Apples neues Social Music-Network: Was pingt mir das?

Posted in How-To, Musik, Netznews on September 2nd, 2010 by André – Be the first to comment

“It’s like Facebook and Twitter meet iTunes”, hatte Steve Jobs auf der Keynote gesagt. Auf dem Tagesplan stand die Präsentation neuer Musikutensilien für Käufer und Nutzer und Apple dürfte mit dem Line-Up (neue iPods, die Miet-Box AppleTV) die Community nicht enttäuscht haben. Das spannendste Projekt jedoch, das sich Cupertino wohl in den vergangenen Monaten ausgedacht hat, lautet nun also “Ping“.

Ping ist ein soziales Netzwerk, das fest in iTunes 10 verankert ist und in erster Linie der Entdeckung neuer Musik dienen soll. Damit hat sich Apple tatsächlich an den etablierten Marktplätzen Facebook und Twitter vorbeigeschlichen, um jedoch umso imposanter dem schwächelnden Netzwerk MySpace den Fehdehandschuh ins Gesicht zu knallen. Der News Corp.-Ableger kämpft seit Jahren gegen schwindende Nutzerzahlen an, derzeit misst der weltweite Mitgliederstamm rund 110 Millionen; eine Loyalität, die sich MySpace in sieben (!) Jahren erkämpfen musste. Ping steigt mit insgesamt 160 Millionen potentiellen Nutzern in den Ring – jeder von ihnen benutzt heute iTunes, jeder von ihnen hat auch seine Kreditkartendaten hinterlegt. Der für den Herbst angekündigte Relaunch von MySpace ist ein schwacher und viel zu spät angekündigter Entschluss: News Corp. dürfte von dem plötzlichen Ping-Launch völlig aufgeschreckt worden sein. read more »

Keynote im Live-Stream: Apple präsentiert den PI-Killer für Blogger

Posted in Journalismus, Netznews on September 1st, 2010 by André – Be the first to comment

Die Pressekonferenz am 7. Juni war für Apple-Verhältnisse eine einzige Katastrophe. Jobs hatte Schweißperlen auf der Stirn, als plötzlich Hunderte WLAN-Signale die Funkverbindung für das Herzstück der Präsentation störten. Journalisten und Blogger hatten kurzerhand ihre UMTS-Verbindungen in Hotspots umgewandelt und damit die Kanäle verstopft: für das iPhone 4 gab es vorerst nur eine Offline-Demo. Ein solcher Fauxpas ist nach Konzernpolitik eigentlich unverzeihlich und auch Grund für Apples vergangene Entscheidungen, Keynotes niemals live zu streamen. Das soll sich heute erstmals ändern.

Apple hat angekündigt, ab 19 Uhr unserer Zeit auf http://www.apple.com einen visuellen Live-Einblick in die anstehende Präsentation im Yerba Buena Center zu geben. Auf dem Programm stehen Ankündigungen aus dem Cupertino-Musikbusiness, in dem seit der Übernahme von Streaming-Dienst Lala mit einem Rollout gerechnet wird. Der Haken: Das Live-Video wird nur auf Apple-Geräten empfangbar sein.

Apple schlägt damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Erstes werden offensichtlich die Hausprodukte weiter gepusht. Noch enttäuschter dürften aber die Blogger und Magazine über den Entschluss sein. Da Apple bislang die Öffentlichkeit aus derartigen Veranstaltungen ausgeklammert hatte, boomte an solchen Abenden die Institution Live-Ticker. Für Seiten wie TechCrunch, Mashable, Engadget war die journalistische Begleitung von Keynotes jedes Mal wie ein Weihnachtsfest, bei dem die Page Impressions in die Höhe kletterten und Verlinkungen im Sekundentakt zunahmen. Damit wird erst einmal Schluss sein. read more »

Loveparade & naive Twitter-Nutzer: Wirrer Prügelkommentar zeigt Machtlosigkeit der etablierten Medien

Posted in Journalismus, Netznews on August 30th, 2010 by André – 3 Comments

Am Montagmorgen hat Lovapent-Chef Rainer Schaller eine neue Seite ins Netz gestellt, die in Originalbildern und -mitschnitten zeigen soll, was am 24. Juli bei der Loveparade tatsächlich passiert ist. Zweifelsohne ist der dort zu sehende “Dokumentarfilm” politisch gefärbt: Wie zu vermuten war, ist auch dieses angeblich objektive Zeugnis ein neuer Delinquenzantrag für die Polizei, die nach Meinung des Veranstalters auf allen Gebieten versagt hat. So leiht sich der Film unter anderem Autoritätsargumente bei der Feuerwehr, die an jenem Tage einige Maßnahmen aus “einsatztaktischer Sicht” als “sehr problematisch” bezeichnete und daher “dagegen” gewesen sei (PDF). Am 2. September wird Schaller bei Senioren-Talker Kerner im Privatfernsehen auftreten und vehement diese These bekräftigen.

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist zweifelsohne klug gewählt, da am kommenden Donnerstag das Verteidigungsbollwerk von Innenministerium und Polizei im NRW-Landtag aufgefahren wird. Bereits jetzt hat – ebenfalls wenig überraschend – NRWs Wachtmeister Nummer eins, Dieter Wehe, aufs Heftigste protestiert: “Seine (Schallers) Aussagen werden nicht besser, nur weil er sie wiederholt. Der Veranstalter hat die Polizei um Hilfe gebeten, weil sein Sicherheitskonzept zusammen gebrochen war. Er hatte zugesagt, die Eingangsschleusen zu schließen. Das ist nicht geschehen.” read more »

Sind Frauen die besseren Social Medians?

Posted in Netznews on August 10th, 2010 by André – 2 Comments

Die Behauptung hält sich hartnäckig seit Anbeginn des menschlichen Zusammenlebens: Frauen können gut reden, Männer gut reparieren. Das Artikulationsvermögen des Mannes sei auf dem Niveau eines simplen Knurrens stagniert – so die Annahme – und die wenigen Laute, die er heute ausstößt, dienten seinerzeit lediglich der Koordination auf der gemeinsamen Mammutjagd. Die Frau wiederum, betraut mit den erzieherischen Aufgaben am heimischen Kaminfeuer, ist auf die Sprache angewiesen, da sich nur so Werte und Kultur an nachfolgende Generationen vermitteln lassen. Ist das Quatsch? Ja, das ist es. Eine Studie der Universität Texas hatte bereits im Sommer 2007 bewiesen, dass beide Geschlechter im Alltag gleich viel reden: im Durchschnitt geben sowohl Männer als auch Frauen nämlich rund 16.000 Wörter pro Tag von sich.

Dennoch gibt es einen Unterschied. Und dieser betrifft mitnichten die Quantität der täglichen Äußerungen, wohl aber die Qualität – was der Leser nicht als Wertung auffassen sollte. Vielmehr zielt dieses Merkmal auf die soziale Kontaktfähigkeit ab, die vor allem beim weiblichen Geschlecht deutlich stärker ausgeprägt ist: Einfühlungsvermögen, Nachsicht, Empathie – dies alles sind Eigenschaften, die sich auch im Kommunikationsverhalten der Frau niederschlagen. read more »

iPhone 4: Apple nennt Bedingungen für Gratis-Gummi

Posted in Tech on Juli 23rd, 2010 by André – Be the first to comment

Es ist soweit, Apple beginnt mit dem Roll-Out der großen “Nimm, was du kriegen kannst”-Aktion für enttäuschte Nutzer des iPhone 4. Schon in der Nacht wurden entsprechende Aufrufe vereinzelt per Mail versendet, jetzt folgt die offizielle Ansage. Am 16. Juli hatte Steve Jobs zähneknirschend allen Kunden ein Gratis-Gummi (“Bumper”) oder – je nach Verfügbarkeit – eine Schutzhülle für das iPhone 4 versprochen. Das Case soll dafür sorgen, dass die Leitfähigkeit der Hand nicht länger die Antennenperformance beeinträchtigt.

Wer bereits Eigentümer eines Bumpers ist und diesen direkt bei Apple gekauft hat, soll den Ankündigungen nach den bezahlten Betrag zurückerstattet bekommen: Wie dies bei deutschen Kunden geschehen soll, die bei Retail-Shops ihr Zubehör kauften, ist nicht bekannt. Händler wie Gravis haben sich noch nicht offiziell dazu geäußert, weshalb ich es auf einen Filialbesuch mit der Quittung in der Hand einfach mal ankommen lassen würde (haltet aber auch ein Auge auf deren Twitter-Account).

Der eigentliche Antrag für einen Gratis-Bumper wird über eine App abgewickelt, die ab heute bei iTunes zu finden ist. Die App ist ebenso wie der Versand der Ware kostenfrei. Apple knüpft die Bestellung jedoch gleich an mehrere Bedingungen, die Nutzer zu Kenntnis nehmen sollten: read more »

Warten auf Gutenberg 2.0

Posted in Journalismus on Juli 13th, 2010 by André – Be the first to comment

Jean Paul sagte einmal “Die Erinnerung ist das einzige Paradies, woraus wir nicht vertrieben werden können.” Und der Spruch hängt seit Jahren als Poster an den Bürowänden der deutschen Zeitungsbosse. Mir erschließt sich nicht, woher diese Hartnäckigkeit kommt, dieses Winden, dieses bornierte Festhalten an Gewesenem, aber eines ist sicher: Wenn die deutsche Printbranche sich auf ihrer heutigen BDZV-Jahrespressekonferenz auf einen rettenden Kurs eingeschworen hat, so wird sie die eingeschlagene Richtung geradewegs in die Scheiße reiten.

Es ist nicht kurz vor zwölf. Es ist bereits später Nachmittag für Deutschlands Printmetier und dennoch reiben sich die Verleger noch immer verträumt den Schlaf aus den Augen: “Bitte, noch einmal umdrehen. Nur noch ein wenig.” Wer gehofft hatte, dass der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger am heutigen Tag einen Masterplan zur Reform der einer Jahrhundertbranche vorlegen würde, wurde bitter enttäuscht. Es bleibt beim alten Spiel: Bestandsaufnahme und Schuldzuweisung.

Offenbar haben sich die Verlage nun erleichtert darauf verständigt, dass eines Tages das Electronic Publishing den Vogel abschießen wird. In den Verlagen werde intensiv an Inhalten, Design und Vermarktungsmodellen gearbeitet, sagte Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff. Die gesamte Branche bewege sich in einer “wichtigen Experimentierphase”. Es bestehe Konsens, dass die “neuen Tablets große Chancen” böten, das klassische Geschäftsmodell der Zeitung, nämlich Vertriebserlöse plus Werbeerlöse, in die “digitale Welt” zu übertragen. – In diesem ehrgeizigen Unterfangen stecken für das Jahr 2010 noch eine Menge Konjunktive. Gibt es konkrete Pläne? Gibt es Kooperationen? Ideen zur Umsetzung? Gibt es Best Case-Szenarien? Wenn Gedrucktes künftig auf dem Display gelesen wird, wie werden diese Inhalte aufbereitet? Wie lauten die Namen der Vertriebspartner? Werden auch alle an einem Strang ziehen? Wolff drückte sich um konkrete Ansagen und schickte lieber seinen IT-Kollegen Fuhrmann (Abteilung “Kommunikation + Multimedia”) auf das Podium, um die Euphorie mit Hinweisen auf die problematische Hardware-Vielfalt und das Preisdiktat der Hersteller vorsorglich zu dämpfen. Das war es. Das Buch wurde geschlossen und eine neue Runde im Wettwarten auf die rettende Reinkarnation Gutenbergs eingeläutet. Eines Tages wird er kommen, eine glänzende 2.0 vor sich hertragend, und eine ganze Branche aus der Misere herausholen. Aber nicht heute. read more »

Shitstorm gegen Viacom: Wie der US-Riese geklaute Clips vermarktet

Posted in Musik, Netznews on Juni 14th, 2010 by André – Be the first to comment

Mittlerweile dürften alle mitbekommen haben, dass sich Viacom und YouTube gerade wieder vor Gericht gegenüber stehen. Das Medienimperium (MTV, CBS, DreamWorks, Paramount und andere) fordert von der Google-Tochter nicht weniger als eine Milliarde US-Dollar Schadensersatz. Warum? Weil Viacom auch im Jahr 2010 noch auf die Feststellung beharrt, dass der YouTube-Videokatalog bis zu achtzig Prozent aus geklautem Content besteht.

Google sieht der ganzen Geschichte aufgeregt-gelassen entgegen und schleuderte den Viacom-Anwälten einige interessante Gegenbeweise entgegen: Etwa, dass Viacom in der Vergangenheit mehrmals versucht hätte, YouTube aufzukaufen und als dies nicht gelang, die Plattform immer wieder für Guerilla-Marketingaktionen profitabel nutzte. So schlimm kann diese Räuberhöhle also doch bitte schön gar nicht sein, so das Fazit von Google. Zudem sei es naturgemäß problematisch, geschützte Inhalte manuell zu filtern, wenn Viacom seine Seeding-Agenturen beauftragt, nachts ihre Virals auf die Plattform zu schießen.

Fernab des Gerichtssaals nahm der Konflikt nun eine andere interessante Wendung. Viacom unterhält nämlich selbst ein Videoportal – spike.com – der Online-Ableger des gleichnamigen US-Senders für junge Machos (“An audience described demographically as ‘young adult males’.”). Schaut euch bitte nun dazu den folgenden Clip der VlogBrothers an: read more »

Ich verlasse Basic Thinking

Posted in avatter on Mai 31st, 2010 by André – 33 Comments

Ich habe lange darüber nachgedacht, ehe ich den Entschluss fasste. Und noch länger darüber, wie ich ihn formuliere. Doch letzten Endes ist es ganz einfach: Ich verlasse Basic Thinking zum 30. Juni. Lasst mich die Entscheidung ein wenig erklären.

Am Abend der Auktion, am 15. Januar 2009, bekam ich einen Anruf aus Hürth bei Köln. Serverloft – beziehungsweise die Muttergesellschaft Intergenia AG – hatte bei Roberts Versteigerung den Zuschlag bekommen. Ich machte mir ein Kölsch auf und gab über den Hörer orthografische Tipps bei der Gestaltung der Pressemitteilung. Noch in der Nacht machte ich Trockenübungen, am nächsten Morgen wurden wir ins kalte Wasser geworfen. Von Anfang an war klar, dass wir keinen Robert 2.0 bieten konnten – und wollten. Wir versuchten kurze Post, klassische News-Beiträge, Intellektuelles, Boulevardeskes, dann Persönliches. Neben der Sondierung des Stils machten wir uns auf die Suche nach unserer inhaltlichen Nische. Die Kollegen aus den Deutschen Blogcharts machen – damals wie heute – einen erstklassigen Job, also stand es außer Frage, hier zu wildern. Wir brauchten etwas Eigenes.

Nach einigen Wochen bekam ich die ersten Zahlen auf den Tisch, die mir zeigten, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Wir forcierten die eingeschlagene Richtung. Wenn wir bei der Themenjagd fündig wurden, fungierte die Quelle als Steinbruch. Man kann ruhig das Fenster danach schließen – es bringt auf lange Sicht nichts, das Gelesene in eigenen Worten wiederzugeben oder einfach nur einen Link darauf zu platzieren. Auf Basic Thinking schrieb ich einmal über die Idee dahinter:

Blogger sollten niemals vergessen, dass sie ein eigenes Publikum besitzen – so groß oder klein es auch sein mag. Und das hat Anspruch auf eine zielgruppengenaue Ansprache. Das bedeutet nichts anderes, als dass das Thema von immer neuen Perspektiven beleuchtet werden muss: Worum geht es überhaupt? Wieso ist es so und nicht anders? Könnte es anders sein? Was halte ich als Autor davon? Was bedeutet das für den jeweiligen Leser und wie kann er am Besten davon profitieren? Und was hält er davon?

Die Erklärung eines neuen Dienstes wie beispielsweise Google Wave sollte für Business-Leute anders ausfallen, als für Schüler, für Internetneulinge, Bastelexperten, Journalisten, für Angelvereine. read more »

Fünf Podcasts, die es absolut wert sind, gehört und gesehen zu werden

Posted in Netznews on April 18th, 2010 by André – Be the first to comment

Bei den Podcastern zeichnet sich seit ein, zwei Jahren dasselbe ab, wie wir es derzeit in der Blogosphäre beobachten können: alle werden ein wenig müder, was vor allem den professionellen gegenüber den privaten Machern zugute kommt. Die Blüte der privaten Abo-Radios war um das Jahr 2006 herum, ich selbst ziehe mir seit rund fünf Jahren Podcasts, später kamen Videocasts dazu. Viele höre ich unterwegs, manche nur auf Bahnfahrten, einige regelmäßig auch direkt am Rechner. Nun dachte ich also, dass es einmal an der Zeit sei, ein paar Empfehlungen auszusprechen, um noch einmal das noch junge Medium aufmerksam zu machen. Außerdem habe ich vor, meine Abo-Palette zu erweitern und bin für jeden Hinweis dankbar. Und hier sind sie, meine (vorläufigen) fünf Lieblingspodcasts:

Platz 1: “Nachtzug nach Hamburg”

Reiko Schmidt hat einen tollen Job: Seine eigene Wohnung in Hamburg Niendorf kennt er praktisch nur von Fotos, er ist ständig unterwegs, kein Kontinent ist vor ihm sicher. Was genau er beruflich macht, ist aber auch heute noch – nach über 1.300 Ausgaben seines “Nachtzug nach Hamburg” – weiterhin Top-Geheimsache. Reiko spricht nicht über seine Person, sondern über das, was ihm auf all den Reisen begegnet. Er berichtet über gastronomische Eigenheiten, Stadtteil-Klassifizierungen in Bogota, Opernbesuche am Montag, Beinahe-Flugzusammenstöße, Chipkartenfehler und 24/7-EDEKAs. Nebenbei gibt er wertvolle Tipps für Hamburg-Besucher. Reiko produziert mit wenigen Ausnahmen täglich, ich bin seit über zwei Jahren dabei, die tausendste Folge feierte er gemeinsam mit seiner besten Freundin tatsächlich in einem Nachtzug von Paris nach Hamburg. Seit kurzem steht er auch bei Formspring Rede und Antwort. Absoluter Hörbefehl! read more »

RSS-Teaser bei Basic Thinking: Länge ist nicht alles / Interviews

Posted in Netznews, avatter on März 4th, 2010 by André – 10 Comments

Darum geht es.


Nach dem Kauf ist Basic Thinking ein Jahr lang nicht vermarktet worden, wir Redakteure wurden also ein Jahr lang praktisch vom Betreiber für Nüsse bezahlt. Es gab und gibt Experimente mit Affiliate, jedoch ist der Schwerpunkt des Blogs so gelegt, dass es praktisch nichts zu verlinken gibt: Neue Funktion bei Facebook? Die Zeitungskrise? Ein Steve Ballmer-Statement? Ein iPhone-Gerücht? Ich weiß nicht, wie es andere machen, aber ich biege die Posts nicht so, dass es passt und ich entsprechende Keywords unterbekomme, ich halte ein solches Vorgehen schlicht für Verarsche des Lesers. Deshalb hat es so etwas bis heute nicht bei uns gegeben und wird es auch nicht. Eine Querfinanzierung können und wollen wir nicht, wir wollen unabhängig sein. Wir haben auch nicht Agenturen im Rücken, wie es meinetwegen die anderen aus den Blogcharts haben, um ihr Tagewerk zu vergüten. Vorne als Blogger brillieren und hinten rum als Berater die neue SPD-Kamapgne organisieren oder Ähnliches. Wir machen keine Werbung für die Muttergesellschaft oder ihre Produkte.

Bleiben also zwei Wege: Paid Content und Werbung. Paid Content? Anyone? Ich bin großer Anhänger von Bezahlinhalten, jedoch weiß ich, dass es wahrscheinlich nur die Hardcore-Fans mitmachen würden. Das wäre zu wenig für eine 2,5-3-Mann-Redaktion, die manchmal von 8-24 Uhr vor dem Rechner sitzt. Dennoch wird die Option für die Zukunft nicht ausgeschlossen. read more »

Privatsphäre 2.0: Schnee von gestern? / Interviews

Posted in Netznews, avatter on Februar 15th, 2010 by André – 1 Comment

“Menschen sind damit einverstanden, Informationen über sich mit anderen zu teilen, und öffnen sich für immer mehr Menschen. Die sozialen Normen haben sich mit der Zeit entwickelt. Wir sehen es als unsere Rolle in dem System an, ständig Veränderungen umzusetzen und unsere Software so anzupassen, dass sie widerspiegelt, wie die sozialen Normen gegenwärtig sind”, hatte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Anfang des Jahres gesagt und stieß damit eine neue Debatte über die Themen Privatsphäre und Datenschutz im Web 2.0 an. Beides erscheine ihm als kultureller Atavismus aus grauer Vorzeit, den es nun zu überwinden gilt. Die “Internetworld” hat zu dieser Feststellung Statements von vier Leuten aus der Branche eingeholt – Basic Thinking war dabei.

Die komplette Ausgabe gibt es kostenlos als PDF (ca. 14 MB). Einen Screenshot gibt es im Folgenden. Ein etwas ausführlicheres Interview zum Thema Datenschutz und Google hat die “Rheinzeitung” mit uns gemacht. read more »

Fräulein Hegemanns Gespür für den Content-Raub

Posted in Journalismus, Netzkunst on Februar 8th, 2010 by André – Be the first to comment

Ich habe die Existenz sogenannter Coming of Age-Geschichten noch nie verstanden. Die Kaufmotivation der Leser speist sich bei Erwachsenen wohl daraus, dass sie sich nicht trauen, die Kinderzimmertür von außen zu öffnen, aus Angst jemanden zu begegnen, den sie nicht kennen. Jugendliche greifen zum Skandal-Buch, weil sie Angst davor haben, die Tür von innen zu öffnen und sich lieber Geschichten ausmalen, wie die Welt da draußen, die sie vom Fernseher und den Magazinen her kennen, wohl aussieht. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Benjamin Lebert zeigte Ende der Neunziger, dass sich derlei Lektüre hervorragend verkaufen lässt. Und als nun Frau Roche ihre smegmatriefende Nonsense-Story “Feuchtgebiete” veröffentlichte und von der anderen Seite Heinz Strunk mit seinem “Fleckenteufel” auf den Zug aufsprang, war schnell klar, dass die Marschrichtung für die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts fest stand.

Höchste Zeit also, um die nächste Stufe zu zünden, muss sich da der Ullstein Verlag gedacht haben. Toppen wir den Skandal, indem nun auch eine Minderjährige hin und wieder das Wort “Ficken” in den Mund nehmen darf: und Helene Hegemann war geboren.

Die junge Bochumerin avancierte mit ihrem Debut-Roman “Axolotl Roadkill” schon vor Marktbeginn zum Shooting-Star der deutschen Literaturszene (was kein Problem ist, da diese unter erprobten US-Importen und der Mutlosigkeit hiesiger Verlage erstickt). Kritiker verglichen sie mit eben jener Charlotte Roche, die “Zeit” kramte Lautréamonts “Gesänge des Maldoror” als Maßstab hevor oder Feridun Zaimoglus “German Amok”. Es sei “etwas nervtötend”, was den “Fickundkotz-Jargon” und das Gelaber der “heterosexuellen Matrix” angehe, wurde eingeworfen, doch letztendlich gefielen sich die Kritiker darin, mit roten Ohren hinter den Buchseiten zu kichern, auf der von offenbar entfesselter Lust von Mädchen zu lesen war, die gut ihre Töchter hätten sein können. read more »

Können animatronische Murmeltiere einen langen Winter voraussagen?

Posted in Fun on Februar 2nd, 2010 by André – Be the first to comment

Auf der ganzen Welt gibt es nur zwei Leute, die nur an einem einzigen Tag im Jahr früh morgens aufstehen, sich fertig machen und zur Arbeit gehen müssen: den Weihnachtsmann – und “Phil”. An jedem zweiten Februar, zu Lichtmess, wird das wohl berühmteste Waldmurmeltier von den Einwohnern des kleinen Städtchens Punxsutawney geweckt und zum Appell gebeten, um sein Statement zum Fortdauern des Winters abzugeben. Seit dem 2. Februar 1887 findet dieses Schauspiel schon statt, ausgehend von einer Beobachtung, die ein ansässiger Ladenbesitzer rund vierzig Jahre zuvor gemacht hatte. James Morris schrieb seinerzeit in sein Tagebuch:

Letzten Dienstag, den 2. Februar, war Lichtmess, der Tag, wo das Waldmurmeltier verstohlen aus seinem Winterquartier hervorlugt. Wenn es seinen Schatten sieht, verschwindet es in seiner Höhle wieder für die nächsten sechs Wochen um zu schlafen. Doch ist der Tag bewölkt, bleibt es draußen, da das Wetter gemäßigt sein wird.

Und so ist es bis heute geblieben. In den vergangenen 119 Jahren sah Phil 96 Mal seinen Schatten – ziemlich lange Winter sind damit vorprogrammiert. Die letzte Ausnahme bildete 2008, als er schattenlos unter einer dichten Wolkendecke umherkrabbelte. Laut den Organisatoren des Groundhog-Day legt Phil mit seinen Prognosen eine mindestens 90-prozentige Akkuratesse an den Tag – lediglich die Meteorologen widersprechen und sagen, dass seine Vorhersagen allein in rund 37 Prozent aller Fälle auch zutreffen. Diese Besserwisser! read more »