergangenheit allerdings eher vereinzelt auf, was auch daran liegen kann, das Twitter das Angebot nicht an die große Glocke gehängt hat. Tatsächlich wird die Werbeform auf den offiziellen Infoseiten für Unternehmen nicht mit einer Silbe erwähnt. Umso neugieriger darf man auf einen aktuellen Artikel des “Wall Street Journal” sein, der ein wenig die Hintergründe zum Produkt aufdeckt. Im Mittelpunkt des Berichts stehen sowohl die Paid Trends als auch die bezahlten Suchergebnisse, die immer dann an oberster Stelle in der Ergebnisliste auftauchen, wenn zuvor ein bestimmtes Keyword gebucht wurde (AdWords in Echtzeit, sozusagen). Weiterlesen

Google-Jäger Twitter: Die Suchmaschine, die keine ist

26. September 2010  |  Netznews, Tech  |  2 Comments  |  Share

Holger Schmidt (FAZ) hat auf einen Artikel bei Fast Company hingewiesen. Titel: “Twitter is the worlds fastest growing search engine“. Darin wird berichtet, dass Mitgründer Biz Stone in einem Interview im Rahmen das Aspen Ideas Festival im Juli gesagt habe, Twitter würde mittlerweile 800 Millionen Suchanfragen verzeichnen – und das täglich. Auf den Monat gerechnet, kämen wir bei dieser Zahl locker auf 24 Milliarden Queries. Noch beeindruckender als diese Zahl ist allerdings das Wachstum, das Twitter bei den Suchanfragen hinlegen konnte. Erst im April hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass man die Grenze von 19 Milliarden Queries pro Monat habe knacken können.

24 Milliarden? Damit man ein Gefühl dafür bekommt, wie viel das eigentlich ist, habe ich die jüngsten Zahlen von ComScore herausgesucht. Sie stammen von Dezember 2009 – wer aktuellere Daten hat, möge sich deshalb bei mir melden. Hier das Ranking der globalen Suchanfragen:

  • Google (inkl. YouTube & Co.): 87,8 Milliarden pro Monat
  • Yahoo!: 9,4 Milliarden pro Monat
  • Baidu: 8,5 Milliarden pro Monat
  • Bing: 4,1 Milliarden pro Monat

Twitter wäre demnach heute die Nummer zwei bei den Suchanfragen, doch stimmt das wirklich? Nein: Die Annahme, Twitter mit den etablierten Suchmaschinen vergleichen zu können, ist reiner Mumpitz. Weiterlesen

Twitter launcht in Kürze Echtzeit-Analyse – kostenlos für alle

23. September 2010  |  Netznews, Tech  |  1 Comment  |  Share

Die Info stammt von WebTrends. Ein Redakteur des Blogs war gestern zu Besuch beim Sports Marketing 2.0-Gipfel in Atlanta und hatte die Gelegenheit, Ross Hoffman zur Seite zu nehmen, der bei Twitter verantwortlich für die Unternehmensentwicklung ist. Hoffmann hatte kurz zuvor durchblicken lassen, dass Sportclubs und Vereine schon bald ein Analyse-Dashboard auf Twitter zur Verfügung gestellt bekommen, um aktuelle Entwicklungen im Netz zu verfolgen. Weshalb die Monitoring-Rakete zunächst im Sportlager zündet? Niemand weiß es, doch Hoffman hat auf Nachfrage noch ein paar Details herausgerückt.

Das Roll-Out des Tools beginnt bereits im viertel Quartal 2010 und wird kontrolliert und zeitversetzt für registrierte Accounts stattfinden. Sollte etwas schiefgehen, kann immer noch problemlos der Stecker gezogen werden, ohne, dass es zu einem empörten Aufschrei im Publikum führt. Sportler kommen auf jeden Fall in den Genuss der Analyse, Hoffmann geht jedoch davon aus, dass sie später allen Nutzern zur Verfügung stehen wird. Das neue Dashboard soll Einblick geben, welche Tweets gerade en vogue sind, wie sie sich verbreiten und wer unter der Gefolgschaft den größten Anteil daran hat (Key Influencers). Das Ganze kommt natürlich in Echtzeit daher. Weiterlesen

MouseOver-Wurm wütet auf Twitter (Update)

21. September 2010  |  Netznews, Tech  |  3 Comments  |  Share

Twitter ist gerade wieder einmal das Opfer eines kleinen, aber schwerwiegenden Hacks geworden. Wie Sophos gerade berichtet, treibt gerade ein MouseOver-Wurm auf der Plattform sein Unwesen. Wer mit seinem Mauszeiger über Tweets gleitet, öffnet ungewollt mehrere Pop-Ups, gleichzeitig werden die Nachrichten retweetet. Um sich vor etwaigen Schadcode zu schützen, sollten die Anwender dringend darauf verzichten, das Web-Interface von Twitter zu nutzen und temporär lieber auf externe Clients ausweichen.

Twitter ist bereits über das Problem informiert, hat allerdings noch nicht öffentlich reagiert (siehe Status-Seite). Laut Sophos sollen die schwarzen Balken, die derzeit anstelle von Tweets erscheinen, die Inhalte kaschieren – der Urheber geht wohl davon aus, dass Nutzer der Zensur nur schwer widerstehen können und darauf klicken. Neben den schwarzen Balken tauchen vermehrt auch gigantische Buchstaben in den Timelines auf. Auch hier gilt: Weg mit dem Mauszeiger und den Client anwerfen. Laut DerStandard sind die neuen Twitter-Interfaces (Twitter 2.0), die diese Woche ihren globalen Roll-Out feiern sollen, bislang nicht betroffen. Weiterlesen

Twitter killed the RSS-Stream

11. September 2010  |  Journalismus, Netznews  |  5 Comments  |  Share

Wer als Leser oder Journalist zwecks Mediensondierung auf dem Laufenden bleiben will, kommt an RSS nicht vorbei. Das Gesetz wurde etwa vor fünf, sechs Jahren geschrieben, als Nachrichten plötzlich “gepusht” und nicht mehr “gesucht” wurden. Der Vorteil lag auf der Hand: Meine persönliche Leselandschaft liegt in ordentlicher und übersichtlicher Chronologie vor mir. Schnell gewannen RSS-Dienste an Bedeutung, zunächst Client-basierte Lösungen (zum Beispiel im Browser), die allerdings schon nach kurzer Zeit durch Netz-basierte Angebote abgelöst wurden, da auf diese Weise die abonnierten RSS-Stream überall verfügbar waren. Der Google Reader und Bloglines, eine Tochter der Suchmaschine Ask.com, waren und sind bis heute die populärsten Anbieter dafür. Doch irgendetwas hat sich verändert…

Wie Ask.com am Freitagabend mitteilte, wird Bloglines zum ersten Oktober komplett eingestampft. Es gab im vergangenen Jahr bereits zaghafte Versuche, die RSS-Plattform abzustoßen, doch die wenig ambitionierte Käufersuche verlief ins Leere. Nun laufen Nutzer Sturm, weil die einzig gescheite Alternative zu Google plötzlich aufgelöst werden soll. Doch der Schritt ist verständlich. Weiterlesen

Drei Wege, um mit Twitter Geld zu machen. Teil 3: Background-Sponsoring

24. Mai 2009  |  How-To, Netznews  |  No Comments  |  Share

Kommen wir – nach den bezahlten Werbe-Tweets und den Paid Content-Lösungen – zum nächsten Kapitel: Background-Sponsoring. Zum Profil eines jeden Twitter-Mitglieds gehört sein Name, die Tweets – und der Hintergrund der jeweiligen Seite. Oft wird dem Wallpaper nicht allzu viel Beachtung geschenkt, Twitter räumten den Nutzern über ☛ Settings ☛ Design eine rudimentäre Gestaltungsmöglichkeit ein: Eine Auswahl von zwölf Themes wird für die optische Individualisierung des Profils bereitgestellt, wobei nicht wenige mit dem Standard vorlieb nehmen und ihre Tweets auf einem jadefarbenen Himmel mit kontrastarmen Wolken posten. Kurzum: hier wird Potential verspielt.

In Deutschland waren es die Betreiber der Kölner Onlinemarketing-Messe dmexco, die erstmals die unterbewertete Werbefläche in Angriff nahmen. Dazu ein Auszug aus der Pressemitteilung vom Anfang Mai:

Getwittert wird bei der dmexco bereits seit November 2008. Im April nutzte die Kongressmesse den Micro-Blogging-Dienst für zwei bisher einzigartige Werbeaktionen. So wurde der Anmeldeschluss für Aussteller auf dem Twitteraccount des Mediendienstes turi2 beworben. Außerdem fanden sich innerhalb von zwei Tagen 15 Digital Professionals als Affiliate-Partner, die im April ihr Twitter-Hintergrundbild mit einem Banner oder dem offiziellen dmexco-Foto versehen hatten.

Branding (s. Abbildung) lautet das Stichwort. Dmexco zahlte jedem dieser 15 Twitterer für den Monat je 100 Euro – kein Vermögen, aber immerhin ein schönes Zubrot. Ich bin während dieser Zeit über drei Profile gestolpert, die mit dmexco-Tantiemen versorgt wurden, so dass sich sagen lässt, dass tatsächlich in erster Linie Multiplikatoren mit einer hohen Themenaffinität und Follower-Zahl einkassiert wurden. Weiterlesen

Drei Wege, um mit Twitter Geld zu machen. Teil 2: Paid Content

17. Mai 2009  |  Allgemeines, How-To  |  1 Comment  |  Share

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Nachdem wir in der vergangenen Woche über bezahlte Werbe-Tweets gesprochen haben, ist nun der Paid Content dran. Heute hat das Schlagwort einen bitteren Nachgeschmack, denn große wie kleine News-Publisher haben sich in der Vergangenheit am Thema Bezahlinhalte schon öfters die Finger verbrannt. Das Problem ist die mangelnde Kundenakzeptanz. Während in anderen Bereichen, beispielweise im digitalen Musikvertrieb, Paid Services langsam aufholen, bleibt die Netzleserschaft auf dem Standpunkt stehen, dass Zeitungs- und Magazinberichte weiterhin kostenlos verfügbar sein müssen – ein Umstand, an dem die Verleger nicht unschuldig sind.

Lange Zeit wurden Portale über Werbung refinanziert, Advertiser sind jedoch nur aufgesprungen, wenn relevante Zugriffszahlen vorgelegt werden konnten. Deshalb überließen die Publisher den Nutzern ein kostenloses Angebot. Im Rahmen der Wirtschaftskrise brechen nun die Investitionen der Werber ein – die Folge: Die Verlage bleiben mit teurem Traffic und einem verwöhnten Publikum zurück. Zaghafte Versuche, Inhalte fernab der Werbung doch noch zu monetarisieren, bestanden in der Vergangenheit hauptsächlich aus kostenpflichtigen Zugängen zu Archiven. Über die Umsätze lässt sich nur spekulieren, doch ich schätze, dass getrost davon ausgegangen werden kann, dass sie marginal sind. Zeitungsarchive sind – wenn überhaupt – alleine für den akademischen Sektor interessant. Und das für das Protokoll: Der Grund, weshalb heute der digitale Musikvertrieb langsam Fahrt aufnimmt, hat weniger etwas mit einem einräumenden Gesinnungswandel der Nutzer zu tun, als mit der Urheberrechtsnovelle und den Anstrengungen der GVU. Weiterlesen

Drei Wege, um mit Twitter Geld zu machen. Teil 1: Bezahlte Werbe-Tweets

9. Mai 2009  |  How-To, Netznews  |  No Comments  |  Share

Als turi2 im April in Deutschland den Anfang machte, war die Empörung groß: 250 Euro für einen Ad-Tweet, hieß das Angebot an die Advertiser. Rund 3.000 Follower hatte der Branchendienst zu diesem Zeitpunkt gesammelt. Bertelsmann biss als erstes an und ließ turi2 eine euphemistische Kurzinterpretation der Bilanzzahlen 2008 über den Äther schicken. Weitere, ähnliche Aktionen folgten. Das Ergebnis?

Der Link zu Bertelsmann bei der Bilanz-PK wurde binnen weniger Stunden über 190 mal geklickt, die ausgeschriebene Professur der Folkwang Hochschule und das Berlin-Scheckheft über 150 mal.

Zieht man in Betracht, dass die durchschnittliche Lebenserwartung eines Tweets bei etwa fünfzehn Minuten liegt (eine bereits weniger konservative Annahme), kann also getrost davon ausgegangen werden, dass es sich bei den genannten Zahlen um eine abschließende Klick-Bilanz handelt: 1,30 Euro pro Klick – ein teures Vergnügen. Dabei war Bertelsmann als erster großer Twitter-Werber bereits Profiteur eines gesteigerten Medieninteresses. Außerdem: Ob sich Peter Turi – abgesehen von den 250 Euro – mit der Schaltung der Anzeige einen Gefallen getan hat, ist fragwürdig angesichts des kleinen Image-Erdbebens, das dadurch in der Twitter- und Blogosphäre ausgelöst wurde. Überraschenderweise blieben die Follower-Zahlen annähernd stabil. Heute sind Twitter-Anzeigen (110 Zeichen + Link) ein fester Bestandteil im Werbeangebot des Dienstes.

Doch man muss keine etablierte Mediengröße im Netz sein, um als Publisher auf Twitter bezahlte Werbung unter das Volk zu bringen. Bereits im Oktober 2008 hatte Mashable das Berliner Vermarkter-Startup “” target=”_blank”>Magpie” vorgestellt, passenderweise ist dies auch der englische Name der Elster. Das Angebot für Twitterer besteht darin, ohne eigenes Zutun Werbe-Tweets im Strom der Postings auftauchen zu lassen; entweder nach jedem Tweet, nach jedem fünften, hunderten usw. Die Frequenz der Auslieferung kann der Twitter-Nutzer selbst bestimmen. Weiterlesen

Twitter für Anfänger

3. Mai 2009  |  How-To, Netznews  |  No Comments  |  Share

twitterEs gibt bereits einige Leitfäden für die Nutzung von Twitter im Netz, jedoch habe ich nur wenige gefunden, die Einsteigern den Anfang wirklich einfach machen. Diese Anleitung soll das nötige Wissen in kürzester Zeit vermitteln, so dass Nutzer innerhalb von wenigen Minuten mit ihren ersten Tweets loslegen können. Also, los geht’s.

Ich kenne Twitter nicht. Schlimm?

Twitter ist ein Phänomen, das nicht leicht zu packen ist: Auf der einen Seite kann der Dienst mit dem kleinen Vogel ein immenses Wachstum weltweit vorlegen, auf der anderen Seite stöhnt daraufin angesprochen die Mehrzahl der Internetnutzer und zeigt Unverständnis bis verständliches Desinteresse. Die deutsche Jugend, sonst eigentlich fix in der Assimilation neuer Web 2.0-Plattformen, lässt Twitter jedenfalls links liegen. Nach einer Studie im April 2009 kennen 90 Prozent der zwischen Elf- und Einundzwanzigjährigen den Dienst nicht einmal. Lediglich ein Prozent gab an, Twitter tatsächlich zu nutzen.

Wofür braucht man Twitter?

Ursprünglich war Twitter als Service für private Tagesprotokolle gedacht, mittlerweile hat der Dienst aber eine eigene Dynamik entwickelt, die weit über diesen Anspruch hinausgeht. Heute dient Twitter der Proklamation, der Information und der Kommunikation. Dazu Andrew Keen im “Spiegel”-Interview:

Künstler, Journalisten, Musiker und Autoren der alten Schule haben keine Chance mehr. Wer überleben will, muss permanent an seinem Internet-Image feilen, seine eigene Ich-Tag aufbauen. Das Microblogging Twitter ist ein gutes Beispiel dafür. Hier ist eine neue Elite im Begriff zu entstehen.

So sind es vor allem Selbständige, die von Twitter profitieren können: Richtig angewendet, kann Twitter gleichzeitig Network, Marketingplattform und Auftragsbörse sein. In einem späteren Post werde ich darauf noch einmal genauer eingehen. Weiterlesen